FAQ Coronavirus Disease 2019 (COVID-19)

Stand: 13.05.2020

Der Koordinierungskreis Biologische Arbeitsstoffe (KOBAS) der DGUV gibt folgende Antworten zu häufig gestellten Fragen zum Thema Coronavirus Disease 2019 (COVID-19):

  • 1. Wie sollte ich mich als Arbeitgeber verhalten, da sich das Corona-Virus (SARS-CoV-2) jetzt in Deutschland ausbreitet?

    Aufgrund der globalen Entwicklung mit weltweit stetig steigenden Fallzahlen von SARS-CoV-2- Infektionen kann eine Ausbreitung des Virus im Sinne einer Pandemie nicht mehr ausgeschlossen werden. Innerhalb kurzer Zeit können viele Beschäftigte erkranken und somit für den Betrieb als Arbeitskraft gleichzeitig ausfallen. Hinzu kommt, dass Betriebsangehörige erkrankte Familienangehörige (u.a. Kinder/Eltern) pflegen müssen. Auch durch angeordnete Quarantänemaßnahmen der Gesundheitsämter kann sich der Personenkreis, der nicht mehr zur Arbeit gehen kann, schnell vergrößern. Unabhängig davon, ob die Erkrankungen durch das Coronavirus als Pandemie eingestuft werden oder nicht, sollten sich Unternehmen darauf einstellen, dass es in den kommenden Wochen vermehrt zu diesen krankheitsbedingten Ausfällen kommen kann. Um die betrieblichen Abläufe dennoch sicherstellen zu können, ist es erforderlich, im Vorfeld eine Reihe von Fragen zu klären. Beispielsweise wie Geschäftsabläufe bei Personalausfällen sichergestellt werden sollen. In dem Faltblatt "10 Tipps zur betrieblichen Pandemieplanung" finden Sie Hilfestellungen für Ihre Betriebe.

    Des Weiteren, so wie für die allgemeine Bevölkerung geltend, sind auch im Betrieb die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen zum persönlichen Schutz und Schutz von anderen Personen vor der Ansteckung mit SARS-CoV-2 eine gute Händehygiene, korrekte Hustenetikette und das Einhalten eines Mindestabstandes (ca. 1 bis 2 Meter) von krankheitsverdächtigen Personen.

    Einfache Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen sind von der BZgA in der Broschüre 10 Hygienetipps oder als Infographik "Die 10 wichtigsten Hygienetipps“ (in sechs verschiedenen Sprachen erhältlich) zusammengefasst. Diese sind als grundlegend zu beachten, um die Ausbreitung von Infektionen so gering wie möglich zu halten.

    Bleiben Sie weiterhin stetig in Kontakt mit ihren Mitarbeitern und informieren Sie ihre Beschäftigten über die aktuelle Situation um das Auftreten von Paniken, aber auch Unstimmigkeiten in Betriebsabläufen zu vermeiden.

  • 2. Wie kann man sich allgemein vor Infektionen schützen?
    • Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände, vor allem, wenn Sie Oberflächen berührt haben, die ständig von anderen Personen berührt werden.
    • Stärken Sie Ihr Immunsystem, durch regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und durch gesunde Ernährung mit frischem Obst.
    • Lüften Sie regelmäßig.
    • Meiden Sie größere Menschenansammlungen, insbesondere, wenn sie an einer anderen Grunderkrankung leiden.
    • Niesen und husten Sie in die Armbeuge oder in ein Taschentuch, das Sie sofort entsorgen (Husten- und Niesetikette).
    • Verwenden Sie Einmal-Taschentücher.
    • Handtücher und sonstige Hygieneartikel nicht gemeinsam benutzen.
    • Fassen Sie sich nach Möglichkeit nicht ins Gesicht, vermeiden Sie die Berührung der Schleimhäute im Bereich von Augen, Mund und Nase
    • Halten Sie Abstand zu Personen, die niesen oder husten (ca. ein bis zwei Meter).

    Für Personen mit Vorerkrankungen der Atemwege und Personen mit geschwächtem Immunsystem ist es besonders wichtig, diese Schutzmaßnahmen konsequent umzusetzen. In diesen Fällen sollte mit dem Arzt geklärt werden, ob eine Grippeschutzimpfung erfolgen sollte.

