Berufskrankheiten

Einleitung

Manche beruflichen Tätigkeiten bergen spezifische Risiken für die Gesundheit der Beschäftigten. In der Bäckerei kann das zum Beispiel der Mehlstaub sein, im Friseurhandwerk der Umgang mit Wasser und Chemikalien, beim Fliesenlegen die häufige Arbeit im Knien.

Nach dem deutschen Zivilrecht müsste grundsätzlich der Arbeitgeber für gesundheitliche Schäden haften, die seine Beschäftigten durch ihre Tätigkeit erleiden. Diese Haftung übernimmt in Deutschland die gesetzliche Unfallversicherung als Teil der Sozialversicherung. Im Gegenzug finanzieren allein die Arbeitgeber die gesetzliche Unfallversicherung.

Zentrale Aufgabe der gesetzlichen Unfallversicherung ist es, "mit allen geeigneten Mitteln" Arbeitsunfälle, berufsbedingte Erkrankungen und Berufskrankheiten durch geeignete Präventionsmaßnahmen zu verhindern. Bei Berufskrankheiten heißt das zum Beispiel: Für Hauterkrankungen, die häufigsten Berufskrankheiten, gibt es ein spezielles Hautarztverfahren. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen bieten den betroffenen Versicherten Hautschutzseminare oder stationäre Behandlungen an. Ziel ist es immer, die Arbeitsfähigkeit der Menschen zu erhalten.

Aber nicht in allen Fällen können präventive Maßnahmen greifen. Oft liegt die Exposition, die Ursache der Beschwerden ist, lange zurück. In Fällen einer anerkannten Berufskrankheit trägt die gesetzliche Unfallversicherung die Kosten der Heilbehandlung sowie gegebenenfalls der beruflichen Wiedereingliederung und zahlt den Versicherten für bleibende Gesundheitsschäden eine Rente bzw. im Todesfalle Hinterbliebenenrenten an die Angehörigen.

Diese Lösung bietet Vorteile für beide Seiten: Die Versicherten erhalten eine Entschädigung unabhängig von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bzw. der Existenz des Arbeitgebers. Die Entschädigung ist also auch bei Erkrankungen mit langen Latenzzeiten sicher. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer erhalten Rechtssicherheit.