Auswirkungen von Datenbrillen auf Arbeitssicherheit und Gesundheit (ADAG)

Projekt-Nr. IFA 0501

Status:

laufend

Zielsetzung:

Neue Technologien, insbesondere Datenbrillen, werden immer häufiger in den Mitgliedsunternehmen der gewerblichen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen eingesetzt. Mit Datenbrillen können sich Informationen ins Sichtfeld einer Person einblenden, während die Hände zur Aufgabenerfüllung frei bleiben. Mögliche Auswirkungen und Risiken für Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten beim Einsatz von Datenbrillen an gewerblichen Arbeitsplätzen sind allerdings noch nicht ausreichend untersucht.

Ziel des Projekts 'Auswirkungen von Datenbrillen auf Arbeitssicherheit und Gesundheit (ADAG)' ist die Erstellung einer Handlungsempfehlung als Grundlage für die Gefährdungsbeurteilung für den Einsatz von Datenbrillen an Arbeitsplätzen in den Bereichen Handel, Logistik, Service und Montage. Die Handlungsempfehlung wird abgeleitet aus einer Checkliste, mit der alle für die Beurteilung des Arbeitsplatzes relevanten Faktoren abgefragt werden.

Das Projektziel soll in drei Stufen erreicht werden: Die erste Projektphase liefert einen fundierten Überblick über den Stand der Wissenschaft bezüglich Bauformen, Einsatzmöglichkeiten und möglichen Auswirkungen auf Gesundheit und Arbeitssicherheit bei der Verwendung von Datenbrillen. In der zweiten Projektphase werden in einer Feldstudie verschiedene Belastungsparameter am realen Arbeitsplatz in unterschiedlichen Einsatzszenarien (Kommissionierung, Montage) untersucht. Dabei soll die mögliche Veränderung der Arbeitssituation durch die Nutzung von Datenbrillen untersucht werden. In Laborstudien sollen weitere Risikofaktoren im Vergleich verschiedener Datenbrillentypen untersucht werden. In der dritten Projektphase sollen auf der Basis der vorher gewonnenen Erkenntnisse Bewertungskriterien für Gefährdungen von Sicherheit und Gesundheit beim Einsatz von Datenbrillen entwickelt werden, die in die als Projektziel definierte Handlungsempfehlung einfließen können.

Aktivitäten/Methoden:

Die am ADAG-Projekt mitwirkenden Kooperationspartner sind für die Durchführung verschiedener Teilprojekte verantwortlich. Das IFA ist in Projektphase 1 und 3 beratend und konzeptionell sowie in Projektphase 2 (Feldstudie, Laborstudie) ausführend beteiligt.

1. Feldstudie: Haltungsanalyse mit CUELA (Durchführung: Stabsstelle Gestaltung neuer Arbeitsformen) Die Einführung von Datenbrillen in bestehende Arbeitsprozesse hat ggf. Auswirkung auf die Körperhaltung und -bewegung der Beschäftigten, die ihre Tätigkeiten mit diesem Arbeitsmittel ausführen. Deshalb werden im Rahmen des IFA-Teilprojekts Haltungsanalysen von Tätigkeiten in unterschiedlichen Arbeitsbereichen (Kommissionierung, Montage) durchgeführt, in denen Datenbrillen als Arbeitsmittel eingesetzt werden. Die Messungen werden stichprobenartig mit dem CUELA-Inertial-System bei etwa 15 Beschäftigten in 3 bis 4 verschiedenen Unternehmen durchgeführt. Pro Beschäftigten sind je zwei Messzeitpunkte (bisherige Tätigkeit ohne Datenbrille, nach sechs Monaten Tätigkeit mit Datenbrille) vorgesehen. Das Studiendesign soll zum einen die Veränderung der charakteristischen Körperhaltung und -bewegung durch die Nutzung der Datenbrille untersuchen und zum anderen die Bewertung der Körperhaltung und-bewegung anhand vorgegebener Kriterien (->MEGAPHYS) ermöglichen.

2. Laborstudie: EMFV-Messung (Durchführung: Referat 4.4 Strahlung) Die drahtlose Kommunikation bei Datenbrillen erfolgt per Bluetooth oder WLAN-Technologie. Hierfür notwendige Komponenten, wie z. B. die Antenne, sind im Bügel verbaut und befinden sich somit in unmittelbarer Nähe zum Kopf. Um die Exposition durch die von den Antennen ausgehenden hochfrequenten elektromagnetischen Felder zu beurteilen, soll zunächst die elektrische Feldstärke von verschiedenen Datenbrillentypen messtechnisch erfasst werden. Die durch die Arbeitsschutzverordnung zu elektromagnetischen Feldern (EMFV) festgelegten Expositionsgrenzwerte im Kopf können messtechnisch nicht überprüft werden. Hierzu sollen zusätzlich numerische Berechnungen unter Verwendung digitaler anatomischer Körpermodelle durchgeführt werden. Die Ergebnisse der zuvor durchgeführten Messungen werden dazu verwendet, die Resultate der numerischen Berechnungen zu validieren.

Stand:

05.02.2019

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
  • Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW)
Projektdurchführung:
  • Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
  • RheinAhrCampus (RAC) der Hochschule Koblenz
  • Zentralinstitut für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
  • School of Applied Sciences, South Bank University London, England
  • KonicaMinolta Business Innovation Center Europe
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren

Schlagworte:

Neue Technologien, Ergonomie, Elektromagnetische Felder

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Datenbrillen, assisted Reality, mixed reality, Gefährdungsbeurteilung, Warenlogistik, Kommissionierung, Montage

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