iga.Studie: Training hilft Rettungssanitäterinnen und -sanitätern bei der Verarbeitung ihrer Erlebnisse

Steigerung der "emotionalen Kompetenz" bereits für Azubis sinnvoll

12.12.2018

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Rettungskräfte haben einen belastenden Arbeitsalltag, dazu gehört auch der Umgang mit aggressiven Patienten. (© Wolfgang Bellwinkel / DGUV)

Notfallsanitäterinnen und -sanitäter sind bei ihrer Arbeit täglich mit belastenden Erfahrungen wie Tod und Verletzung konfrontiert. Ein spezielles "Training emotionaler Kompetenzen" (TEK) kann ihnen dabei helfen, die Erlebnisse zu verarbeiten und ihr psychisches Wohlbefinden zu verbessern. Das zeigt eine Studie der Initiative Arbeit und Gesundheit (iga). Untersucht wurde insbesondere, ob das TEK auch für die Ausbildung geeignet ist.

TEK fördert den Umgang mit Emotionen wie Angst, Trauer oder Wut. Dafür werden Methoden und Konzepte aus unterschiedlichen psychotherapeutischen Richtungen genutzt. Das Trainingsprogramm wurde bereits erfolgreich bei Polizeikräften, Lehrkräften und Beschäftigten in der Alterspflege eingesetzt.

Um zu prüfen, ob das TEK auch im Rahmen einer Ausbildung im Rettungsdienst geeignet ist, nahmen neben 50 erfahrenen Rettungskräften an der iga-Studie 90 Auszubildende zum Notfallsanitäter von der Landesrettungsschule des DRK Bildungswerks Sachsen teil.

Die Ergebnisse belegen die Wirksamkeit des Trainings emotionaler Kompetenzen. So berichteten die Auszubildenden der TEK-Gruppe im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die (noch) nicht am Training teilgenommen hatte, von einer - statistisch bedeutsamen - Erhöhung der Kompetenzen der Emotionsregulation durch TEK. Die Gruppenvergleiche zeigten auch, dass in der TEK-Gruppe die emotionale Erschöpfung und der Zynismus nicht anstiegen, in der Kontrollgruppe hingegen schon. Das könnte auf einen Schutzmechanismus hinweisen, der durch die im TEK-Training vermittelten emotionalen Kompetenzen ausgeübt wird.

"Die vorliegende Untersuchung hat bestätigt, dass das TEK auch geeignet ist, um in der Ausbildung des Rettungsdienstes eingesetzt zu werden. Es unterstützt die Beschäftigten langfristig in ihrer stark belastenden beruflichen Praxis", resümieren Prof. Dr. Gabriele Buruck und Dr. Denise Dörfel. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit der TU Dresden, Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie durchgeführt.

Aufgrund der guten Ergebnisse empfiehlt die iga, das TEK in die Ausbildungscurricula der Rettungssanitäter aufzunehmen. Über eine Integration in andere personenbezogene Dienstleistungsberufe wie in der Erziehung oder Heilerziehungspflege sei ebenso nachzudenken.

Die Studie ist im iga.Report 37 erschienen. Der Report ist online abrufbar unter www.iga-info.de.

Initiative Gesundheit und Arbeit

In der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) arbeiten gesetzliche Kranken- und Unfallversicherung zusammen. Ziel der Initiative ist es, arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren durch Arbeitsschutz und betriebliche Gesundheitsförderung vorzubeugen. iga ist eine Kooperation von BKK Dachverband e. V., der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), dem AOK-Bundesverband und dem Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek).

www.iga-info.de

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