  • 3. Was müssen Beschäftigte tun, wenn sie den Verdacht haben, mit dem Virus infiziert worden zu sein, oder wenn Nahestehende Bekannte oder Arbeitskollegen erkrankt sind?

    Um die Erkrankung nicht im Betrieb zu verbreiten, sollten Beschäftigte, die Krankheitssymptome (lt. RKI: Fieber, Husten, Schnupfen, Halskratzen und evtl. Durchfall) aufweisen, auf jeden Fall zu Hause bleiben und ggf. einen Arzt aufsuchen. Bei Unsicherheiten können Sie sich zunächst bei dem für Sie zuständigen Gesundheitsamt, hinsichtlich der Einschätzung des individuellen Risikos, insbesondere aber auch bei Verschlechterung des Gesundheitszustandes, informieren und beraten lassen. Der Arzt bzw. die Praxis sollten zunächst telefonisch kontaktiert werden, um entsprechende Maßnahmen vorzunehmen, damit weitere mögliche Ansteckungen in der Praxis vermieden werden.

    Bei Verdacht einer Infektion mit dem Covid-19 Virus ist eine unmittelbare diagnostische Abklärung notwendig. Bei bestätigter Diagnose hat eine Meldung an die zuständigen Behörden bzw. Gesundheitsämter zu erfolgen.

    Sollten nahestehende Verwandte oder Bekannte, aber auch Arbeitskollegen mit Covid-19 infiziert sein, sollten Sie sich an die Empfehlungen des RKI (Kontakt zu wahrscheinlichen oder bestätigten Covid-19-Fällen) halten.

    Bei Erkrankung oder Verdacht einer Erkrankung der Angehörigen darf der Mitarbeiter nicht automatisch zu Hause bleiben. Die Entscheidung über ein Zuhause bleiben sollte gemeinsam mit Arzt / Gesundheitsamt / Arbeitgeber getroffen werden.

    Bei erkrankten Kindern ist ein Anspruch der Eltern auf Freistellung möglich, sofern vom Arzt die notwendige Betreuung bescheinigt wurde.

  • 4. Welche Gefahr besteht bei Kontakten/Umgang mit Briefen, Paketen und Frachtcontainern?

    Bei Coronaviren, die respiratorische Erkrankungen verursachen können, erfolgt die Übertragung primär über Sekrete des Respirationstraktes. Gelangen diese infektiösen Sekrete an die Hände, die dann beispielsweise das Gesicht berühren, ist es möglich, dass auch auf diese Weise eine Übertragung stattfindet. Deshalb ist eine gute Händehygiene ein wichtiger Teil der Prävention.

    Grundsätzlich schwanken die Angaben zur Überlebensfähigkeit von Coronaviren auf verschiedenen Oberflächen in einem Bereich zwischen 2 Stunden und bis zu 9 Tagen. Allerdings wurden auch wesentlich kürzere Überlebenszeiten des Virus auf Oberflächen publiziert. Abschließend ist hierzu keine generelle Aussage möglich, insbesondere aufgrund der schlechten/schwierigen Übertragbarkeit von Ergebnissen der erfolgten Studien zur Überlebensfähigkeit auf reale Bedingungen. In den Medien wird fast immer nur auf die maximale Dauer von bis zu 9 Tagen Bezug genommen. Dass eine andere Studie eine mittlere Halbwertszeit von knapp einer Stunde für Coronaviren auf Kunststoff- und Stahloberflächen ermittelt hat, wird in der öffentlichen Diskussion kaum vermittelt.

    Für die Einschätzung der Infektionsgefahr, die von importierten Waren oder Postsendungen ausgeht, sollte als Grundlage herangezogen, dass bislang keine Fälle bekannt geworden sind, bei denen es zu einer Infektion durch Berühren von Oberflächen importierter Waren oder Postsendungen gekommen ist. Auch bei der SARS-Epidemie 2002/2003 gab es dazu keinerlei Hinweise. Eine Infektion mit SARS-CoV-2 über Oberflächen, die nicht zur direkten Umgebung eines symptomatischen Patienten gehören, wie z.B. importierte Waren, Postsendungen oder Gepäck, erscheint daher sehr unwahrscheinlich.

