Gepoolte Analyse europäischer Fall-Kontroll-Studien zur Untersuchung der Synkanzerogenese von beruflichen Karzinogenen bei der Entwicklung von Lungenkrebs

Projekt-Nr. FF-FP 0271

Status:

laufend

Zielsetzung:

Für die Entschädigung von beruflich verursachten Krebserkrankungen werden die beruflichen Expositionen im Rahmen des Berufskrankheitenverfahrens meist nur monokausal bewertet. Dabei wird für jeden Stoff einzeln geprüft, ob er als mögliche Ursache für die Krebserkrankung in Frage kommt. An vielen Arbeitsplätzen findet man jedoch Mischexpositionen wie beispielsweise Asbest und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Quarz und Strahlung oder Chrom und Nickel. Inwieweit Gefahrstoffe bei der Krebsentstehung zusammenwirken, ist bisher nur unzureichend untersucht.
Das Ziel des vorliegenden Forschungsvorhabens "SYNERGY" ist die Untersuchung des Zusammenwirkens von fünf ausgewählten beruflichen Karzinogenen und Tabakrauch in der Entstehung von Lungenkrebs. Die Ergebnisse sollen den Nachweis für die Schaffung fairer Ausgleichsregelungen für beruflichen Lungenkrebs und effizientere Maßnahmen zur Verhütung berufsbedingtem Lungenkrebs erbringen.
Fall-Kontroll-Studien, die Daten über berufliche Expositionen (lebenslang) sowie das detaillierte Rauchverhalten beinhalten, werden in die Synergy-Studie eingeschlossen.

Aktivitäten/Methoden:

Das Projekt ist in drei wissenschaftliche Arbeitspakete aufgeteilt. Arbeitspaket 1 fokussiert die Zusammenführung der Daten für die Synergy-Studie. Derzeit werden elf Fall-Kontrollstudien zusammengeführt: Kanada (1), Frankreich (2), Deutschland (2), Italien (3), Schweden (1), Niederlande (1), sowie eine IARC Multi-Center Studie in Mittel-und Osteuropa und Großbritannien (1)
Das Ziel von Arbeitspaket 2 ist die Entwicklung einer Job-Expositions-Matrix (JEM) auf der Basis von AP1 sowie fünf ausgewählten Stoffen (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAH), Asbest, kristallines Siliziumdioxid, Chrom, Nickel). Die JEM ermöglicht für die Berufsbiographien eine quantitative Abschätzung der Exposition gegenüber den ausgewählten Gefahrstoffen. Für die Untersuchung der Kombinationswirkungen sollen verschiedene Expositionsmetriken (kumulative Maße, mittlere Konzentrationen oder Spitzenbelastungen) und Modelle unter Einbeziehung von Rauchen und verschiedenen Latenzzeiten betrachtet werden.
Arbeitspaket 3 umfasst die statistische Analyse und Risikoabschätzung für die ausgewählten Stoffe. Die administrative Koordination der Synergy-Studie wird durch das IARC durchgeführt.

Stand:

24.06.2011

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung - Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA)
  • IARC International Agency for Research on Cancer, Lyon, Frankreich (Projektleitung)
  • Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS), Bremen
  • Clinica del Lavoro L. Devoto, Mailand
  • Department of Human Oncology and Center for Oncologic Prevention, Turin, Italien
  • Helmholtz-Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, Neuherberg
  • Institute for Risk Assessment Sciences (IRAS), Utrecht, Niederlande
  • Institut für Gefahrstoff-Forschung (IGF), Bochum
  • Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (IMIBE), Essen
  • Karolinska Institutet (KI), Stockholm, Schweden
  • National Cancer Institute (NCI), Maryland, USA
  • Centre de recherche du CHUM, Université de Montréal, Kanada
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Arbeitsbedingte Erkrankungen, Gefahrstoffe

Schlagworte:

Berufskrankheit, Krebserregende Stoffe, Prävention

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Statistische Analyse, Kombinationswirkung von Kanzerogenen, Entstehung von Lungenkrebs, Asbest, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Quarz, Strahlung, Arsen, Chrom, Nickel

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