MEGAPHYS - Mehrstufige Gefährdungsanalyse physischer Belastungen am Arbeitsplatz

Gefährdungsbeurteilungen physischer Belastungen

Tabellarische Darstellung

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Ebenen der Gefährdungsbeurteilung physischer Belastungen
Bild: IFA

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und die DGUV haben eine Kooperation zur Weiterentwicklung der Gefährdungsbeurteilungen bei physischen Belastungen beschlossen. Ziel des gemeinsamen Forschungsvorhabens ist die Entwicklung eines umfassenden Methodeninventars zur Durchführung der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung bei physischen Belastungen durch manuelle Lastenhandhabung, repetitive Arbeitsprozesse, kraftbetonte Tätigkeiten, Zwangshaltungen und bewegungsintensive Tätigkeiten sowie kombinierte Belastungen bei Mischarbeit. Das Forschungsprojekt soll insbesondere wissenschaftlich fundierte Bewertungsmaßstäbe herausarbeiten und ein abgestimmtes Methodeninventar mit verschiedenen Differenzierungsstufen der Gefährdungsbeurteilung (Spezielles Screening, Experten-Screening, Messtechnische Analyse) entwickeln. Dazu kooperieren Experten aus den Bereichen Arbeitswissenschaft, Arbeitsmedizin, Biomechanik, Ergonomie und Arbeitsphysiologie.

Das Gemeinschaftsvorhaben gliedert sich in sieben Arbeitspakete (AP): Als Grundlage der Untersuchungen dienen eine eingehende Literaturrecherche zu vorhandenen Analyse-, Bewertungs- und Beurteilungsverfahren (AP 1) sowie eine Zustandsanalyse des Vorkommens physischer Belastungen in der Arbeitswelt (AP 2). Darauf aufbauend sollen Vorentwürfe für Bewertungsmodelle abgeleitet werden (AP 3) zu unterschiedlichen Risikofaktoren (beispielsweise Heben, Tragen, Ziehen oder Schieben von Lasten, Repetition, Kraftaufwendung), Zielorganen (beispielsweise Rücken, obere und untere Extremitäten), Zielgruppen (beispielsweise Unternehmerinnen und Unternehmer, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler) und Komplexitätsgraden (beispielsweise einfaches Screening, messtechnische Analyse). Nach Erprobung der Methoden-Vorentwürfe in der betrieblichen Praxis durch verschiedene Anwendergruppen (beispielsweise Sicherheitsfachkraft, Meister; AP 4) sollen sie verbessert und in ca. 50 Unternehmen zur iterativen Evaluation angewendet werden (AP 5). Als Ergebnis dieses Arbeitspakets wird ein komplettes Methodeninventar für alle Bewertungsebenen angestrebt, das anhand der Ergebnisse von weiteren Praxiseinsätzen der Screening-Verfahren und parallel durchgeführten Messungen gegebenenfalls in einzelnen Faktoren revidiert und nachevaluiert werden kann (AP 6). Abschließend sollen die Ergebnisse zusammengefasst, dokumentiert und gewertet werden (AP 7).

Das IFA ist bis auf AP 2 an allen Arbeitspaketen maßgeblich beteiligt und wird zusammen mit der BAuA die Organisation des Projekts und die Koordination der Forschungspartner übernehmen. Der Fokus der Methodenentwicklung wird für das IFA insbesondere im Bereich der messtechnischen Analyse liegen: Geplant sind ca. 120 betriebliche Messungen, die unter anderem Messungen von Körperhaltungen und -bewegungen (CUELA-System), Muskelaktivität (Elektromyographie, EMG) und Kraftaufwand (Kraftgriffe) umfassen sowie die Entwicklung von standardisierten Messprotokollen für die untersuchten Messparameter.

Ein Abschluss des Forschungsprojekts wird für 2017 erwartet.


Projektpartner:

  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Berlin
  • Institut für Arbeitsmedizin, Sicherheitstechnik und Ergonomie (ASER), Wuppertal
  • Institut für Arbeitswissenschaft der Technischen Universität Darmstadt (IAD)
  • Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo)
  • ARBMEDERGO, Hamburg

Kontakt

Dr. Sport. Wiss. Britta Weber

Stabsstelle Gestaltung neuer Arbeitsformen

Tel: 02241 231-2722
Fax: 02241 231-2234