  • 5. Wie verhalte ich mich bei Dienstreisen? Darf ich eine geplante DR verweigern?

    Prüfen Sie zunächst, ob geplante Dienstreisen durch Telefon- oder Videokonferenzen ersetzt oder verschoben werden können. Dienstreisen in betroffene Regionen sollten abgesagt bzw. verschoben werden.

    Prüfen Sie hierzu die täglich aktualisierten Informationen der WHO zu Risikogebieten und Fallzahlen in entsprechenden Ländern und Regionen oder auf den Seiten des RKI.

    Sind Dienstreisen erforderlich, unterweisen Sie die Reisenden über Hygiene- und Notfallmaßnahmen.

    Die Weigerung eine DR anzutreten ist rechtens, falls eine konkrete Reisewarnung des Auswärtigen Amts oder einer anderen Dienststelle vorliegt.

  • 6. Was ist zu tun, wenn Beschäftigte auf Dienstreisen erkranken?

    Sie sollten das zuständige Gesundheitsamt kontaktieren und eine Abklärung vornehmen lassen, wenn Sie innerhalb der letzten 14 Tage in Risikogebieten gewesen sind oder Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten.

    Beschäftigte, auf die eines dieser Kriterien zutrifft, sollten zunächst zuhause bzw. bei Erkrankung noch vor Ort, in der Unterkunft (z.B. Hotel, Bildungsstätte) bleiben, bis eine weitere Abklärung erfolgt ist. Diese Regelung gilt auch für Kontakte zu möglichen Betroffenen aus Risikogebieten. Informationen, welche Städte oder Regionen zu Risikogebieten zählen, sind auf der Seite des Robert-Koch Instituts zu finden.

    Nur Patienten mit schwereren Symptomen sollten eine Notaufnahme aufsuchen. Hier sollte eine Vorankündigung erfolgen mit dem Hinweis, dass eine COVID-19-Erkrankung möglich ist.

  • 7. Verhalten bei Reisen in öffentlichen Verkehrsmitteln, u.a. Bus-Bahn- Flugzeug?

    Eine Übertragung über unbelebte Oberflächen ist bisher nicht dokumentiert. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man sich an Haltestangen in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht infizieren könnte. Diese Oberflächen werden ständig angefasst, weshalb hier eine Übertragung der Viren auf die Hände und anschließend auf die Schleimhäute des Mundes, der Nase oder der Augen nicht ausgeschlossen werden kann. Insbesondere große Ansammlungen und enger Kontakt zu Menschen, die möglicherweise infiziert sind, aber keine Symptome zeigen, erschweren hier die Vermeidung von Infektionsketten.

    Um eine Infektion auf diesem Weg zu vermeiden, ist eine sorgfältige Handhygiene notwendig: Dazu gehören häufiges und gründliches Händewaschen und das Vermeiden der Berührung des Gesichts.

  • 8. Was muss ich beachten, wenn ich als Beschäftigter einer zugelassenen Überwachungsstelle zu einer Prüfung in einen Betrieb fahre?

    Zunächst sollte geprüft werden, ob die Prüfung zum jetzigen Zeitpunkt stattfinden muss oder ob eine Verschiebung der Prüfung möglich ist.

    Des Weiteren wird empfohlen, im Vorfeld Kontakt zum Betrieb aufzunehmen, um den Status des Betriebes zu erfragen (Gibt/Gab es Mitarbeiter mit respiratorischen Erkrankungen in den letzten 14 Tagen? Wie sind die Hygienemaßnahmen im Betrieb? Stehen Waschgelegenheiten/Desinfektionsmittel zur Verfügung?).

    Beim Eintreffen im Betrieb ist zunächst darauf zu achten, ob Personen mit typischen respiratorischen Symptomen anzutreffen sind.

    Grundsätzlich sind auch hier die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen zum persönlichen Schutz das Vermeiden von Händeschütteln, eine gute Händehygiene, korrekte Husten- und Niesetikette und das Einhalten eines Mindestabstandes (ca. 1 bis 2 Meter) von krankheitsverdächtigen Personen.

