Sachgebiet Glas und Keramik

Allgemeiner Staubgrenzwert (ASGW)

Anwendung und Geltungsbereich des ASGW

Am 14.02.14 wurde der Eintrag für den ASGW in der TRGS 900 "Arbeitsplatzgrenzwerte" bekanntgegeben. Der ASGW beinhaltet den Wert für die A- und E-Staubfraktion. Der AGW für die alveolengängige (A-) Staubfraktion wurde auf 1,25 mg/m³ gesenkt.

Bei der Anwendung des ASGW sind die folgenden Randbedingungen zu beachten:

  • der ASGW wird als Schichtmittelwert festgelegt;
  • der ASGW ist anzuwenden für schwer lösliche bzw. unlösliche Stäube, die nicht anderweitig reguliert sind oder für Mischstäube.

Die TRGS enthält eine nicht vollständige Liste von Stoffbeispielen, für die der ASGW gilt.

Für folgende Stoffe in der nicht abschließenden Liste gilt der ASGW:

  1. Aluminium
  2. Aluminiumhydroxid
  3. Aluminiumoxid (faserfrei, außer Aluminiumoxid-Rauch)
  4. Bariumsulfat
  5. Graphit
  6. Kohlestaub
  7. Kunststoffstäube (z.B. Polyvinylchlorid, Bakelit, PET)
  8. Magnesiumoxid (außer Magnesiumoxid-Rauch)
  9. Siliciumcarbid (faserfrei)
  10. Talk
  11. Tantal
  12. Titandioxid

Der ASGW darf nicht angewandt werden für

  • ultrafeine Stäube
  • Stäube mit spezifischer Toxizität (z. B. Stäube mit erbgutverändernden, krebserzeugenden, fibrogenen oder sensibilisierenden Wirkungen)
  • lösliche Stoffe
  • Lackaerolsole
  • grobdisperse Partikelfraktionen
  • Stäube mit hergestellten Nanomaterialien
  • untertägige Arbeitsplätze.

Hier sind stoffspezifische Luftgrenzwerte einzuhalten, der ASGW gilt hier als allgemeine Obergrenze.

So lange keine anderen Erkenntnisse vorliegen, ist die gesamte erfasste Staubfraktion als unlöslich zu bewerten.

Beurteilung der Staubkonzentration

Zur Beurteilung der Staubkonzentration ist die A- und E-Staubfraktion zu ermitteln. Der AGW für A-Staub beträgt 1,25 mg/m³ und basiert auf einer mittleren Dichte von 2,5 g/cm³. Bei Materialien höherer oder niedrigerer Dichte kann eine Umrechnung erfolgen. Der AGW von E-Staub ist mit 10 mg/m³ gleich geblieben.

Arbeitsplätze mit schwankenden Staubbelastungen

Bei schwankenden Schichtmittelwerten besteht die Möglichkeit, ein dosisbasiertes Überwachungskonzept für die A-Staubfraktion über einen Zeitraum von längstens einem Monat festzulegen. Der Durchschnitt der gemessenen Schichtmittelwerte darf dabei über den Ermittlungszeitraum den AGW für die A-Staubfraktion von 1,25 mg/m³ nicht überschreiten. Der einzelne Schichtmittelwert muss den Wert von 3 mg/m³ für A-Staub unterschreiten.

Vorgehen bei Überschreitung des neuen A-Staub Grenzwertes von 1,25 mg/m³

Kann der A-Staub Grenzwert von 1,25 mg/m³ nicht eingehalten werden, gilt bis zum 31.12.18 eine Übergangsregelung. Danach kann für die Überprüfung der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz der alte AGW für A-Staub von 3 mg/m³ herangezogen werden. In diesem Fall müssen alle folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. eine aktuelle Gefährdungsbeurteilung und eine Expositionsermittlung nach TRGS 402 liegen vor
  2. der Schichtmittelwert liegt unter 3 mg/m³
  3. branchenübliche technische Schutzmaßnahmen wurden umgesetzt
  4. ein Schutzmaßnahmenkonzept zur Erreichung des neuen AGW für A-Staub wurde erstellt
  5. die Beschäftigten wurden über das Schutzmaßnahmenkonzept (Punkt 4) informiert und unterwiesen
  6. den Beschäftigten wurde Atemschutz zur Verfügung gestellt.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Eine Arbeitsmedizinische Vorsorge (Pflichtvorsorge) muss bei Arbeiten mit Staub durchgeführt werden, wenn der AGW für A- Staub von 1,25 mg/m³ und für E-Staub von 10 mg/m³ nicht eingehalten wird.