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Anamnese-Software "Benzoljahre

Projekt-Nr. BGIA 1104

Status:

abgeschlossen 12/2009

Zielsetzung:

Die Aufnahme der neuen Berufskrankheit "Erkrankungen des Blutes, des blutbildenden und des lymphatischen Systems durch Benzol" in die Anlage zur Berufskrankheiten-Verordnung wird derzeit vorbereitet. Entscheidend für eine Anerkennung der Berufskrankheit ist, neben dem Krankheitsbild, die über ein Arbeitsleben aufgenommene kumulative Benzoldosis in ppm-Jahren. Da es sich bei Benzol um einen hautresorptiven Stoff handelt, werden für die Berechnung der kumulativen Benzoldosis nicht nur Angaben zur Höhe und Dauer der inhalativen Exposition sondern auch zu Dauer, Art und Ausmaß des Hautkontaktes (dermale Exposition) benötigt.

Zur Unterstützung der BK-Sachbearbeiter der Unfallversicherungsträger bei der Berechnung der Benzoldosis in ppm-Jahren im Rahmen von BK-Feststellungsverfahren sollte eine Software auf der Grundlage der bereits existierenden Anamnese-Software "Faserjahre" und "Benzo(a)pyren-Jahre" entwickelt werden, die ein zusätzliches Modul zur Ermittlung und Berechnung der dermalen Exposition enthält.

Ziel war eine einheitliche Softwareoberfläche und Organisation bei beiden Softwareprodukten, da die Sachbearbeiter oftmals sowohl Faser- und Benzo(a)pyren-Jahre- als auch Benzoljahrberechnungen durchführen.

Aktivitäten/Methoden:

Die Anamnese-Software Benzoljahre wurde vom BGIA - Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung in enger Zusammenarbeit mit den Berufsgenossenschaften im UVT-Arbeitskreis "Retrospektive Benzolbelastungen" entwickelt.

Grundlage für die Software sind: Anwendungshinweise zur retrospektiven Beurteilung der Benzolexposition (Anwendungshinweise Benzol), Nr. 9105 des BGIA-Ringbuchs, Herausgeber BGIA; Wissenschaftliche Begründung des Ärztlichen Sachverständigenbeirates "Berufskrankheiten" für eine neu in die Anlage zur Berufskrankheiten-Verordnung aufzunehmende Berufskrankheit "Erkrankungen des Blutes, des blutbildenden und des lymphatischen Systems durch Benzol"; BGIA-Anamnese-Software Faser- und BaP-Jahre und die Publikation Nies et al.: Perkutane Aufnahme von Benzol - Folgerungen für die retrospektive Expositionsabschätzung. Arbeitsmed Sozialmed Umweltmed 40 (2005) 585-594.

Die Software sollte netzwerkfähig sein und die üblichen Funktionalitäten enthalten: Erfassung der Versicherten- und Expositionsdaten, Erstellung eines Berichts im Wordformat zur Weiterverarbeitung, Recherchemöglichkeit in bereits erfassten Vorgängen der Anamnese-Dok, Datenaustauschfunktion, Überführung von Datensätzen in ein ASCII-Format.

Nach Erstellung einer ersten Testversion wurden diese von BK-Sachbearbeitern unterschiedlicher Unfallversicherungsträger getestet und nach nochmaliger Optimierung als Endversion allen interessierten Unfallversicherungsträgern zur Verfügung gestellt. Eine Aufnahme in das interne Informationssystem für die Berufskrankheiten- und Reha-Sachbearbeitung der DGUV ist geplant.

Ergebnisse:

Die Anamnese-Software Benzoljahre wurde erstellt und befindet sich bei den Unfallversicherungsträgern nach erfolgreichem Test im Einsatz.

Stand:

24.06.2010

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • BGIA - Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
  • BG-übergreifend
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Gefahrstoffe

Schlagworte:

Berufskrankheit

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Berufskrankheit (BK), Benzol, Krebs, Anamnese, kumulative Exposition, inhalative Exposition, dermale Exposition, Hautkontakt