Sachgebiet Glas und Keramik

Quarzstaub

Grafische Darstellung Kristall-Modifikationen

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Kristall-Modifikationen

Quarzkristall

Quarzkristall

Der Begriff Quarzstaub bzw. Quarzfeinstaub bezeichnet Stäube, die kristallines Siliciumdioxid (SiO2) enthalten. Das SiO2 kann dabei in unterschiedlichen Kristall-Modifikationen auftreten. Die für den Gesundheitsschutz bedeutsamen Modifikationen sind insbesondere Quarz, sowie die Hochtemperaturmodifikationen Cristobalit und Tridymit, für die bis 2006 auch ein spezieller, gemeinsamer Grenzwert festgelegt war.

Am Arbeitsplatz treten vorwiegend sogenannte Mischstäube auf, d. h. Stäube mit Quarzgehalten von wenigen Prozenten bis hin zu hochquarzhaltigen Stäuben oder auch reinen Quarzstäuben (z. B. Bergkristall).

Da Silicium das nach dem Sauerstoff zweithäufigste Element der Erdkruste ist, sind Quarzstäube sehr häufig anzutreffen: im Bergbau und im Tunnelbau (je nach Gesteinsart), bei der Steingewinnung und -verarbeitung, in der keramischen und Glas-Industrie, als Formsande in der Gießereiindustrie, als Füllstoff in der Kunststoffindustrie oder bei Bauarbeiten (abhängig vom verarbeiteten Material).

Quarzgehalte (Massen-%) von Rohstoffen, Massen und Gesteinen:

Bezeichnung Quarzgehalt [Masse-%]
Kaolin 1 - 5
Ton 30 - 40
Feuerton 1 - 5; aber auch >10
Kalkstein 0 - 10
Feldspat 1 - 3
Granit 10 - 35
Sandstein >50
Irdenware 30 - 40
Ziegelsplit 30 - 40
Feinsteinzeug 25 - 40
Porzelanmasse 8 - 12

Für den Gesundheitsschutz bedeutsam sind dabei vor allem die Quarzfeinstäube. Beim Quarzfeinstaub handelt es sich um die A-Fraktion des am Arbeitsplatz auftretenden Quarzstaubes, dessen Partikel bis in tiefere Lungenregionen (Alveolen) gelangen und sich dort ablagern können.

Von den Quarzstäuben abzugrenzen sind Stäube, die nicht-kristallines SiO2 (amorphe Kieselsäure) enthalten, da sich ihre toxikologischen Eigenschaften wesentlich unterscheiden.

Quarzfeinstaub