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Prävention von Berufsdermatosen bei Auszubildenden mit Kontakt zu Epoxidharzen (EpoxSafe@School 1.0)

Projekt-Nr. FF-FP 0401

Status:

abgeschlossen 01/2018

Zielsetzung:

Epoxidharzhaltige Produkte werden in unterschiedlichsten Berufsfeldern eingesetzt. Eine unsachgemäße Verarbeitung geht mit erhöhten Risiken für eine allergische Sensibilisierung und für ein konsekutives allergisches Kontaktekzem gegenüber diesen hochreaktiven Substanzen einher. Letzteres würde eine vollständige Allergenkarenz notwendig machen. Da die Substitution von Epoxidharzen nur selten möglich ist, sind technische und organisatorische Maßnahmen sowie die a-priori-Verwendung von geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA) von großer Bedeutung. Die korrekte Anwendung von PSA sollte idealerweise bereits beim Erlernen einer beruflichen Tätigkeit zu einem selbstverständlichen Teil der Berufsausübung werden. Lehrkräfte an Berufsschulen nehmen daher eine Schlüsselfunktion im Bereich der Prävention ein und können als Multiplikatoren für Auszubildende in exponierten "Risikoberufen" fungieren.

Das Ziel des Projektes "EpoxSafe@School 1.0" war die konzeptionelle Entwicklung zielgruppenspezifischer gesundheitspädagogischer Interventionsmodule für Auszubildende mit Kontakt zu Epoxidharzen, die auf dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand basieren und von Lehrkräften an Berufsschulen eingesetzt werden können.

Aktivitäten/Methoden:

Zunächst wurden die wissenschaftliche Literatur, gesundheitspsychologische Aspekte sowie Setting-spezifische Rahmenbedingungen und curriculare Vorgaben analysiert und eine Relevanzanalyse durchgeführt. Anschließend wurden zwei Fokusgruppendiskussionen mit Lehrkräften an berufsbildenden Schulen durchgeführt. Die Fokusgruppendiskussionen wurden aufgezeichnet, transkribiert und in Anlehnung an die strukturierende qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Abschließend erfolgten die Gesamtkonzeption sowie die Aufbereitung des Curriculums unter methodisch-didaktischen Aspekten.

Ergebnisse:

Aus der aktuellen wissenschaftlichen Literatur wurden Inhalte für die Unterrichtsmaterialien abgeleitet. Aus gesundheitspsychologischer Perspektive galt es bei der Konzeption von Interventionskomponenten neben entwicklungspsychologischen Aspekten und Altersphasen ebenfalls genderspezifische Aspekte zu berücksichtigen. Das HAPA-Modell (Health Action Process Approach) wurde dem Curriculum zugrunde gelegt. Aus den Fokusgruppendiskussionen konnten Bewertungs- und Anforderungskriterien, anhand derer Lehrkräfte extern zur Verfügung gestellte Unterrichtsmaterialien bewerten, sowie Merkmale, die die Verwendung von Materialien im Unterricht beeinflussen, abgeleitet werden. Auf dieser Basis wurden Konzeptionsregeln (z. B. Exemplarität, Realitäts- und Alltagsnähe, methodische und gestalterische Flexibilität) für die Unterrichtsmaterialien entwickelt. Als Ergebnis wurde ein modular einsetzbares Konzept für verschiedene Ausbildungsberufe entwickelt, in denen Epoxidharze verarbeitet werden. Das Konzept wurde auf die curricularen Vorgaben für den handlungsorientierten Unterricht der Berufsschule abgestimmt. Die Module umfassen Unterrichtsmaterialien (z. B. Lernsituationen, Texte, Experimente, Aufgaben) und sind variabel einsetzbar. Eine gestalterische und methodische Anpassung an den individuellen Unterricht ist möglich, sodass Impulse zum Haut- und Arbeitsschutz - am Beispiel "Verarbeitung von Epoxidharzen" - an verschiedenen Punkten der Ausbildung gesetzt werden können.

Relevanz für Unfallversicherungsträger: Unterschiedlichste Berufsgruppen verarbeiten epoxidharzhaltige Produkte und haben ein erhöhtes Risiko, irritative und insbesondere allergische Kontaktekzeme zu entwickeln. Primärprävention in der Berufsschule, d. h. beim Erlernen eines Berufes kann langfristig dazu beitragen, ein erkrankungsbedingtes Ausscheiden aus dem Beruf zu verhindern sowie Kosten zu reduzieren und ist daher für verschiedene Unfallversicherungsträger von Bedeutung. Auch für die betriebliche Beratungs- und Versorgungspraxis ist die gesundheitspädagogische Intervention nutzbar, da sie von verschiedenen Multiplikatoren, z. B. Sicherheitsfachkräften, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Präventionsdienste, Arbeits-/Betriebsmediziner/innen, etc., in der Praxis vor Ort eingesetzt werden kann.

Stand:

26.07.2018

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Universität Osnabrück
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Gefahrstoffe

Schlagworte:

Allergisierende Stoffe, Qualifizierung, Ausbildung, Didaktik etc.

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Berufsdermatose, Epoxidharz