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Zuverlässigkeit persönlicher Schutzausrüstungen (PSA) mit integrierter Elektronik

Projekt-Nr. BIA 4092

Status:

abgeschlossen 12/2002

Zielsetzung:

Bereits seit längerem werden persönliche Schutzausrüstungen (PSA) mit integrierten elektronischen Schaltungen ausgerüstet. Diese neue Generation von persönlichen Schutzausrüstungen bringt einige Neuerungen mit sich. Sie ermöglichen bei Schweißerschutzfiltern durch "dynamische" Flüssigkristallfilter einen verbesserten Komfort. Bei Kapselgehörschützern erzeugen sie Antischall, dämmen pegelabhängig und ermöglichen Kommunikation. Bisher verfügten Pressluft-Atemgeräte (SCABA) über übliche mechanische, hydraulische oder pneumatische Anzeigesysteme des Rest-Luftdrucks. Mit integrierten elektronischen Schaltungen wird die akustische Signalisierung des Erreichens kritischer Druckwerte ersetzt. Ziel des Projektes war die Klärung der Fragen nach dem Schutzniveau dieser Neuerungen. Neue Risiken, die unter den vorhersehbaren Einsatzbedingungen auftreten können, müssen beachtet werden, z. B. ausreichende Widerstandsfähigkeit gegenüber Umgebungseinflüssen (klimatisch, mechanisch, elektrostatisch, elektromagnetisch). Zu prüfen war, ob die europäischen Normen für persönliche Schutzausrüstungen die Sicherheitsanforderungen berücksichtigen, die mit dem Einsatz integrierter elektronischer Schaltkreise verbunden sind. Entsprechende Ergänzungsvorschläge für diese Normen waren zu erstellen.

Aktivitäten/Methoden:

Zur Beantwortung der Fragen nach dem Schutzniveau wurde die Risikoermittlung entsprechend dem im Gebiet der Maschinensicherheit verwendeten System (DIN EN 954-1:1997: Sicherheit von Maschinen; Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen; Teil 1: Allgemeine Gestaltungsleitsätze) herangezogen. Für diese Norm wurden Kategorien für Zuverlässigkeit und Risikobeurteilung von integrierten elektronischen Schaltkreisen bei Maschinen und zugehörigen Sicherheitskomponenten entwickelt. In Anlehnung daran wurden nach DIN EN 1050:1997: "Sicherheit von Maschinen; Leitsätze zur Risikobeurteilung" ein elektro-optisches Schweißerschutzfilter, drei Gehörschützertypen (Antischall, pegelabhängig dämmend, integrierte Kommunikation) und ein Atemschutzgerät des Typs Pressluftatmer (SCABA) untersucht. Im Vordergrund standen die Erfüllung der nominalen Sicherheitsfunktion innerhalb einer speziellen Umgebung und das zu erwartende Verhalten im Fehlerfall.

Ergebnisse:

Die zur Untersuchung der Widerstandsfähigkeit der in die PSA eingebauten elektronischen Schaltkreise gegenüber Umgebungseinflüssen entwickelten Labor-Prüfverfahren (INRS/BIA) wurden bei einem handelsüblich erworbenen Pressluftatmer (INRS), drei Gehörschützertypen (BIA) und einem elektro-optischen Schweißerschutzfilter (INRS) erprobt und verbessert. Alle in diese PSA eingebauten elektronischen Schaltkreise wurden durch klimatische, mechanische, elektrostatische und elektromagnetische Umgebungseinflüsse in ihrer Funktion beeinflusst. Bei den Gehörschützern ergaben sich zusätzliche Probleme bei den elektrischen Mikrofonen, die weiterer Abklärung bedürfen. Aus den Ergebnissen der Pressluftatmeruntersuchung wurde ein methodischer Vorschlag für einen normativen Anhang zur Europäischen Prüfnorm EN 137 "Atemschutzgeräte; Behälter mit Druckluft (Pressluftatmer) mit Vollmaske - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung" formuliert (INRS/BIA) und in die CEN-ISO-Normung eingebracht (CEN/TC 79 "Atemschutzausrüstungen"). Die Untersuchungsergebnisse des elektro-optischen Schweißerschutzfilters sollen im Rahmen einer späteren Überarbeitung der EN 379 "Anforderungen an Schweißerschutzfilter mit umschaltbarem Lichttransmissionsgrad und Schweißerschutzfilter mit zwei Lichttransmissionsgraden" in die Europäische Normung eingebracht werden (INRS).

Weitere Informationen:

Stand:

02.03.2004

Projekt

Gefördert durch:
  • Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG)
Projektdurchführung:
  • Berufsgenossenschaftliches Institut für Arbeitsschutz - BIA
  • Institut National de Recherche et de Sécurité (INRS)
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

-Verschiedenes-

Schlagworte:

Persönliche Schutzausrüstung, Elektromagnetische Felder, Klima

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Persönliche Schutzausrüstungen (PSA), integrierte elektronische Schaltungen, Zuverlässigkeit, Risikoermittlung, Schutzniveau

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