21.09.2026
Fahrerassistenzsysteme können dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden. Doch gerade in Lkw werden sie noch zu wenig genutzt und phasenweise oder sogar permanent abgeschaltet, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). Ein Beitrag in der aktuellen Arbeit & Gesundheit zeigt, warum Akzeptanz, Einweisung und klare Regeln entscheidend sind, damit die digitalen Helfer ihre Schutzwirkung entfalten können.
"Insbesondere fehlendes Vertrauen in die Technik kann dazu führen, dass Beschäftigte Systeme abschalten", sagt Christopher Frank, Experte für Verkehrssicherheit an der DGUV Akademie. Diese Skepsis ist in Sondersituationen nicht unbegründet, so der Experte. "Die digitale Assistenz stößt etwa bei der Durchfahrt durch enge Baustellen an ihre Grenzen, weil sie Markierungen oder fehlende Begrenzungen nicht immer zuverlässig erkennen kann. Doch das ist kein Grund, sie nicht zu nutzen."
Voraussetzung für die kompetente Nutzung von Fahrassistenten ist eine gute Vorbereitung. "Wer die Funktionsweise eines Systems versteht, kann auch besser einschätzen, was die Technik leisten kann – und wo ihre Grenzen liegen", sagt Frank. Ebenso wichtig sind klare betriebliche Regeln: "Unternehmen sollten in Dienstanweisungen festlegen, dass Assistenzsysteme grundsätzlich genutzt werden." Ein kurzfristiges Abschalten kann zwar in bestimmten Situationen sinnvoll sein, etwa bei besonderen Witterungsverhältnissen oder in bestimmten Baustellenbereichen. Anschließend müssen die Systeme jedoch wieder eingeschaltet werden.
KI-gestützte Fahrerassistenzsysteme schaffen mehr Sicherheit, weil sie Informationen aus Kamerabildern, Fahrzeugdaten und Abstandssensoren miteinander verknüpfen und dadurch andere Verkehrsteilnehmende sowie mögliche Gefahren früher erkennen. "Das kann im Ernstfall Leben retten", sagt Frank. Die Entscheidungen von KI-Assistenzsystemen müssen jedoch immer übersteuerbar bleiben, so wie es bislang bei anderen Assistenzsystemen schon der Fall ist. Beide unterstützen zwar, sie ersetzen aber nicht die Aufmerksamkeit und das umsichtige Verhalten der Fahrerinnen und Fahrer. "Sie tragen weiterhin die Verantwortung für die Sicherheit auf der Straße."
Mit diesem und weiteren Themen befasst sich die neue Ausgabe von Arbeit & Gesundheit.
Arbeit & Gesundheit – Das Magazin für Sicherheitsbeauftragte bietet speziell auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnittene Informationen und nützliche Tipps für den Arbeitsalltag. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen verschicken die Zeitschrift kostenfrei an die bei ihnen versicherten Unternehmen. Die Arbeit & Gesundheit gehört zu den auflagenstärksten Präventionszeitschriften der gesetzlichen Unfallversicherung und erscheint sechsmal im Jahr. Drei Beiträge jeder Ausgabe sind auch in Leichte Sprache übertragen und über die Website abrufbar.
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