Follow-Up-Untersuchung zur Analyse von Nadelstichverletzungen (NSV) bei Studierenden der Humanmedizin unter Berücksichtigung der Vorschriften der TRBA 250

Projekt-Nr. FF-FP 0287

Status:

laufend

Zielsetzung:

Systematische Erhebungen während des klinischen Studienabschnitts der Humanmedizin in Düsseldorf sollen zunächst eine Bestandsaufnahme liefern, wie häufig/bei welchen Tätigkeiten es bei den Studierenden zu Nadelstichverletzungen (NSV) kommt. Im Weiteren sollen die Erfolge, die durch die Verwendung stichsicherer Instrumente erzielt wurden, bewertet werden. Vorschläge für weitere Präventionsmöglichkeiten sowie Schulungsmaßnahmen sollen erarbeitet werden. U. a. wird im Rahmen des Projektes ein Schulungsvideo incl. Schulungsfolien für den medizinischen Bereich erstellt. Diese didaktisch aufbereiteten Materialien sollen von den Studierenden bewertet werden.

Aktivitäten/Methoden:

Studierende der Humanmedizin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf werden zu verschiedenen Zeitpunkten während des klinischen Abschnitts detailliert über eventuelle Nadelstichverletzungen und andere tätigkeitsassoziierte Verletzungen befragt. Hierzu wird ein spezielles Erhebungsinstrument erstellt, mit dem etwaige NSV-Ereignisse dokumentiert werden. Die erhobenen Daten sollen möglichst kompatibel zur bereits bestehenden bundesweiten Datenbank EPINet (Datenbank bei der Uni Wuppertal) sein und eine Ergänzung des Datensatzes ermöglichen, da Exposure Prevention Information Network (EPINet) bisher keine Informationen zu Studierenden enthält.

Die erste Befragung erfolgt zu Beginn des klinischen Abschnitts im Rahmen der obligatorischen Arbeitsschutzunterweisung durch das Institut für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin. Die zweite Befragung findet gegen Ende des klinischen Studienabschnitts (KA), wenn die Studierenden das Blockpraktikum "Arbeits­medizin und Sozialmedizin" besuchen (5. oder 6. klinisches Semester). Die Teilnahme ist hier ebenfalls ver­pflich­tend. Somit ist es möglich, den kompletten Studienjahrgang als Kohorte zu beobachten und die Häufigkeit von Nadelstichverletzungen bei Studierenden der Humanmedizin zu erfassen (Gruppen 1-3, n ~ 400, Schätzung von Prävalenz und Inzidenz).

Ergänzend dazu werden im Untersuchungszeitraum auch diejenigen Studie­renden befragt, welche im Block E/F (letztes klinisches Studienjahr) bereits klinische Erfahrungen gesammelt haben, von denen aber keine systematische Grunderhebung vorliegt (Gruppen 4-7, n ~ 500, Schätzung der Prävalenz).

Zusätzlich zu den Befragungen werden im Rahmen des Blockpraktikums "Arbeitsmedizin und Sozialmedizin", welches am Ende des klinischen Abschnitts stattfindet, moderierte Gesprächszirkel zum Thema "Gesundheitsgefahren während der Ausbildung" etabliert. In diesen Foren werden technische, psychologische, soziale und andere Ursachen für mögliche Gefährdungen dokumentiert und mögliche Lösungsansätze erarbeitet.

Beobachtungen und Erfahrungen der Ausbilder in den beteiligten Praxen und Kliniken bilden eine dritte Datensäule. Diese Informationen werden im Rahmen von Interviews und Beobachtungsprotokollen erhoben.

Stand:

26.03.2010

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Branche(n):

Gesundheitswesen

Gefährdungsart(en):

Biologische Arbeitsstoffe

Schlagworte:

Prävention, Gerätesicherheit, Qualifizierung, Ausbildung, Didaktik etc.

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Nadelstichverletzungen (NSV), Humanmedizin, TRBA 250