Asbestsanierung (DGUV Information 201-012, bisher: BGI 664)

Verfahren mit geringer Exposition gegenüber Asbest bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten

Titelseite der DGUV Information 201-012 (bisher: BGI 664)

Asbest zählt zu den besonders gefährlichen krebserzeugenden Gefahrstoffen und ist mit einem Expositionsverbot belegt. Ausgenommen sind Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten (ASI-Arbeiten) an Einrichtungen, bei denen asbesthaltige Materialien eingesetzt wurden. Die nach der Gefahrstoffverordnung erforderlichen Schutzmaßnahmen und organisatorischen Voraussetzungen für ASI-Arbeiten sind in der Technischen Regel für Gefahrstoffe TRGS 519 "Asbest; Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten" zusammengefasst. ASI-Arbeiten, die zu einem Abtrag der Oberfläche von Asbestprodukten führen, sind nur zulässig, wenn es sich um emissionsarme Verfahren handelt, die behördlich oder von den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung anerkannt sind (Anhang II Nr. 1 GefStoffV).

Unter bestimmten Voraussetzungen sind Erleichterungen bei den Schutzmaßnahmen vorgesehen, z. B. wenn es sich um ein emissionsarmes Vefahren handelt. Standardisierte Arbeitsverfahren mit einer so geringen Exposition (< 10 000 Fasern/m3) werden nach Prüfung durch den Arbeitskreis "Asbestexposition bei Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten" beim IFA in die BG-Information DGUV Information 201-012 (bisher: BGI 664) aufgenommen.

Derzeit werden alle Verfahren überprüft. Hintergrund ist die Absenkung der Akzeptanzkonzentration. Bei folgenden Verfahren wurde die Überprüfung bereits erfolgreich abgeschlossen, womit die Akzeptanzkonzentration von 10.000 F/m³ sicher eingehalten wird (Stand 09/2019): ET 1, BT 2, BT 3, BT 4, BT 11, BT 12, BT 15, BT 16, alle BT 17, alle BT 18, BT 19, BT 21, BT 22, BT 23, BT 28, BT 30 ff.

Die in dieser DGUV Information aufgeführten Verfahren sind von den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung gemäß Anhang II Nr. 1 GefStoffV anerkannt für Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten, die zu einem Abtrag der Oberfläche von Asbestprodukten führen.

Fast alle Verfahren können von Fachbetrieben angewandt werden, die über die entsprechende Sachkunde für Asbest verfügen. Für die Verfahren BT 17, BT 18 und BT 33 hat der Arbeitskreis beschlossen, einen Qualifikationsnachweis zu fordern, da die Verfahren aufgrund des Einsatzes komplexer Maschinentechnik und der Arbeitsausführung nicht ohne Weiteres von jedem Fachbetrieb ausgeführt werden können.

Anträge zur Aufnahme in die DGUV Information 201-012 sind zu richten an das

Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA)
Fachbereich 3
Alte Heerstraße 111
53757 Sankt Augustin
E-Mail:

Die DGUV Information 201-012 (bisher: BGI 664) ist in gedruckter Fassung (Stand Juli 2000) beim Carl Heymanns Verlag in Köln zu beziehen und steht hier im PDF-Format zum Download zu Verfügung. Die seit 2000 hinzugekommenen Ergänzungen und Aktualisierungen können ebenfalls abgerufen werden, siehe Auflistung oben.