Vorsicht bei Dienstreisen ins außereuropäische Ausland!

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Stand: 14. April 2016

Das Zika-Virus gehört zur Gattung Flavivirus der Familie Flaviviridae und wird durch Aedes-Stechmücken auf den Menschen übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch tritt nach vorherrschender Meinung in der Regel nicht auf. Aktuelle Meldungen berichten allerdings in Einzelfällen von einer Übertragung von Mensch zu Mensch durch Sexualkontakt. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass Zika-Viren über die Muttermilch weitergegeben werden können. Schwerpunkte der Zika-Übertragung stellen aktuell Mittel- und Südamerika sowie einige pazifische Inseln Ozeaniens dar (Zika-Merkblatt des Auswärtigen Amtes, Stand 03/2016). Eine aktuelle Übersicht finden Sie auf der Seite des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) zu Zika-Virusinfektionen.

Erste Symptome sind Fieber, Hautausschlag, Gelenkschmerzen, Entzündung der Augenbindehaut sowie seltener Muskel- bzw. Kopfschmerzen und Erbrechen.

Die Infektion kann jedoch auch asymptomatisch auftreten, d.h. nur mit milden Symptomen oder sogar ohne Symptome.

Nach Aussage der Weltgesundheitsorganisation WHO, die wegen des Zika-Virus am 1. Februar 2016 einen „weltweiten Gesundheitsnotstand“ ausgerufen hatte, gibt es neben dem beschriebenen grippeähnlichen Krankheitsverlauf immer mehr Beweise für einen Zusammenhang zwischen Infektionen mit dem Zika-Virus während der Schwangerschaft und dem Auftreten von Mikrozephalie (abnormal kleiner Kopfumfang) bei Neugeborenen, die häufig mit schwerer geistiger Behinderung einhergeht. Mit Stand 7. April 2016 wurden bisher 1046 Fälle in Brasilien, 2 Fälle auf den Kapverdischen Inseln, 7 Fälle in Kolumbien, 8 Fälle in Französisch Polynesien, 3 Fälle in Martinique und 1 Fall in Panama gemeldet, bei denen möglicherweise ein Zusammenhang mit dem Zika-Virus besteht. Zwei weitere Fälle, die mit einem Aufenthalt in Brasilien und einer einhergehenden Zika-Virusinfektion in Verbindung gebracht werden, sind aus den USA und Slowenien bekannt.

Das amerikanische Center for Disease Control and Prevention (CDC) stellt in einer aktuellen Veröffentlichung einen Kausalzusammenhang zwischen dem Zika-Virus und dem Auftreten von Mikrozephalie her.

Die genauen Zusammenhänge, wie z.B. die erforderliche Infektionsdosis, sind allerdings noch nicht geklärt und müssen weiter untersucht werden.

Gegen diese Infektionserkrankung ist derzeit weder eine Impfung noch eine medikamentöse Prophylaxe möglich.

Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und das Auswärtige Amt haben Empfehlungen für Reisende in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen ausgesprochen.

Schwangere sollten möglichst von nicht zwingend notwendigen Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen Abstand nehmen. Während einer unvermeidbaren Reise ist auf die konsequente Ein-haltung persönlicher Mückenschutzmaßnahmen zu achten z. B.

Insbesondere schwangeren Reisenden wird eine Beratung durch einen Tropen- oder Reisemediziner mit Kenntnis der jeweiligen aktuellen epidemiologischen Situation vor Abreise dringend empfohlen.

Weitere Hinweise zu Zika-Virusinfektionen werden vom Robert Koch Institut veröffentlicht.