Unfallursache Maschinen-Manipulation

App identifiziert Schwachstellen im Schutzkonzept von Maschinen

13.07.2017

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Eine nicht abgesenkte Schutzhaube an der Kreissäge kann schwere Handverletzungen zur Folge haben. (© Wolfgang Bellwinkel / DGUV)

Manipulierte Schutzeinrichtungen an Maschinen führen regelmäßig zu schweren und tödlichen Unfällen, verursachen Produktionsausfälle und hohe Kosten. Eine neue App hilft dem vorzubeugen. Mit ihr bietet das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) Planern, Herstellern und Betreibern von Maschinen ein kostenloses Tool, mit dem sich Manipulationsanreize an Maschinen einfach erkennen lassen.

Im Schnitt werden ein Drittel aller Schutzeinrichtungen an industriell genutzten Maschinen regelmäßig manipuliert. Die Folge sind Jahr für Jahr mehrere tausend Unfälle - auch tödliche.

"Schutzeinrichtungen an Maschinen werden dann außer Kraft gesetzt, wenn sie den Arbeitsablauf stören", sagt Stefan Otto, Experte für Maschinensicherheit im IFA. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn der Arbeitsraum schlecht einsehbar ist, vielleicht durch ein zu kleines Sichtfenster, wenn der erforderliche Arbeitstakt nicht erreicht wird oder bestimmte Tätigkeiten überhaupt nicht möglich sind, beispielsweise das Einrichten der Maschine. Otto: "Liegen solche Defizite vor, sprechen wir von einem Manipulationsanreiz."

Das IFA hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich der Manipulationsanreiz für jede beliebige Maschine bewerten lässt. Dieses Verfahren steht jetzt als App unter Android und iOS zur Verfügung. Die Bewertung kann jederzeit stattfinden: in der Konstruktionsphase der Maschine, vor Auslieferung oder bereits im Betrieb. Wichtig ist allerdings, dass Personen die App einsetzen, die mit der Bedienung der Maschine vertraut sind, also Hersteller, Händler oder die Fachkraft im Unternehmen.

Otto: "Nur wenn überhaupt erkannt wird, dass ein Manipulationsanreiz besteht, können Gegenmaßnahmen ergriffen, Unfälle vermieden und Menschen geschützt werden."

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