FAQ - Frequently asked questions

Häufig gestellte Fragen rund um das Thema Chemikalienschutzhandschuhe:

Bild: Tasosk - fotolia.com

Die wichtigsten Fragen zu Auswahl und Einsatz von Chemikalienschutzhandschuhen sind hier noch einmal zusammengefasst:


  • Wie dokumentiert die Kennzeichnung den Chemikalienschutz des Handschuhes?
    Eindruck

    CE-Kennzeichnung

    Chemikalienschutzhandschuhe tragen verschiedene Piktogramme und Kodierungen, die die Schutzeigenschaften ausweisen.

    Die folgenden Angaben müssen vorhanden sein:

    Vierstellige Kennziffer (z. B. 0121) neben der CE-Kennzeichnung

    Dabei handelt es sich um eine Codierung der Stelle, die die regelmäßige Qualitätsüberwachung des Handschuhtyps durchführt.


    Aufdruck aus Codes und Symbol

    Piktogramm Erlenmeyerkolben Typ A

    Piktogramm Erlenmeyerkolben mit der Normbezeichnung und

    • Typ A mit mindestens 6 Codebuchstaben zur Festlegung der Prüfchemikalien

    oder


    Aufdruck aus Codes und Symbol

    Piktogramm Erlenmeyerkolben Typ B

    • Typ B mit mindestens 3 Codebuchstaben zur Festlegung der Prüfchemikalien

    oder


    • Typ C ohne Codebuchstaben zur Festlegung der Prüfchemikalien

    zeigen an, dass es sich um einen Chemikalienschutzhandschuh handelt.

     


    Sind diese Angaben nicht vorhanden oder fehlt einer dieser Punkte, bietet der Handschuh keinen Schutz gegen Chemikalien!

    Aufdruck der Norm und eines Symbols

    Piktogramm Schutz gegen Mikroorganismen (hier: Bakterien und Pilze)

    Weitere Piktogramme können vorhanden sein und beschreiben zusätzliche Eigenschaften z. B.

    Schutz gegen Mikroorganismen:

    • gegen Bakterien und Pilze

    oder


    Aufdruck aus Norm, Symbol und dem Wort VIRUS

    Piktogramm Schutz gegen Mikroorganismen (hier: Bakterien, Pilze und Viren)

    • gegen Bakterien, Pilze und Viren nur, wenn dagegen geprüft!

    Die Kennzeichnung befindet sich auf dem Handschuh selbst oder bei Verpackungseinheiten auf der Verpackung, teilweise zusammen mit der Gebrauchsanleitung.

  • Welche Handschuhgröße benötige ich?
    Umriss einer Hand mit eingeblendeter Messskala

    Schablone zur Ermittlung von Handschuhgrößen
    Bild: DGUV

    Für hohen Tragekomfort und bequemes Arbeiten ist die richtige Handschuhgröße wichtig. Um sie zu bestimmen, legt man eine Hand auf ein Blatt und malt den Umriss mit einem Stift nach. Die Handbreite sollte – wie in der Abbildung –  eingezeichnet und dann mit einem Lineal ausgemessen werden. Die in der vergrößerten Zeichnung ablesbaren Maße ergeben die passende Handschuhgröße.

    Man sollte niemals einen zu kleinen Handschuh tragen, da sich das Material durch die Dehnung ausdünnt und die Barrierewirkung dadurch sinkt. Zu große Handschuhe hingegen sind bei der Arbeit hinderlich. Daher ist es wichtig, eine passende Größe zu tragen.


  • Kann ich einen Handschuh, der nach DIN EN 455 "Medizinische Handschuhe zum einmaligen Gebrauch" geprüft ist, zum Schutz gegen Chemikalien anziehen?

    Nein, Handschuhe nach dieser Norm sind lediglich nach den Anforderungen der Medizinprodukterichtlinie geprüft und dürfen daher nicht zum Schutz vor Chemikalien eingesetzt werden. Sind die Handschuhe jedoch zusätzlich nach DIN EN ISO 374-1 geprüft , ist der Einsatz als Chemikalienschutzhandschuh möglich. Er trägt dann auch das Piktogramm "Erlenmeyerkolben".

  • Wie ziehe ich Chemikalienschutzhandschuhe richtig aus?
    Eine behandschuhte rechte Hand zieht an den Spitzen des linken Handschuhs

    Schritt 1
    Bild: DGUV

    Beim Ausziehen kontaminierter Schutzhandschuhe ist das Berühren der Handschuhaußenfläche mit der ungeschützten Hand zu vermeiden.

    Daher zieht man zunächst die Finger einer Hand bis zum Erreichen der Handinnenfläche aus dem Handschuh...

     


    Die linke Hand (nur noch teilweise im Handschuh) zieht am rechten Handschuh

    Schritt 2
    Bild: DGUV

    ...und hilft kann dann mit dieser Hand, den anderen Handschuh auszuziehen.


  • Wie lange bietet ein Chemikalienschutzhandschuh Schutz?

    Die Frage der maximalen Tragedauer eines Chemikalienschutzhandschuhs ist nicht einfach zu beantworten. Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle, wie beispielsweise die mechanische Belastung oder auch Degradation (Materialzersetzung durch Chemikalien). Bei sachgemäßer Verwendung kann man jedoch abschätzen, wie lange die Barrierewirkung eines Handschuhs besteht. Untersuchungen im IFA (PDF, 456 kB) haben gezeigt, dass sich der Handschuh beim Tragen auf etwa 33 °C erwärmt - mit der Folge, dass die Dauer der tatsächlichen Schutzwirkung auf ca. 1/4 der nach Norm bestimmten Zeit sinken kann. Am sichersten ist es daher, den Handschuh nach Chemikalienkontakt für maximal ein Viertel der vom Hersteller angegebenen Tragedauer zu benutzen. Alternativ dazu kann man auf Daten aus Permeationsmessungen bei 33°C zurückgreifen.

  • Wie finde ich den richtigen Chemikalienschutzhandschuh, um mich optimal zu schützen?

    Informationen dazu, welcher Chemikalienschutzhandschuh gegen welche Substanzen eingesetzt werden kann, finden sich im Sicherheitsdatenblatt der Hersteller der jeweiligen Chemikalie oder Formulierung/Mischung. Weiterhin kann man bei den Handschuhherstellern das geeignete Modell für den angestrebten Einsatz erfragen.

    Eine zusätzliche Hilfestellung bieten die Datenbanken der Unfallversicherungsträger GESTIS-Stoffdatenbank, GISBAU und WINGIS (siehe Weiterführende Informationen) sowie die Auswahlhilfen.

Glossar

der Fachbegriffe (PDF, 23 kB) auf dieser Seite

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