Wirkung und Bewertung von Gerüchen an Innenraumarbeitsplätzen

Projekt-Nr. IFA 3144

Status:

laufend

Zielsetzung:

Häufig geben Gerüche in Innenräumen Anlass zu Beanstandungen und lösen bei den Beschäftigten Besorgnis über ihre Gesundheit aus. Messungen von Schadstoffen in der Raumluft und deren Bewertung anhand von Richt- und Referenzwerten sind bei Beschwerden zu Gerüchen oft nicht zielführend, weil zahlreiche Geruchsstoffe z. B. analytisch nicht erfasst werden können.

Mithilfe einer Befragung in Büroräumen ohne bekannte Innenraumprobleme und Innenraumluftmessungen sollen zum einen Vergleichswerte für Büroräume ohne Innenraumprobleme ermittelt und zum anderen Korrelationen zwischen geäußerten gesundheitlichen Beschwerden und einer tatsächlich vorhandenen Schadstoffbelastung gezogen werden.

Die ermittelten Vergleichswerte sollen helfen, bei auftretenden Geruchsbeschwerden zu beurteilen, ob die Beschwerdehäufigkeit ungewöhnlich hoch ist oder innerhalb der normalen Hintergrundprävalenz liegt. Diese Vergleichswerte können die Vorgehensempfehlung des Reports "Innenraumarbeitsplätze - Vorgehensempfehlung für die Ermittlungen zum Arbeitsumfeld" ergänzen. So kann ein einheitliches Vorgehensweise der UV-Träger bei der Ermittlung und Beurteilung von Beschwerden und der Wirksamkeit von durchgeführten Maßnahmen an Innenraumarbeitsplätzen bzgl. der Innenraumluftqualität ermöglicht werden. Gleichzeitig soll durch die im Projekt durchgeführten Messungen von Flüchtigen Organischen Verbindungen (VOC) und Aldehyden die neue Messstrategie des MGU (Messprogramm 9124 - Innenraummessungen gemäß Messstrategie für Büroarbeitsplätze) weiter optimiert werden.

Das Projekt wird gemeinsam von IFA und IPA durchgeführt.

Aktivitäten/Methoden:

Es soll ein Fragebogen zur Erhebung und Bewertung der Luftqualität an Innenraumarbeitsplätzen entwickelt, eingesetzt und ausgewertet werden. Mithilfe der Befragung in Büroräumen ohne bekannte Innenraumprobleme sollen die Häufigkeit von Beschwerden über das Raumklima, gesundheitlichen Beschwerden und Angaben zur Geruchswahrnehmung und -belästigung ermittelt werden. Parallel zu den Befragungen sollen Messungen von VOC, Aldehyden und CO2 sowie Messungen von Lufttemperatur und -feuchte durchgeführt werden, um festzustellen, ob Beeinträchtigungen durch ungünstige Klimaverhältnisse oder Schadstoffbelastungen in der Raumluft der Büroarbeitsplätze vorliegen.

Die Messungen erfolgen entsprechend der Handlungsanleitung zum Messprogramm 9124 "Innenraummessungen gemäß Messstrategie für Büroarbeitsplätze". Die VOC- und Aldehyd-Messungen erfolgen sowohl unter Ausgleichs- als auch Nutzungsbedingungen.

Im Rahmen dieses Projektes sollen zunächst nur Büroarbeitsplätze untersucht werden, wobei verschiedene Typen von Büroräumen mit unterschiedlicher Belegungszahl (z. B. Zwei-Personen-Büro, Großraumbüro, Neubau, Altbestand) berücksichtigt werden.

Projektzeitplan:

2016 sollen in einem Pretest im IPA der Fragebogen und die Durchführbarkeit der Befragungen geprüft werden. Anschließend sollen in einer internen Vorstudie in Büroräumen an verschiedenen DGUV-Standorten ca. 100 Fragebögen verteilt und dort gleichzeitig Innenraummessungen durchgeführt werden.

2017 sollen in der Hauptstudie insgesamt 500-1000 Beschäftigte in Büroräumen von Mitgliedsbetrieben der UV-Träger befragt werden mit gleichzeitig durchgeführten Innenraummessungen.

Stand:

20.02.2017

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
  • Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung - Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA)
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren

Schlagworte:

Gesundheitliche Beeinträchtigungen und Störungen, Innenräume

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Innenraumarbeitsplätze, Vergleichswerte, Gerüche, Luftqualität, gesundheitliche Beschwerden

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