Automatische Zugangsabsicherung von Tiergehegen der Sicherheitsstufe III in Zoos

Projekt-Nr. IFA 5131

Status:

laufend

Zielsetzung:

In der Vergangenheit hat es tödliche Unfälle in verschiedenen Zoos beim Umgang mit Tigern gegeben. Gehege der Sicherheitsstufe III sind baulich so gestaltet, dass ein unbeabsichtigter Kontakt zu besonders gefährlichen Tieren (z. B. Menschenaffen, Großbären, Tigern und andere Großkatzen, Fleckenhyänen) verhindert werden kann. Jedoch hängt die Sicherheit bezüglich des Zugangs in gefährdete Bereiche allein von organisatorischen Maßnahmen ab. Dies bedeutet, dass sich das Personal vor dem Zugang zu einem Gehege vergewissern muss, dass dieser gefahrlos möglich ist. Hierbei sind besonders folgende Schwachpunkte identifiziert worden: Unübersichtliche oder großflächige Gehege, eine große Anzahl von Tieren (z. B. im Menschenaffen-Revier), Psychische Belastung des Mitarbeiters, z. B. Monotonie, Arbeitsdruck, traumatische Ereignisse, Organisation (z. B. unklare Absprachen oder zu viele Personen mit Zugangsmöglichkeit). Diese Faktoren können dazu führen, dass das Personal die Situation falsch einschätzt und somit Fehler begünstigt werden, die im schlimmsten Fall tödlich enden können.

Ziel ist es, eine Zugangsüberwachung zu realisieren, die automatisch arbeitet und dem Personal einen Zutritt nur gestattet, wenn das Gehege gefahrlos betreten werden kann. Hierzu sollen sichere Sensoren (z. B. Einsatz von RFID) ausgewählt und kombiniert werden (Sensorfusion) sowie mit einer sicheren Steuerung der sichere Zugang freigegeben werden.

Aktivitäten/Methoden:

In der ersten Phase werden Arbeitsabläufe, Umgebungsbedingungen und Tierverhalten bezüglich der Eignung von unterschiedlichen Technologien untersucht. Anschließend findet eine Recherche statt, ob mit den derzeit bestehenden technischen Lösungen auf dem Markt das o. g. Ziel realisiert werden kann. Hierzu zählt unter anderem auch eine Marktrecherche für geeignete Sensoren. Des Weiteren wird geprüft, inwiefern Standardsensoren ertüchtigt werden können, um im harten Zooeinsatz sicher eingesetzt werden zu können.

Eine weitere Idee ist die Überwachung der Teilbereiche des Geheges mittels einer automatischen Bereichsüberwachung. Hinzu kommt die Überwachung und Verriegelung der Schieber und Türen des Geheges durch die Steuerung. Im Anschluss an Labor- und Feldversuche des IFA in Kooperation mit der VBG (Sachgebiet Straße, Gewässer, Forsten, Tierhaltung) sollen verschiedene Zoos im realen Betrieb, die Tauglichkeit der Ergebnisse evaluieren.

Stand:

29.09.2014

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • VBG (Verwaltungs-Berufsgenossenschaft)
Branche(n):

Verwaltungen

Gefährdungsart(en):

-Verschiedenes-, Mechanische Gefährdungen, ungünstige Arbeitsumgebung

Schlagworte:

Arbeitsunfall, Unfallverhütung

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Haltung von Wildtieren, tödliche Unfälle in Tiergehegen, Menschenaffen, Großbären, Tiger und andere Großkatzen, Fleckenhyänen

Kontakt