Neuartiges Coronavirus 2019-nCoV

Stand: 10. Februar 2020

Von China ausgehend breitet sich derzeit ein neuartiges Coronavirus aus. Die Millionenmetropole Wuhan in der Provinz Hubei ist Zentrum des Ausbruchs.

Erreger

Coronaviren (CoV) können beim Menschen Krankheiten verursachen, die von leichteren Erkältungskrankheiten bis hin zu schwereren Krankheiten wie Middle East Respiratory Syndrome (MERS) und Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS) reichen. Bisher zeigten 7 Coronaviren ein humanpathogenes Potenzial. Das Coronavirus 2019-nCoV ist ein neues Virus, das bisher beim Menschen nicht nachgewiesen wurde.

Symptomatik

Infektionen des Menschen mit Coronaviren verlaufen meist mild und asymptomatisch. Es können auch Atemwegserkrankungen mit Fieber, Husten, Atemnot und Atembeschwerden auftreten. In schwereren Fällen kann eine Infektion eine Lungenentzündung, ein schweres akutes respiratorisches Syndrom, ein Nierenversagen und sogar den Tod verursachen, meist bei Personen, deren Immunsystem geschwächt ist.

Verlauf des Ausbruchs

Am 31. Dezember 2019 wurde das WHO-Landesbüro in China über eine Häufung von Lungenentzündungen in Wuhan informiert. Die chinesischen Behörden haben am 7. Januar 2020 das neuartige Coronavirus 2019-nCoV als Ursache der Erkrankung identifiziert. Das Virus gehört wie das SARS-Virus zu den beta-Coronaviren. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist inzwischen wissenschaftlich gesichert. Aktuell steigen die Fallzahlen an. Es sind (Stand 9. Februar 2020 Situationsbericht der WHO) bisher in China 37251 bestätigte Fälle aufgetreten, davon 6188 mit schwerem Verlauf und 812 Todesfälle, überwiegend bei älteren Personen mit vorliegenden Grunderkrankungen. Die Letalitätsberechnung schwankt derzeit um 2%. Diese Zahl ist aufgrund der unklaren Anzahl der tatsächlich Erkrankten jedoch nur begrenzt aussagekräftig.

Außerhalb von China sind bisher insgesamt 132 Fälle bestätigt, insbesondere in Ländern mit hohem Reiseaufkommen von und nach China. In Europa (Stand 1. Februar 2020) sind bisher 22 Fälle aufgetreten. In Deutschland wurden bei bisher 10 Betroffenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt, bisher alle mit mildem Verlauf.

Einschätzung der WHO

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 30.Januar 2020 festgestellt, dass es sich beim aktuellen Ausbruch durch das neuartige Coronavirus 2019-nCoV in China um eine "Gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite" (PHEIC) handelt. Die WHO hat dabei für die betroffenen und die angrenzenden Staaten eine Reihe von Empfehlungen zur Eindämmung und Kontrolle des Ausbruchsgeschehens ausgesprochen. Für Deutschland hat die Einstufung keine direkten Folgen, da die WHO-Empfehlungen hier bereits erfüllt sind.

Reisehinweise für China

Die chinesischen Behörden haben seit 23. Januar 2020 Reisebeschränkungen für Wuhan und andere Städte der Provinz Hubei erlassen. Eine Ausreise mit Zug, Flug, Bus oder Fähre ist derzeit nicht möglich. Auch andere Provinzen Chinas haben Einschränkungen der Reise- und Bewegungsfreiheit unterschiedlichen Ausmaßes verhängt. Davon kann zunehmend auch der Fernreiseverkehr betroffen sein. Allgemein ist derzeit mit erheblichen Einschränkungen der Mobilität innerhalb Chinas zu rechnen.

Bei Ein- und Ausreise sind Fieberkontrollen möglich; bei Symptomen ist mit Quarantänemaßnahmen zu rechnen.

in das übrige Staatsgebiet der Volksrepublik China mit Ausnahme der Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao wird bis auf weiteres abgeraten.

Sofern Sie sich in China aufhalten, empfiehlt das Auswärtige Amt, sich an die Anweisungen der lokalen Sicherheitskräfte und in Anbetracht der zunehmenden Einschränkungen die vorübergehende bzw. vorzeitige Ausreise zu erwägen.

Außerdem hat das Auswärtige Amt eine Krisenvorsorgeliste erstellt und empfiehlt sich dort eintragen zu lassen. Im Bedarfsfall ist dann eine schnelle und effektive konsularische Unterstützung vor Ort möglich.

Die Bundesregierung hat inzwischen alle ausreisewilligen Bundesbürger aus dem Epidemiegebiet ausgeflogen.

Ein Merkblatt des Auswärtigen Amtes finden Sie hier.

Lage in Deutschland

Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts muss mit einem Import von einzelnen Fällen nach Deutschland gerechnet werden. Auch einzelne Übertragungen in Deutschland werden als möglich. erachtet. Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung aus China wird derzeit als gering eingeschätzt.

Schutz der Allgemeinbevölkerung und Verhalten im Verdachtsfall

Es gelten die gleichen Hygieneregeln wie allgemein zum Schutz vor luftübertragbaren Infektionskrankheiten wie z.B. Influenza:

  • Händeschütteln vermeiden
  • Regelmäßiges und gründliches Hände waschen
  • Hände aus dem Gesicht fernhalten
  • Husten und Niesen in ein Taschentuch oder in die Armbeuge
  • Im Krankheitsfall Abstand halten
  • Geschlossene Räume regelmäßig lüften

Durch diese einfachen Maßnahmen verringert sich die Ansteckungsgefahr von Infektionskrankheiten bzw. die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung erheblich.

Berufsbedingte Kontakte und Schutzmaßnahmen

Berufsbedingte Kontakte mit 2019-nCoV können durch Kontakt mit infizierten Patienten in der Arztpraxis, im Krankenhaus oder beim Transport von infizierten Patienten z. B. im Flugzeug und im Krankenwagen stattfinden. Weiterhin kann ein berufsbedingter Kontakt in Laboratorien erfolgen, in denen Verdachtsproben auf Erreger untersucht werden.

Für Beschäftigte, die durch ihre berufliche Tätigkeit mit 2019-nCoV in Kontakt kommen können, gelten die BioStoffV und die einschlägigen Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA). Nach derzeitigem Stand der Erkenntnisse reichen die dort beschriebenen Maßnahmen aus.

Die TRBA 250 und TRBA 100 regeln Maßnahmen zum Schutz Beschäftigter vor Infektionen im Gesundheitswesen und der Wohlfahrtspflege sowie in Laboratorien.

Ergänzend zur TRBA 250 enthält der ABAS-Beschluss 609 Maßnahmen "beim Auftreten einer nicht ausreichend impfpräventablen humanen Influenza", die sich analog auf den Umgang mit 2019-nCoV übertragen lassen.

Der ABAS wird in Kürze die Einstufung des 2019-nCoV in eine Risikogruppe auf der Grundlage aktueller epidemiologischer Daten vornehmen.