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Validierungsuntersuchung eines Berechnungsverfahrens zur Gefährdungsbeurteilung von Tätigkeiten mit Gefahrstoffen

Projekt-Nr. FF-FP 0354

Status:

abgeschlossen 02/2014

Zielsetzung:

Ein neu entwickeltes Gesamtverfahren zur Gefährdungsbeurteilung stoffbezogener Tätigkeiten bezieht Modelle aus Arbeits- und Brandschutz ein und kombiniert diese zur Expositionsermittlung. Das Forschungsvorhaben zielte auf die Validierung dieses Gesamtverfahrens sowie die wissenschaftlich-methodische Begründung der Verwendbarkeit im Sinne der Gefahrstoffverordnung ab. Dazu sollten die modulare Verknüpfung der Modelle überprüft, die Ergebnisgenauigkeit ermittelt sowie mögliche Anwendungsgrenzen bzw. -bedingungen und Verwendungspotentiale festgestellt werden.

Aktivitäten/Methoden:

Auf Grundlage von Vergleichen zwischen Mess- und Berechnungsergebnissen erfolgte die Ermittlung valider Aussagen zu Genauigkeit und potenziellen Einsatzmöglichkeiten des neu konzipierten Berechnungsverfahrens. Dazu wurden zunächst in einem definierten Versuchsraum und unter wechselnden Rahmenbedingungen zwei Reinstoffe, Propan (gasförmig) bzw. Isopropanol (flüssig), gezielt freigesetzt und entstehende, zeitabhängige Luftkonzentrationen messtechnisch erfasst. Im Anschluss wurden die Messergebnisse in das neue Berechnungsverfahren eingespeist. Dabei erfolgten ebenfalls Variationen und Modifizierungen von ggf. bedingt genau oder bekannten Rahmenbedingungen.

Ergebnisse:

Die Vergleiche und Bewertungen für einzelne Module (Erfassung der Stoffemission durch Verdunstung bzw. der Stoffausbreitung) sowie das gesamte Berechnungsverfahren führten zu folgenden Ergebnissen:

  • bedingte Bestätigung der Annahmen zur Richtigkeit und Genauigkeit des konzipierten Berechnungsverfahrens aufgrund Inanspruchnahme verschiedener Messwerte (Lüftungsverhältnisse, Parameter der Stofffreisetzung etc.) und Unterschätzung von Freisetzungsbedingungen;
  • Übereinstimmung von Ergebnissen der Ausbreitungsberechnungen mit Messwerten unter definierten Rahmenbedingungen, aus der die valide Anwendbarkeit des Ausbreitungsmodells (Modul zur Erfassung der Stoffausbreitung) im Arbeits- und Gesundheitsschutz unter begrenzten Voraussetzungen folgt;
  • Ableitung von Erkenntnissen zur Modellsensitivität und zu Anforderungen an den praktischen Einsatz des Berechnungsverfahrens;
  • Bestätigung des methodischen Konzepts des Berechnungsverfahrens sowie der formal-funktionalen Verknüpfung der verschiedenen Module;
  • Formulierung eines Anwendungsbereichs, in dem das neue Berechnungsverfahren Antworten zu Fragestellungen der stofflichen Ausbreitung gibt;
  • Zusammenstellung von Voraussetzungen, die für einen praktischen Einsatz des Berechnungsverfahrens erforderlich sind und die Allgemeingültigkeit einschränken;
  • Beschreibung von Einsatzmöglichkeiten im Rahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.

Stand:

15.01.2015

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Bergische Universität Wuppertal
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Gefahrstoffe

Schlagworte:

Gefährdungsbeurteilung, Chemische Arbeitsstoffe, Analyseverfahren

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Validierung, Berechnung, Gefährdungsbeurteilung, Gefahrstoffe