Messtechnische Überprüfung von Frachtcontainern

Messsonde an Containertür

Bild: Fröhlich, BGHW

Nach der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 512 ist bei begasten Containern vor der Freigabe durch eine Messung (Freimessung) zu prüfen, ob die Beurteilungsmaßstäbe für Begasungsmittel unterschritten sind. Auch bei Verdacht auf eine Belastung des Frachtcontainers mit Begasungsmitteln oder Industriechemikalien kann nur eine Gefahrstoffmessung abschließende Ergebnisse liefern.

Zurzeit steht allerdings kein einfaches, universell vor Ort einsetzbares Messverfahren zur Verfügung, das schnelle und sichere Ergebnisse liefern könnte. Die verfügbaren Messtechniken erfassen in der Regel nicht alle Stoffe, die in einem Frachtcontainer vorhanden sein können. Bei einem negativen Messergebnis kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass sich trotzdem gefährliche Chemikalien im Frachtcontainer befinden. Außerdem gibt es Hinweise, dass eine Probenahme in Bodennähe im geschlossenen Container geringere Werte ergibt, als wenn in der Mitte oder im oberen Bereich gemessen wird (s. Baur und Svedberg).

Allgemein gilt: Je genauer und spezifischer die Messmethodik ist, umso größer sind der Aufwand und die damit verbundenen Kosten.

Detaillierte Informationen über die Gefahrstoffbelastung in Frachtcontainern liefern eine Probenahme vor Ort und die anschließende Analyse in einem Labor. Die Analytik beruht in der Regel auf chromatographischen Verfahren mit anschließender massenspektrometrischer Detektion. Die Ergebnisse stehen hierbei allerdings erst mit zeitlicher Verzögerung zur Verfügung.

Grundsätzlich sind umfassende Kenntnisse der verschiedenen Messmethoden und -techniken zur Beurteilung der Gefahrstoffbelastung erforderlich. Ein Mangel an Wissen kann zu falschen Rückschlüssen (z. B. bei Querempfindlichkeit der Prüfröhrchen) auf das Vorhandensein gefährlicher Gase im Frachtcontainer führen. Das Dokument Übersicht über die gängigsten Messsysteme (PDF, 57 kB) enthält zusammenfassende Informationen über die gängigsten Messsysteme, wie Behörden, Logistikfirmen, Import- und Exportfirmen sie einsetzen. Jedes Messsystem hat dabei seine Vor- und Nachteile, die jeweils abzuwägen sind.