Neue Telefonnummern für die DGUV - weitere Infos hier

Epidemiologische Studie über ein erhöhtes Krebsrisiko in Gießereien

Projekt-Nr. VMBG 014

Status:

abgeschlossen 11/1997

Zielsetzung:

Unter den Gesichtspunkten eines vorbeugenden Gesundheitheitsschutzes sowie wegen bestehendender offener Fragen hinsichtlich der Anerkennung von Berufskrankheiten bei Gießereibeschäftigten erfolgte eine entsprechende Studie zum Gesundheitsrisiko von gewerblichen Beschäftigten in der deutschen Eisengießereiindustrie.

Eisengießereiarbeiter sind aufgrund der Vielfalt eingesetzter Materialien und technologischer Prozesse entsprechend exponiert. Atembare Gase, Stäube und Aerosole spielen in Gießereien eine wesentliche Rolle, so dass mit einem breiten Schadstoffspektrum zu rechnen ist.

In den 80-er Jahren ergaben sich Hinweise auf mögliche Häufungen bestimmter Krebsformen (Mundboden, Kehlkopf, Bronchien, Magen) in einer süddeutschen Gießerei. Im Hinblick auf möglicherweise angezeigte Arbeitsschutzmaßnahmen ergab sich die Notwendigkeit zur Durchführung einer ätiologisch-epidemiologischen Untersuchung zur Abklärung eventueller Zusammenhänge zwischen Exposition und Krebshäufigkeit in deutschen Eisengießereien.

Aktivitäten/Methoden:

Hinsichtlich der typischen Expositionsbedingungen in deutschen Eigengießereien wurden repräsentativ 37 Eisengießereien aus sechs Bundesländern (alt) ausgewählt und in die Studie einbezogen. Es erfolgten die Bildung einer Kohorte (aktive und ehemalige gewerbliche Beschäftigte, deutscher und ausländischer Nationalität beiderlei Geschlechts mit mindestens 12-monatiger Tätigkeit in der Eisengießerei) sowie die Erhebung des Vitalstatus der Kohortenmitglieder. Bei zwischenzeitlich Verstorbenen wurde durch die Gesundheitsämter des Sterbeortes die Todesursache ermittelt. Die Bestimmung der beruflichen Exposition, die Analyse der Gesamtkohorte, die Analyse der Sterblichkeit in den Arbeitsbereichen, nach Kalenderperioden, die Sterblichkeit an Unfällen, Vergiftungen und Gewalteinwirkungen wurden im Verlauf des Forschungsvorhabens berücksichtigt.

Ergebnisse:

Im Abschlussbericht wird darauf hingewiesen, dass die Auswertung des gesichteten Datenmaterials hinsichtlich der zu erwartenden Verringerung des Krebsrisikos durch eine Verbesserung der Arbeitsschutzmaßnahmen nur unzureichend Auskunft geben kann. Über die Effektivität der eingeleiteten Arbeitsschutzmaßnahmen konnte nach Abschluss der Studie noch keine Aussage getroffen werden. Somit ist eine Reihe von Fragen offen geblieben. Gemäß Abschlussbericht ist es empfehlenswert, nach einer gewissen Zeit ein Follow-up folgen zu lassen.

Weitere Informationen:

Stand:

24.10.2005

Projekt

Gefördert durch:
  • VMBG - Vereinigung der Metall-Berufsgenossenschaften
Projektdurchführung:
  • IfG - Institut für Gießereitechnik GmbH
  • Düsseldorf
  • BIPS - Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin
  • DKFZ - Deutsches Krebsforschungszentrum
  • Abt. Epidemiologie
  • Heidelberg
Branche(n):

Hüttenwesen

Gefährdungsart(en):

Gefahrstoffe

Schlagworte:

Berufskrankheit, Prävention, Arbeitsmedizinische Vorsorge

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Gesundheitsrisiko, kanzogerogene Substanzen, Emissionserfassungs- und -belastungsgrad, Gefahrstoffbelastung am Arbeitsplatz