Bewertung gepulster Magnetfelder

Projekt-Nr. IFA 5158

Status:

laufend

Zielsetzung:

Von bestimmten Anlagen ausgehende niederfrequente magnetische Felder können bei Beschäftigten potenziell zu einer Reizung des Nervensystems führen. Die Festlegungen in der Arbeitsschutzverordnung zu elektromagnetischen Feldern (EMFV) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) stellen ein Schutzkonzept dar, welches eine solche Reizung verhindert. Zur Bewertung von gepulsten Feldern führt die EMFV die Methode der gewichteten Spitzenwerte (Weighted Peak Method, WPM) oder andere, dem Stand der Technik entsprechende Methoden auf. In Deutschland ist seit vielen Jahren die sogenannte Zeitbereichsmethode (ZBM) im Arbeitsschutz im Einsatz. Beide Methoden, WPM und ZBM, basieren auf leicht unterschiedlichen Annahmen über die zugrundeliegende Physiologie der Nervenreizung und liefern in manchen Fällen abweichende Bewertungen. Bei der Anwendung der Methoden kann es in solchen Situationen schwerfallen, eine fundierte und sichere Entscheidung zu treffen. Diese Problematik wird in Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) und der Berufsgenossenschaft für Holz und Metall (BGHM) bearbeitet. Es soll eine Software entwickelt werden, die bei der Nutzung der beiden Bewertungsmethoden unterstützt. Die Ergebnisse des Projektes fließen direkt in die Überarbeitung der DGUV Information 203-038 zur Bewertung von gepulsten Feldern ein.

Aktivitäten/Methoden:

In dem Projekt werden die physiologischen Grundlagen der zwei Bewertungsmethoden recherchiert, basierend auf wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Es werden Messungen an gepulsten magnetischen Felder von Schweißanlagen im Praxisalltag direkt im Betrieb durchgeführt. Dabei kommt neueste Messtechnik zum Einsatz, wobei ein eigens am IFA entwickeltes AddOn-Modul genutzt wird, um die zwei Verfahren mit hoher zeitlicher Auflösung gezielt vergleichen zu können. Anschließend werden die Ergebnisse der beiden Bewertungsmethoden analysiert und gegenübergestellt. Parallel wird ein eigenständiges Software-Tool entwickelt, das die Bewertung der gemessenen Felder erleichtert und einen direkten Vergleich der bewerteten Methoden ermöglicht. Das Tool wird in Zusammenarbeit mit Anwenderinnen und Anwendern entwickelt und dokumentiert, um die Praxistauglichkeit zu gewährleisten. Die Ergebnisse des Projektes werden direkt in die Überarbeitung der DGUV Information 203-038 einfließen, welche sich mit der Bewertung von gepulsten magnetischen Feldern befasst.

Stand:

14.07.2020

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
  • Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM)
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Strahlung

Schlagworte:

Elektromagnetische Felder, Gefährdungsbeurteilung, Strahlung

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Magnetfelder, Bewertung, Weighted Peak Method (WPM), Methode der gewichteten Spitzenwerte, Zeitbereichsmethode (ZBM), niederfrequente gepulste magnetische Felder

Kontakt

Weitere Informationen

Soyka, F.: Bewertungsverfahren für gepulste magnetische Felder im Vergleich: Teil 1 (PDF, 694 kB), Teil 2 (PDF, 979 kB). sicher ist sicher - Arbeitsschutz aktuell 71 (2020) Nr. 2 & 3