Gefährdung durch Hitzeentwicklung bei der Herstellung von Körperabdrücken mit Gips

Projekt-Nr. IFA 3148

Status:

abgeschlossen 06/2018

Zielsetzung:

Für die Herstellung von Körperabdrücken im Bereich Kunst/Kunsthandwerk, im pädagogischen Umfeld oder auch im medizintechnischen Bereich wird häufig Gips genutzt. Ziel des Projektes ist es, die beim Abbinden von Gips entstehende Hitzeentwicklung, auch unter ungünstigen Bedingungen, quantitativ zu erfassen und sich daraus entwickelnde Gefährdungspotenziale zu ermitteln. Hintergrund der aktuellen nachstellenden Untersuchung ist der Unfall einer Studierenden einer Kunsthochschule, die zur Herstellung eines Abdruckes ihre linke Hand in den nach Herstellerangaben angerührten Gips eintauchte und sich dabei erhebliche Verletzungen zuzog.

Aktivitäten/Methoden:

Mit dem beim Unfall verwendeten Gips und zwei weiteren vergleichbaren Produkten wurden nachstellende Versuche durchgeführt. Dazu erfolgten über die Zeit dokumentierte Messungen der Abbindetemperatur mittels eines Einstichthermometers in verschiedenen Gebindegrößen. Des Weiteren wurde die Abbindedynamik der Gipse qualitativ erfasst und der pH-Wert bestimmt.

Ergebnisse:

Bei den drei untersuchten Gipsprodukten wurden für 5 l-Gebinde Abbindetemperaturen mit Maximalwerten zwischen 46,9 °C und 50,8 °C festgestellt. Für 1 l-Gebinde ergaben sich nur geringfügig niedrigere Abbindetemperaturen. Die pH-Werte der Anmischungen lagen eng beieinander im schwach basischen Bereich. Die Temperaturdynamik lag mit relativ steilen Anstiegen und flachen Abklingkurven im zu erwartenden Bereich.

Auffallend war das schnelle Abbinden der Mischungen in einem niedrigen Temperaturbereich von unter 30 °C. Von Relevanz für die Beurteilung des Unfallgeschehens ist die Beobachtung, dass der Gips bereits in einem noch nicht als unangenehm empfundenen Temperaturbereich (<30 °C) sehr fest wird und eine Hand bereits in einem subjektiv noch als angenehm empfundenen Temperaturbereich nicht mehr aus der sich verfestigenden Gipsmasse herausgezogen werden kann. Inwieweit die dann über einen längeren Zeitraum auf die Haut einwirkende Wärme mit einer Temperatur von ca. 47 °C zu Gewebeschäden führen kann, ist Gegenstand ggf. weiterführender medizinischer Bewertungen.

Stand:

09.11.2018

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
  • UKH Hessen, Regionalbüro Nordhessen
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

-Verschiedenes-

Schlagworte:

Physikalische Faktoren, Hauterkrankungen (außer Krebserkrankungen), Unfallverhütung

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Wärmeentwicklung, Gips, Arbeitsunfall

Kontakt