    Die Mitnahme eines geeigneten Desinfektionsmittels mit dem Wirkungsbereich begrenzt viruzid (wirksam gegen behüllte Viren), begrenzt viruzid PLUS oder viruzid ist sinnvoll, um bei nicht vorhandenen Händewasch-/Desinfektionsmöglichkeiten eine mögliche Kontamination/Infektion zu vermeiden.

  • 9. Helfen Atemschutzmasken gegen eine Ansteckung? Wann werden sie als nötig erachtet?

    Wenn eine an einer akuten respiratorischen Infektion erkrankte Person sich im öffentlichen Raum bewegen muss, kann das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (z.B. eines chirurgischen Mundschutzes) durch diese Person sinnvoll sein, um das Risiko einer Ansteckung anderer Personen durch Tröpfchen, welche beim Husten oder Niesen entstehen, zu verringern (Fremdschutz). Für die optimale Wirksamkeit ist es wichtig, dass der Mund-Nasen-Schutz korrekt sitzt (d.h. eng anliegend getragen wird), bei Durchfeuchtung gewechselt wird, und dass während des Tragens keine (auch keine unbewussten) Manipulationen daran vorgenommen werden.

    Hingegen gibt es keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert. Nach Angaben der WHO kann das Tragen einer Maske in Situationen, in denen dies nicht empfohlen ist, ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen, durch das zentrale Hygienemaßnamen wie eine gute Händehygiene vernachlässigt werden können.

    Davon unbenommen sind die Arbeitsschutzempfehlungen im Beschluss 609 des ABAS zum Tragen von Atemschutzmasken bei Beschäftigten im Gesundheitswesen oder auch anderen Beschäftigten, die mit der Erstversorgung von Verdachtsfällen oder Erkrankten betraut sind, wie Kabinenpersonal in Flugzeugen oder weiteres Einsatzpersonal. Für diese Personengruppen werden dann FFP2-Masken, in Fällen mit erhöhtem Risiko wie z.B. Bronchoskopie FFP3-Masken empfohlen. Diese Personengruppen sind mit dem Tragen dieser Masken geschult und es ist auch die notwendige arbeitsmedizinische Vorsorge sichergestellt. Zudem hat das RKI mögliche Maßnahmen zum Ressourcen- schonenden Einsatz von MNS zusammengefasst.

    Muss der Arbeitgeber Masken bereitstellen?

    Ergibt die Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz für Tätigkeiten, dass eine Gefährdung der Beschäftigten durch das SARS-CoV-2 am Arbeitsplatz besteht, hat der Arbeitgeber geeigneten Atemschutz zur Verfügung zu stellen. In der Regel ist eine Gefährdung anzunehmen, wenn Beschäftigte einen direkten Kontakt mit infizierten Personen haben, also insbesondere im Gesundheitswesen. In Betrieben außerhalb des Gesundheitswesens ist das Bereitstellen und Tragen von Atemschutzmasken in der Regel nicht erforderlich.

     

  • 10. Maßnahmen in Kitas/Schulen?

    Regelungen zum betrieblichen Ablauf hinsichtlich der Betreuung und Bildung von Kindern/Schülern in Kindertageseinrichtungen und allgemeinbildenden Schulen (u.a. eine vorübergehende Schließung, Ausschluss einzelner Kinder, Schüler) obliegen den örtlichen Gesundheitsbehörden bzw. der Schulbehörde und werden von der Leitung vor Ort umgesetzt. Um jedoch die Verbreitung einer Infektion zu vermeiden, sollen sowohl Beschäftigte der Bildungseinrichtung als auch Kinder, Jugendliche /Schüler, die Krankheitssymptome (lt. RKI: Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber, evtl. Durchfall) aufweisen und

    • innerhalb der letzten 14 Tage in Risikogebieten gewesen sind,
    • Kontakt zu einer Person aus dem Risikogebiet hatten oder
    • Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten

    als „begründete Verdachtsfälle“ von der Betreuungseinrichtung bzw. dem Schulunterricht fernbleiben.

