Untersuchung der Auswirkungen ultra-trockener Prozessatmosphären unter Berücksichtigung von Human Factors in der Batterieproduktion

Projekt-Nr. FF-FP 0509

Status:

laufend

Zielsetzung:

Die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien und die damit verbundene Notwendigkeit effizienter Energiespeicherlösungen wird in den nächsten Jahren zu einer starken Zunahme an Arbeitsplätzen in der Batteriezellproduktion führen, die wiederum den Einsatz feuchtesensitiver Materialien erfordert. Diese müssen aus Sicherheits- und Qualitätsaspekten bei sehr niedrigen Luftfeuchten verarbeitet werden. Bisher gibt es jedoch kaum Befunde zu Auswirkungen des Arbeitens bei relativen Luftfeuchten nahe 0 % auf den Menschen.

Daher ist es übergeordnetes Ziel des Projekts, belastbare Erkenntnisse über potenzielle gesundheitliche und leistungs- und damit sicherheitsbezogene Konsequenzen der Arbeit in Trockenräumen zu erhalten, Schutzausrüstung und Maßnahmen zu testen und darauf aufbauend einen Leitfaden für Prävention und Gestaltung der Arbeit an diesen Arbeitsplätzen zu entwickeln. Konkret werden folgende Hypothesen geprüft:

Gesundheitliche Auswirkungen: Ultra-trockene Prozessatmosphären (nahe 0 % RH) führen zu spezifischen gesundheitlichen Beschwerden wie Hautirritationen, trockenen Augen oder Atemwegsproblemen, die bei Beschäftigten auftreten und die Gesundheit und Leistungsfähigkeit beeinträchtigen können.

Leistungsbezogene Konsequenzen: Ultra-trockene Prozessatmosphären (nahe 0 % RH) beeinflussen – vermittelt über gesundheitliche Beeinträchtigungen oder Unwohlsein – kognitive Fähigkeiten, was zu einer erhöhten Fehleranfälligkeit bei Tätigkeiten mit hohem Konzentrationsbedarf führt.

Aktivitäten/Methoden:

Das Projekt nutzt ein multimethodales Vorgehen entlang verschiedener Studienteile: Mit einem Review und einer Umfeldanalyse werden vorhandene (wissenschaftliche) Daten zusammengetragen: Eine deutschlandweite querschnittliche, anonyme Online-Befragung von Personen, die regelmäßig in Trockenräumen arbeiten, wird mit Schwerpunkt auf Exposition, Begleitumständen und gesundheitlichen Symptomen durchgeführt. Ein ambulantes Assessment über zehn Arbeitstage bei in Trockenräumen Tätigen wird vorgenommen, um unmittelbare und objektive medizinische Daten zu gesundheitsbezogenen Auswirkungen (vor allem Augen, Haut) der ultra-trockenen Arbeitsumgebung zu erfassen. Eine experimentelle Cross-over-Studie, bei der Teilnehmende jeweils in drei verschiedenen Luftfeuchtigkeitsbedingungen typische Batteriefertigungstätigkeiten ausführen müssen, betrachtet die kognitive Leistung als zentrales Outcome. Schließlich werden verschiedene Schutzmaßnahmen getestet und alle Ergebnisse in einem Leitfaden integriert.

Stand:

20.05.2026

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (iwb) (TUM)
  • Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin (ipasum) (LMU)
  • Lehrstuhl für Ergonomie (LfE) (TUM)
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

ungünstige Arbeitsumgebung, Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren, Arbeitsbedingte Erkrankungen

Schlagworte:

Neue Technologien, Arbeitsplatzgestaltung, Klima

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Batterieproduktion, Trockenräume