Psychosoziale Notfallversorgung in Unternehmen – eine Ist-Analyse zur betrieblichen Umsetzung in Deutschland

Projekt-Nr. FF-FP 0475

Status:

laufend

Zielsetzung:

Im Kontext einer stärkeren Fokussierung auf die psychische Gesundheit in der Arbeitswelt kommt psychischen Beanspruchungen aufgrund von plötzlich auftretenden Notfallsituationen (Unfälle, Notfälle oder unerwartete Extremsituationen) im Arbeitskontext als Thema des Arbeitsschutzes zunehmend Aufmerksamkeit zu. Um die psychische Stabilität der Betroffenen zu fördern, wird von der DGUV die Implementierung einer psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) in Betrieben empfohlen (vgl. DGUV 306-001, 206-017, 206-018, 206-023).

Auf Grundlage der wissenschaftlichen Literatur und des aktuellen Erkenntnisstands kann jedoch nicht dargestellt werden, welche Modelle und Vorgehensweisen Betriebe aktuell wählen, um eine psychosoziale Notfallversorgung ihrer Beschäftigten zu ermöglichen. Darauf aufbauend gibt es wenig Evidenz, welche betrieblichen Parameter eine gute psychosoziale Betreuung von Beschäftigten nach Notfallsituationen im Arbeitskontext ausmachen.

Beide Fragen sollten wissenschaftlich eruiert werden, damit Unfallversicherungsträger (UVT) Betriebe unterstützen können, ihren Beschäftigten eine gute Betreuung nach plötzlich auftretenden Notfallsituationen zu ermöglichen.

Im Forschungsprojekt sollen betriebliche Umsetzungen der psychosozialen Betreuung nach plötzlich auftretenden Notfallsituationen im Arbeitskontext erfasst und beschrieben werden. Zudem sollen betriebliche Faktoren und Maßnahmen, die diese positiv oder negativ beeinflussen, erfasst werden. Damit sollen für die Präventionsarbeit der UVT belastbare Ergebnisse vorgelegt werden, die sowohl eine Argumentation für die Sensibilisierung von Betrieben unterstützen als auch für die nach Beratung der Betriebe bei der Einführung einer psychosozialen Betreuung plötzlich auftretenden Notfallsituationen im Arbeitskontext genutzt werden können.

Weiterhin können mit den Ergebnissen zu hemmenden und förderlichen Faktoren Informationen dazu bereitgestellt werden, welche unterschiedlichen Modelle von den Betrieben als zielführend erlebt werden, auch in Abhängigkeit von Betriebsgröße und Branche. Diese Erkenntnisse können ebenso in die Beratung der UVT von Betrieben einbezogen werden und in Informationsmedien einfließen.

Aktivitäten/Methoden:

Bestandsaufnahme zur PSNV in Betrieben als Querschnittsuntersuchung mit verschiedenen Befragungen (jeweils Screening & Intensivbefragung) unterschiedlicher beteiligter Zielgruppen:

  • Betriebe: Untersuchung repräsentativer Teilstichproben in Abhängigkeit der Branche und Betriebsgröße
  • UVT: institutionelle Vollerhebung sowohl für das Screening als auch für die Intensivbefragung
  • Ehrenamtliche PSNV-Teams: Analyse der Einsatzstatistiken (Vollerhebung) für die Jahre ab 2015. Durchführung einer Intensivbefragung in ausgewählten PSNV-Teams (1 pro Bundesland) zu Einsätzen mit betrieblicher Indikation
  • Externe Anbietende: Fokus auf freie und überbetriebliche Anbietende, die ihre Angebote frei anbieten oder bereits mit Betrieben bzw. UVT zusammenarbeiten.

Stand:

11.11.2021

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • SRH Hochschule für Gesundheit
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Psychische Fehlbelastungen, Qualifizierung/Aus- und Weiterbildung

Schlagworte:

Prävention, Arbeitsunfall, Psychische Beanspruchung/Belastung

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Notfallversorgung, Psychosoziale Versorgung, Unfälle, Extremsituationen