  • 11. Wie schütze ich mich vor einer Infektion im Krankenhaus, der Arztpraxis oder dem Labor?
  • 12. Teilnahme an Veranstaltungen wie Messen oder Tagungen

    Menschen, die an akuten respiratorischen Erkrankungen leiden, sollten generell und auch aus Vorsorgegründen nicht an Veranstaltungen teilnehmen - zunächst um sich selbst zu schützen, aber auch, um andere vor Ansteckung zu schützen.

    Sitzungen und Veranstaltungen, bei denen die Teilnehmer namentlich bekannt sind, können bis auf weiteres durchgeführt werden, da hier im Falle einer (auch nachträglich) auftretenden Infektion eines Teilnehmers die Kenntnis über mögliche Infektionsketten vorliegt. Es können erforderliche Maßnahmen eingeleitet werden, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu unterbinden. Veranstalter können Teilnehmer und Teilnehmerinnen darüber hinaus organisiert und strukturiert über allgemeine Maßnahmen des Infektionsschutzes wie Händehygiene, Abstand halten oder Husten- und Schnupfenhygiene aufklären.

    Aus Vorsorgegründen und um die weitere Verbreitungsgeschwindigkeit möglichst zu verlangsamen, sollte derzeit sowohl im beruflichen als auch im privatem Umfeld geprüft werden, ob die Teilnahme an Großveranstaltungen (Messen, Kongresse etc.) mit nicht namentlich bekannten Teilnehmern erforderlich ist.

    Detaillierte Informationen sind in den "Allgemeinen Prinzipien der Risikoeinschätzung und Handlungsempfehlung für Großveranstaltungen" zu finden.

  • 13. Darf man aus Angst vor einer Ansteckung auf Homeoffice bestehen?

    Die Erledigung von Aufgaben vom häuslichen Arbeitsplatz bedarf der Vereinbarung mit dem Arbeitgeber. Unter Berücksichtigung einer erhöhten Infektionsgefahr kann der Arbeitgeber je nach individuellen Voraussetzungen kurzfristig die Möglichkeit prüfen, ob für einen bestimmten Zeitraum Aufgaben von einem häuslichen Arbeitsplatz erledigt werden können. Wer ohne Einverständnis des Arbeitgebers nicht bei der Arbeit erscheint, dem drohen möglicherweise arbeitsrechtliche Konsequenzen.

  • 14. Kann ich mich an Abfällen/bzw. beim Transport von Müll infizieren?

    Abfälle aus Haushalten werden der normalen Restmüllbehandlung zugeführt. Eine Infektion auf diesem Wege ist jedoch unwahrscheinlich, da die Übertragung von SARS-CoV-2 über Tröpfcheninfektionen erfolgt und auch eine Schmierinfektion durch Berührung der Oberflächen in diesem Fall eher unwahrscheinlich ist, da gewöhnlich kein direkter (Hand/Haut-) Kontakt zum kontaminierten Material vorliegt. Eine sorgfältige Handhygiene sollte eingehalten werden. Dazu gehören häufiges und gründliches Händewaschen und das Vermeiden der Berührung des Gesichts.

    Die Entsorgung von Krankenhausabfällen erfolgt gemäß LAGA-Vollzugshilfe 18 nach Abfallschlüssel 180103 "infektiöse Krankenhausabfälle", wodurch eine Infektion durch Abfälle ausgeschlossen werden kann.

  • 15. Muss der Arbeitgeber Beschäftigte, die im Verkauf tätig sind und typische Symptome aufweisen, vom Arbeitsplatz fern halten?

    Im Sinne der Fürsorgepflicht sollte der Arbeitgeber dafür Sorge tragen, dass der Beschäftigte einen Arzt aufsucht und zur Arbeitsstätte erst nach Genesung zurückkehrt, wenn eine Ansteckung nicht mehr möglich ist.

  • 16. Kann der Arbeitgeber vom Beschäftigten ein Testergebnis vor Arbeitsaufnahme verlangen?

    Der Arbeitgeber kann als Voraussetzung für eine Wiederaufnahme der Tätigkeit grundsätzlich nicht einen (negativen) SARS-CoV-2 Test verlangen. Eine Testung wird derzeit nur in begründeten Verdachtsfällen nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vorgenommen.

