Projekte zu elektromagnetischen Feldern am Arbeitsplatz

Elektromagnetische Felder an handgeführten Punktschweißzangen (BGIA-Report 2/2009)

Im hier beschriebenen Projekt wurde die Exposition bei Tätigkeiten mit handgeführten Punktschweißzangen mit separaten 50-Hz-Wechselstromquellen erstmals nicht nur anhand von Ergebnissen aus Arbeitsplatzmessungen, sondern auch mit berechneten Körperstromdichten beurteilt. Für häufige Arbeitssituationen wurden in einer dreidimensionalen Feldsimulation Körperstromdichten in mehreren Körperschichten berechnet, visualisiert und anschließend bewertet.

IFA-Projekt 4182: Störbeeinflussung von aktiven Implantaten durch elektrische und magnetische Felder an Elektrohandwerkzeugen

Bevor Personen mit aktiven Implantaten wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren können, muss überprüft werden, ob die Funktion ihrer Implantate aufgrund elektrischer, magnetischer oder elektromagnetischer Felder beim Arbeiten gestört werden kann. Bei vielen Tätigkeiten wird dies als unkritisch angesehen. Dies gilt jedoch nicht, wenn mit handgeführten Elektrowerkzeugen wie Handbohrmaschinen, Handkreissägen, Stichsägen und/oder Handoberfräsen zu arbeiten ist. Hierfür wird daher die Einhaltung von Sicherheitsabständen von bis zu 40 cm empfohlen. Die Praxis zeigt, dass die Einhaltung so großer Abstände nicht praktikabel ist.

In dem Projekt sollte systematisch untersucht werden, wie hoch die emittierten Felder an handgeführten Elektrowerkzeugen in Abhängigkeit von der Stromversorgung (Netzanschluss, Akkubetrieb) sind und welche Auswirkungen diese auf die Beeinflussbarkeit von Implantaten im Körper haben. Die am Eingang eines Implantates induzierten Störspannungen sollten mit einem Rechenmodell berechnet werden, das ein Körpermodell mit anatomisch angeordneten Gewebestrukturen enthält. Ziel war es, aus den Ergebnissen praxisgerechte Schutzmaßnahmen für Implantatträger bei Arbeiten mit handgeführten Elektrowerkzeugen abzuleiten.

IFA-Projekt 4183: Elektromagnetische Felder an Mittelfrequenz-/Inverter-Punktschweißzangen (IFA Report 4/2013)

Im Rahmen des Projektes "Elektromagnetische Felder an handgeführten Mittelfrequenz-/Inverter-Punktschweißzangen" wurde an Schweißzangen mit Zangenfenster unterschiedlicher Bauform und Größe die Verteilung des magnetischen Feldes und die Wirkungen dieses Feldes in einem Körpermodell berechnet und visualisiert. Die Ergebnisse wurden für ausgewählte Körperschichten (Rumpf, Hals, Kopf) visualisiert und mit den Werten der Guidelines der International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP) für niederfrequente magnetische Felder verglichen und bewertet.

IFA-Projekt 4211: Beurteilung möglicher Störbeeinflussungen von Herzschrittmachern und CRT (Geräten zur kardialen Resynchronisatinstherapie) durch hochfrequente elektromagnetische Felder

Im Rahmen des Projekts wurde die Exposition von Personen mit einem Herzschrittmacher oder Defibrillator im Nahfeld eines hochfrequenten elektromagnetischen Feldes (f > 16,9 MHz) untersucht. Die am Implantateingang induzierten elektrischen Spannungen wurden über Feldsimulationsrechnungen unter Verwendung eines digitalen Körpermodells mit Implantat für verschiedene Expositionsszenarien bestimmt. Daran anschließend wurde eine Möglichkeit abgeleitet, wie anhand der im Nahfeld der Antenne gemessenen Leistungsdichte die am Implantateingang erzeugte Spannung abgeschätzt werden kann. Dabei wurden auch die Auslöseschwellen für die mittlere Leistungsdichte gemäß der Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch elektromagnetische Felder (EMFV), Tabelle A3.4, in die Betrachtungen miteinbezogen.

Störbeeinflussung von kardialen Implantaten durch elektromagnetische Felder von Warensicherungssystemen

Im Auftrag der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) wurde die mögliche Störbeeinflussung von aktiven Implantaten (im Speziellen Herzschrittmacher und Implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren, ICD) durch im Einzelhandel eingesetzte Warensicherungssysteme (Radio-frequency identification-Systeme, RFID-Systeme) untersucht. Mehrere Betriebsmessungen dienten dazu, die Exposition der Beschäftigten zu erfassen. Dabei wurden RFID-Systeme mit Arbeitsfrequenzen sowohl im niederfrequenten, als auch im hochfrequenten Bereich betrachtet. Neben einer Expositionsbewertung für alle Beschäftigten gemäß DGUV Vorschrift 15 erfolgte zudem die Bewertung der auftretenden Felder in Hinblick auf eine mögliche Störbeeinflussung für Beschäftigte mit aktivem kardialem Implantat.

Kontakt

Dipl.-Ing. Ingo Bömmels

Fachbereich 4: Arbeitsgestaltung, Physikalische Einwirkungen

Tel: +49 30 13001-3480
Fax: +49 30 13001-38001


Dr. Carsten Alteköster

Fachbereich 4: Arbeitsgestaltung, Physikalische Einwirkungen

Tel: +49 30 13001-3481
Fax: +49 30 13001-38001


Claudine Neumann, M.Sc.

Fachbereich 4: Arbeitsgestaltung, Physikalische Einwirkungen

Tel: +49 30 13001-3482
Fax: +49 30 13001-38001