ErgoKita: Ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen in Kindertageseinrichtungen

Eine Studie der Arbeitsbedingungen in Kitas soll helfen, Muskel-Skelett- Erkrankungen bei Erziehern/Erzieherinnen vorzubeugen

Am Tisch sitzende Erzieherin mit Kindern und Spielgerät

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Arbeitssituation einer Erzieherin in einer Kindertagesstätte
Bild: kate_sept2004, iStockphoto

Erzieherinnen und Erzieher erleben im Arbeitsalltag oft hohe Muskel-Skelett-Belastungen, beispielsweise durch Zwangshaltungen aufgrund von niedrigen Arbeitshöhen. Die ergonomische Arbeitsgestaltung in Kindertageseinrichtungen (Kitas) ist deshalb immer wieder Gegenstand öffentlicher Diskussionen.

Zur Erfassung des aktuellen Kenntnisstandes und zur Planung geeigneter Präventionsmaßnahmen gründete das IFA eine Expertengruppe bestehend aus Vertretern der Unfallkassen Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen, der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), des Instituts für Arbeitswissenschaft der Technischen Universität Darmstadt (IAD) sowie des Instituts für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Goethe-Universität Frankfurt (ASU).

Bei den Recherchen ergaben sich Forschungsdefizite: Untersuchungen zu Muskel-Skelett-Belastungen bei pädagogischem Personal in Kitas lagen bisher kaum vor. Zudem war nicht bekannt, wie sich die strukturellen Rahmenbedingungen (beispielsweise Anzahl und Altersverteilung der betreuten Kinder, Betreuungsschlüssel oder Ausstattung) auf die Belastungssituation auswirken. Angesichts der steigenden Zahl der zu betreuenden unter Dreijährigen wurde jedoch eine Veränderung der körperlichen Belastung angenommen, beispielsweise durch vermehrtes Heben und Tragen. Zudem waren bestehende Lösungsansätze zur Belastungsminderung, wie spezielle Tische oder Erzieher/-innenstühle, noch nicht auf ihre Wirksamkeit überprüft worden.

Vor diesem Hintergrund plante der Expertenkreis eine Erhebung der Belastungssituation in Kitas und eine Interventionsstudie zur wissenschaftlichen Evaluation von Präventionsmaßnahmen. Basierend auf der umfassenden Analyse der Arbeitssituation in neun untersuchten Kindertageseinrichtungen wurden Anfang 2013 konkrete Präventionsansätze abgeleitet. Diese bestanden sowohl aus verhältnispräventiven Maßnahmen (beispielsweise ergonomisches Mobiliar) als auch aus verhaltenspräventiven Empfehlungen (beispielsweise Durchführung von Ergonomie-Workshops für Erzieherinnen). In den Kitas mit mittlerem und hohem Interventionsbedarf wurden diese Präventionsansätze 2013 umgesetzt und die Wirksamkeit der Maßnahmen mithilfe der zuvor genutzten Methoden (u. a. standardisierte Fragebögen und physiologische Messungen) überprüft. Die Ergebnisse sind als IFA Report 2/2015 publiziert. Eine Aufbereitung der Ergebnisse in Handlungshilfen für die Praxis wird zurzeit vorbereitet.

Kontakt:

Prof. Dr. rer. nat. Rolf Ellegast

Stv. Institutsdirektor

Tel: 02241 231-2705/2706
Fax: 02241 231-2234