  • 17. Kann die Infektion über infizierte Lebensmittel erfolgen?

    Es sind keine Fälle bekannt, bei denen nachgewiesen ist, dass eine Infektion mit SARS-CoV-2 über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel erfolgt ist. Auch für andere Coronaviren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel bekannt.

    Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind allerdings durch Schmierinfektionen denkbar. Obwohl eine Übertragung des Virus über kontaminierte Lebensmittel oder importierte Produkte unwahrscheinlich ist, sollten beim Umgang mit diesen die allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags wie regelmäßiges Händewaschen und die Hygieneregeln bei der Zubereitung von Lebensmitteln beachtet werden. Da die Viren hitzeempfindlich sind, kann das Infektionsrisiko durch das Erhitzen von Lebensmitteln zusätzlich weiter verringert werden.

    Detaillierte Informationen sind beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu finden.

  • 18. Was muss ich beim Umgang mit Geld beachten?

    Eine Übertragung des SARS-CoV-2 über unbelebte Oberflächen ist bisher nicht dokumentiert. Eine Ansteckung über Geld ist daher eher unwahrscheinlich. Übertragungen durch Schmierinfektionen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind allerdings nicht auszuschließen. Hier schützt eine sorgfältige Händehygiene vor einer Infektion.

  • 19. Was ist im Einzelhandel und bei ständigen Kundenkontakten zu beachten?

    Im Einzelhandel sollten die Hygienemaßnahmen, die auch gegen saisonale Grippe empfohlen werden, konsequent angewendet werden. Wo es möglich ist, sollte der Abstand zum Kunden von mindestens einem Meter eingehalten werden. Das ist natürlich nicht immer möglich, zum Beispiel an Kassenarbeitsplätzen. An solchen Arbeitsplätzen sollten deshalb keine Beschäftigten mit Vorerkrankungen, insbesondere bestehenden Atemwegserkrankungen wie Asthma, beschäftigt werden. Mitarbeiter mit Vorerkrankungen sollten, wenn möglich, übergangsweise zum Beispiel im Lager eingesetzt werden.

  • 20. Gibt es besonders anfällige Personengruppen?

    Theoretisch kann jeder von einer Infektion betroffen sein. Es gab zunächst Hinweise darauf, dass Männer stärker betroffen sind als Frauen, aber dies lässt sich anhand der aktuellen Datenlage nicht sicher belegen. Der Schweregrad der Erkrankung unterscheidet sich jedoch deutlich. Während der überwiegende Teil der Bevölkerung keine oder nur milde, grippeähnliche Symptome aufweist, sind ältere und immungeschwächte Personen häufiger von schwerwiegenden Erkrankungsverläufen betroffen.

    Todesfälle traten bisher vor allem bei Patienten auf, die älter waren und/oder zuvor an chronischen Grunderkrankungen litten.

    Bei Kleinkindern treten nach derzeitigen Erkenntnissen seltener Symptome auf, der Verlauf einer Erkrankung ist im Regelfall mild, sie können den Erreger jedoch übertragen. Eine besondere Gefährdung von schwangeren Frauen und dem ungeborenen Kind liegt nach derzeitigen Erkenntnissen von WHO und RKI nicht vor.

  • 21. Gibt es eine Impfung oder andere schützende Maßnahmen/Medikamente?

    Momentan steht kein Impfstoff zur Verfügung. Die Erforschung/Entwicklung eines Impfstoffes wird vom "Coalition for Epidemic Preparedness Innovations", kurz CEPI, koordiniert.

    Zur Behandlung erfolgen supportive (unterstützende) Maßnahmen entsprechend der Schwere der Erkrankung, ambulant oder in der Klinik.

    Medikamente zur Behandlung von schweren Fällen von Covid 19 werden derzeit in Studien getestet. Es handelt sich um Virostatika, die auch gegen andere Virusinfektionen, z.B. mit HIV und dem Ebolavirus, eingesetzt werden.

  • 22. Welches Desinfektionsmittel kann ich verwenden?

    Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich begrenzt viruzid (wirksam gegen behüllte Viren), begrenzt viruzid PLUS oder viruzid anzuwenden. Eine Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und –verfahren steht zum Download bereit.

  • 23. Nutzung von Gesichtsschilden (Gesichtsvisieren) im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie?

    Stellungnahme des Koordinierungskreises für Biologische Arbeitsstoffe der DGUV zur Verwendung von Gesichtsschilden (Gesichtsvisieren) im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie

    Der Hauptübertragungsweg von SARS-CoV-2, dem Erreger von COVID-19, sind eingeatmete Tröpfchen aus der Atemluft infektiöser Personen.

    Nach dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard sollten bei unvermeidbarem Kontakt zu anderen Personen bzw. nicht einhaltbaren Schutzabständen Mund-Nase-Bedeckungen (MNB) zur Verfügung gestellt und getragen werden. Diese Mund-Nase-Bedeckungen müssen enganliegend über Mund und Nase getragen und bei Durchfeuchtung gewechselt werden.

    Primäres Ziel einer Mund-Nasen-Bedeckung ist es, eine mögliche Ausbringung von SARS-CoV-2 über Tröpfchen der Ausatemluft zu reduzieren (Fremdschutz). Zusätzlich bietet eine Mund-Nasen-Bedeckung auch dem Träger der MNB (in einem sehr begrenzten Umfang) Schutz vor SARS-CoV-2-haltigen Tröpfchen anderer Personen (Eigenschutz).

    Kommerziell und privat hergestellte MNB bestehen meist aus handelsüblichen, unterschiedlich eng gewebten Baumwollstoffen und stellen gegenüber SARS-CoV-2-haltigen Tröpfchen eine begrenzte Barriere dar, allerdings in einem geringeren Maße als z.B. medizinische Gesichtsmasken nach DIN EN 14683 oder gar FFP-Atemschutzmasken nach DIN EN 149.

    Gesichtsschilde werden üblicherweise in medizinischen Einrichtungen wie z.B. Krankenhäusern als zusätzlicher Schutz des Gesichts vor direkten Spritzern (z.B. Blut) eingesetzt. Sie ersetzen dort weder medizinische Gesichtsmasken noch Atemschutzmasken.

    Derzeit kann nicht sicher beurteilt werden, ob Gesichtsschilde in gleicher Weise wie Mund-Nasen-Bedeckungen geeignet sind, eine mögliche Ausbringung von SARS-CoV-2 über Tröpfchen der Ausatemluft zu reduzieren, und einen vergleichbaren Schutz vor SARS-CoV-2-haltigen Tröpfchen anderer Personen zu gewährleisten.

    Solange diese Fragen nicht sicher geklärt sind, ersetzen aus unserer Sicht Gesichtsschilde im Regelfall nicht die nach dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard zu verwendenden Mund-Nasen-Bedeckungen, können aber eine sinnvolle Ergänzung zum Schutz des Gesichts vor Spritzern („Spuckschutz“) darstellen. Mit einem Gesichtsschild werden zudem die Augen geschützt, ein unbeabsichtigtes ins Gesicht fassen oder Augen reiben wird verhindert. Anstelle des Gesichtsschildes schützen selbstverständlich auch Schutzbrillen die Augen vor Spritzern.

    Von den Anforderungen des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards kann allerdings der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung abweichen, wenn die gleiche Sicherheit auf andere Weise hergestellt werden kann. Ob Gesichtsschilde in Kombination mit weiteren Maßnahmen gegenüber den Mund-Nase-Bedeckungen eine gleichwertige Maßnahme zu den Mund-Nase-Bedeckungen sein können, muss dann entsprechend beurteilt und entschieden werden. Die branchenspezifischen Hilfestellungen der gesetzlichen Unfallversicherungsträger sind hierbei zu berücksichtigen.

    Robert-Koch-Institut - Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 – Infektionsschutzmaßnahmen - Ist der Einsatz von Visieren anstatt einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum sinnvoll?

    Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin - Antworten zur Verwendung von Schutzmasken und weiterer Schutzausrüstung - Was ist bei Gesichtsvisieren gegen SARS-CoV-2 zu beachten?