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Machbarkeitsstudie zur Erstellung eines Informationsfilm über die Gefahrenpotenziale beim Entladen von Lkws über Ladebordwand

Projekt-Nr. IFA 5129

Status:

abgeschlossen 12/2014

Zielsetzung:

Während des Entladevorgangs von Fahrzeugen mit Hubladebühnen über Laderampen ist es zu mehreren Unfällen gekommen. Die Höhe des Fahrzeugsaufbaus wird innerhalb eines Endladevorgangs automatisch oder manuell nachgeregelt, da sich ansonsten durch die Abnahme des Ladungsgewichts der Fahrzeugaufbau anheben würde. Bei den bekannten Unfällen lag die Ladebordwand jedoch nicht mehr auf der Laderampe auf, sondern befand sich in einer Position vor der Laderampe. Es entstand eine Stolperstelle, die zu Unfällen führen konnte.

Das Entstehen der Stolperstelle kann durch sichere Handlungsmöglichkeiten vermieden werden. Als organisatorische Maßnahme zur Verminderung des Unfallpotenzials sollte mithilfe eines Informationsfilms auf die Möglichkeit der Entstehung einer Stolperstelle hingewiesen werden und Verhaltensweisen zur Vermeidung sollen aufgezeigt werden.

Um einen solchen Informationsfilm zu erstellen, wurden technische Details zur Entstehung der Stolperstelle benötigt. Während der Unfalluntersuchungen wurde zwar festgestellt, dass der Lkw sich nach vorne bewegt, aber es wurde nicht deutlich, warum. Diese technischen Details sind teilwiese noch ungeklärt, manche werden auch kontrovers diskutiert.

Ziel des Projektes war, ein interaktives 3D-Modell zu entwickeln, das als Kommunikations- und Visualisierungsunterstützung dazu dienen soll, die Entstehung der technischen Abläufe zu klären. Außerdem sollte in dieser Machbarkeitsstudie überprüft werden, ob mithilfe der im SUTAVE-Labor des IFA vorhandenen Software wie z. B. Worldviz später ein interaktiver Informationsfilm für die Prävention erstellt werden kann.

Aktivitäten/Methoden:

Um ein 3D-Modell des Unfallgeschehens zu erstellen, wurden zunächst die vorhanden Informationen zur Entstehung der Unfälle gesammelt und bewertet. Daraus wurde ein mögliches Storyboard für den später angestrebten Informationsfilm erstellt, um alle benötigten interaktiven Funktionalitäten des 3D-Modells zu berücksichtigen und zu entwickeln. Weiterhin wurden geeignete und relevante 3D-Konstruktionsdaten und -Objekte recherchiert und beschafft. Schließlich wurden diese im 3D-Modellierungsprogramm weiterverarbeitet und ein erstes 3D-Modell für die zukünftige technische Klärung der Unfälle erstellt und getestet.

Ergebnisse:

In dieser Machbarkeitsstudie ist ein 3D-Modell des Unfallgeschehens an einer Ladebordwand entstanden. Mithilfe dieses interaktiven Modells können Bewegungsabläufe einzelner Bauteile und zusammengehöriger Komponenten eines Lkw simuliert werden. Bewegungseffekte können dabei - anders als in der Realität - vielfach verstärkt werden, damit selbst kleinste Bewegungen erkennbar werden. So kann z. B. der Federweg der Achsen im Modell verlängert werden. Das Modell kann zukünftig als Visualisierungs- und Kommunikationsunterstützung zur Diskussion und Klärung von technischen Details und Abläufen des Unfallgeschehens von Experten genutzt werden. Außerdem wurde nachgewiesen, mit welchen Visualisierungsmethoden - nach Klärung der technischen Abläufe an einer Ladebordwand - ein Informationsfilm mithilfe von im SUTAVE-Labor des IFA vorhandener Software erstellt werden kann.

Stand:

07.10.2015

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
  • Unfallkasse Post und Telekom (UKPT)
Branche(n):

Verkehr

Gefährdungsart(en):

Gestaltung von Arbeit und Technik, ungünstige Arbeitsumgebung, Qualifizierung/Aus- und Weiterbildung

Schlagworte:

Unfallverhütung, Arbeitsplatzgestaltung, arbeitsschutzgerechtes Verhalten

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Ladebordwand, Lkw, Unfallverhütung, arbeitsschutzgerechtes Verhalten, VR-Software, 3D-Modelle

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