Präventionsleistung Qualifizierung

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Qualifizierung ist die Grundlage für eine nachhaltige betriebliche Prävention
Bild: © DGUV Hochschule Bad Hersfeld

Im Rahmen ihres allgemeinen Präventionsauftrages nach § 14 Abs. 1 SGB VII und ihres Bildungsauftrages nach § 23 SGB VII bieten die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und ihr Spitzenverband, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), eine Vielzahl von Qualifizierungsmaßnahmen an. In mehr als 20.000 Seminaren werden praxisorientiert relevante Themen der betrieblichen Prävention behandelt. Mit etwa 350.000 Teilnehmern sind die Unfallversicherungsträger einer der größten Bildungsanbieter in Deutschland.

Ziel der Qualifizierungsmaßnahmen ist es, die Teilnehmer branchen- und praxisorientiert für die Belange von Sicherheit und Gesundheit zu sensibilisieren und die erforderlichen Kompetenzen für eine wirksame Aufgabenwahrnehmung in der betrieblichen Prävention aufzubauen. Im Mittelpunkt steht das Training erforderlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten für die Umsetzung einer effizienten und wirksamen betrieblichen Prävention. Hierzu zählt auch die Vermittlung von Kenntnissen über Unfallursachen und Gefährdungen, arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren, Interventionsmöglichkeiten, betriebliche Präventionsstrategien und Möglichkeiten einer effektive Sicherheitsorganisation. Zur Qualitätssicherung der Aus- und Weiterbildungsangebote haben sich die Unfallversicherungsträger und die DGUV zum Qualitätsverbund Qualifizierung (QVQ) zusammengeschlossen.

Zu den Zielgruppen der Präventionsleistung Qualifizierung zählen insbesondere Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Sicherheitsbeauftragten, Ersthelfer und Betriebsärzte. Aber auch für alle anderen Personenkreise die mit Aufgaben zur Gewährleistung von Sicherheit und Gesundheit im Betrieb betraut sind, wie etwa Betriebsräte, gibt es Angebote zur Aus- und Weiterbildung. Die Qualifizierungsangebote der Unfallversicherungsträger und der DGUV sind qualitätsgesichert und beruhen auf einem einheitlichen Bildungsverständnis, das von den Aspekten arbeitsweltbezogene Vorgehensweise, Kompetenzorientierung, Lebenslanges Lernen, selbstverantwortliches Lernen und aktiven, selbstgesteuerten Lernprozessen geprägt ist.

Die Qualifizierungsmaßnahmen sind für die Betriebe und die Versicherten in der Regel kostenfrei. Die Unfallversicherungsträger haben kraft Gesetzes ihre unmittelbaren Ausbildungskosten (z. B. Unterrichts-, Lehrmaterial, Dozentenkosten) sowie Fahr-, Unterbringungs- und Verpflegungskosten selbst zu tragen. Werden Schulungen von Ersthelfern nicht von den Unfallversicherungsträgern sondern von Dritten durchgeführt, tragen die Unfallversicherungsträger die Lehrgangsgebühren, während der Unternehmer das Arbeitsentgelt für die Arbeitszeit, die wegen der Teilnahme an der Ausbildung ausfällt, ungemindert fortzahlt. Der Beschäftigte wird während der Qualifizierungsmaßname unter Fortzahlung der Bezüge von der Beschäftigung freigestellt.