Begriffe aus der DGUV-Statistik

Ein Arbeitsunfall ist ein Unfall, den ein Beschäftigter bei der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit innerhalb und außerhalb der Arbeitsstätte, z.B. auch im Straßenverkehr, erleidet.

Ein Wegeunfall ist ein Unfall, den ein Beschäftigter auf dem Weg zwischen Wohnung und dem Ort seiner beruflichen Tätigkeit erleidet.

Ein meldepflichtiger Unfall ist ein Arbeits- oder Wegeunfall, der zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen oder zum Tod führt.

Ein meldepflichtiger Unfall im Bereich der Schüler-Unfallversicherung ist ein Schul- oder Schulwegeunfall, der zur Inanspruchnahme ärztlicher Behandlung oder zum Tod führt.

Eine neue Unfallrente ist ein Arbeits- oder Wegeunfall mit so schweren Folgen, dass es im Berichtsjahr erstmals zu einer Entschädigung in Form einer Rente bzw. Abfindung oder zur Zahlung von Sterbegeld gekommen ist.

Ein tödlicher Unfall wird statistisch erfasst, wenn der Tod im Berichtsjahr innerhalb von 30 Tagen nach dem Unfall eingetreten ist.

Der Vollarbeiter ist eine statistische Rechengröße und dient zur Berechnung der Unfallquote. Ein Vollarbeiter entspricht der durchschnittlich von einer vollbeschäftigten Person im produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich tatsächlich geleisteten Arbeitsstundenzahl pro Jahr. Die Größe spiegelt damit die Expositionszeit gegenüber Arbeitsunfällen wider.

Zur Beurteilung des durchschnittlichen Unfallrisikos werden die Arbeitsunfälle auf je 1.000 Vollarbeiter bezogen. Das Ergebnis dieser Rechnung wird als Unfallquote bezeichnet.

Ein Versicherungsverhältnis ist jedes nach SGB VII begründete Versicherungsverhältnis, wobei bei einer Person Mehrfachversicherung vorliegen kann. Gewichtet nach der unterschiedlichen Zahl der zurückgelegten Wege bei verschiedenartigen Versicherungsverhältnissen erfolgt eine Verwendung als Bezugsgröße für Wegeunfallhäufigkeiten, da jede versicherte Tätigkeit ein eigenes Wegeunfallrisiko mit sich bringt (gewichtetesVersicherungsverhältnis).

Gezählt wird jede gemeldete Anzeige auf Verdacht einer Berufskrankheit (PDF, 55 kB) (BK). Eine Meldepflicht gibt es für Ärzte und Unternehmer; darüber hinaus gehen Meldungen von anderen Sozialversicherungsträgern und von den Versicherten selbst bei den UV-Trägern ein.

War der Versicherte einer bk-spezifischen Einwirkung in seinem Arbeitsleben ausgesetzt und ist aus dieser Einwirkung eine Erkrankung im Sinne der jeweiligen BK (vergl. BK-Liste) entstanden, so handelt es sich um eine anerkannte Berufskrankheit (BK).

Bei einigen BKen werden an die Anerkennung neben den Voraussetzungen, die unter "Anerkannte BK" beschrieben werden, auch noch besondere zusätzliche Voraussetzungen geknüpft. Dies ist vor allem die Forderung nach Aufgabe sämtlicher gefährdender Tätigkeiten. Da die BK erst nach Vorliegen der besonderen Voraussetzungen anerkannt werden kann, ist die Gruppe der Fälle eingeführt worden, bei denen der BK-Verdacht bestätigt werden konnte (bestätigter BK-Verdacht). Die anerkannten BKen sind damit eine Teilmenge der Fälle mit bestätigtem BK-Verdacht. Für Fragestellungen der Prävention kommt dieser Gruppe eine große Bedeutung zu.

Wird das Vorliegen einer BK anerkannt und ist die Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) rentenberechtigend bzw. der Erkrankte an den Folgen der BK verstorben, so wird diese in der Regel schwere Erkrankung als neue BK-Rente bezeichnet. Die neuen BK-Renten sind damit eine Teilmenge der anerkannten BKen.