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Themenfeld Sicherheitssteuerungen und -komponenten

Aufgrund der Technologieentwicklung in der Automatisierungs- und Fertigungstechnik sind die Anforderungen an moderne und zukunftsorientierte Steuerungen stetig gestiegen. Flexibilität und Leitungsfähigkeit für die Maschinen- und Anlagensteuerung werden gleichermaßen gefordert wie die Umsetzung der Anforderungen unterschiedlichster Sicherheitsfunktionen zur Minimierung des jeweiligen Gefährdungspotenzials. Hierzu werden heute in der Regel sicherheitsrelevante Funktionen über programmierbare elektronische Systeme (PES) realisiert.

Betrachtet man dabei die komplette Verarbeitungskette "Sensorik-Logik-Aktorik", so werden nicht nur logische Signalverarbeitungen über sogenannte "Sicherheits-SPS" realisiert, sondern auch fehlersichere Sensoren und Antriebsregler verwendet. Neben der reinen hardwaremäßigen Verknüpfung unterschiedlicher Komponenten gewinnt die Betrachtung der softwaremäßigen Umsetzung einer Sicherheitsfunktion immer mehr an Bedeutung. Die Tatsache, dass für ein einzelnes Gerät die Konformität mit bestimmten Richtlinien oder EN-Normen erklärt wird, ist noch keine Garantie für die notwendige Tauglichkeit im Systemverbund. Erst die richtige Verwendung - Applikation - der einzelnen Hardwarekomponenten und Softwarebausteine macht aus einzelnen "Mosaikbausteinen" ein leistungsgerechtes und sicheres Gesamtsystem.

Die moderne Automatisierungstechnik beschränkt sich nicht nur auf die Konstruktion und Integration neuer Maschinen in einen Fertigungsablauf, sondern muss auch berücksichtigen, dass bereits vorhandene Maschinen und Anlagen miteinander zu verknüpfen sind. Dies bedeutet in den meisten Fällen eine Anpassung bzw. Modernisierung von Sicherheitssteuerungen und deren Verknüpfungen.

Die Fachleute des Themenfeldes befassen sich speziell mit diesen Aufgabenstellungen. Sie beraten und informieren Sie dazu von der Planung bis zur Umsetzung erforderlicher Sicherheitskonzepte, um die Anforderungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes bereits frühzeitig zu berücksichtigen.
Aufgrund der Mitarbeit in der internationalen Normung zu verschiedenen Sicherheitsthemen kann bei diesen Beratungen immer der aktuelle Stand neuer Entwicklungen berücksichtigt werden.

Safety und Security

Die Maschinen- und Anlagensicherheit betrachtet zur Zeit nur das Gebiet der Betriebssicherheit bzw. der technischen Sicherheit, wofür der Begriff "Safety" verwendet wird. Der Bereich der IT-Sicherheit, der sogenannten "Security", wird momentan in Richtlinien und Normen zur Maschinensicherheit noch nicht behandelt.

Ursprünglich war diese getrennte Betrachtung der beiden Arbeitsgebiete nicht von großer Bedeutung, da mit Einzug der Automatisierungstechnik zwar Maschinen und Anlagen mit programmierbaren Systemen ausgerüstet wurden, eine Vernetzung aber nur sukzessiv erfolgte. In den letzten Jahren ist jedoch auch eine Verbindung von einzelnen Maschinen oder kompletten Fertigungsstraßen über Netzwerke innerhalb einer Fertigungsstätte oder sogar mit Produktionsstätten an anderen Orten zu beobachten. Somit stellt sich zum Beispiel die Frage: "Wie erfolgt eigentlich der Schutz diese Produktionssysteme gegen ungewollte Angriffe von außen?"

Sicherheitsfunktionen könnten dahingehend manipuliert werden, dass diese passiviert oder dass Geschwindigkeiten verändert werden. Auch ein ungewollter Maschinenanlauf mit größter Gefährdung von Beschäftigten könnte erfolgen. Diese Mängel in einer fehlenden "Security-Betrachtung" von vernetzten Industrieanlagen können jedoch nicht mit Werkzeugen behoben werden, wie sie z. B. bei Bürocomputernetzen zum Einsatz kommen. Industriesteuerungen verfügen derzeit über keine Antivirenprogramme oder vergleichbaren Maßnahmen, wie sie aus IT-Anwendungen bekannt sind.

Betrachtet man die Entwicklung von Maschinen- und Anlagensteuerungen unter dem Aspekt der Industrie 4.0 wird deutlich, dass bereits heute eine gleichzeitige Betrachtung von Safety- und Security-Maßnahmen auch in Maschinensteuerungen dringend erforderlich ist. Hierbei geht es zunächst um einfachste organisatorische Maßnahmen, die z.B. verhindern, dass über USB-Sticks von Wartungspersonal keine Computerviren übertragen werden oder dass bei Updates von Anlagensteuerungen keine direkte Internetverbindung über den Wartungs-Laptop zu eine mögliche Einfallstür für Schadsoftware geschaffen wird.

Die Fachleute des Themenfeldes befassen sich speziell auch mit diesem Thema und erarbeiten grundlegende Informationen, damit Safety- und Security-Aspekte bei Maschinen- und Anlagensteuerungen gleichermaßen berücksichtigt werden können.

Beratungsschwerpunkte

  • Umsetzung eines erforderlichen Performance Level (PL) bzw. Safety Integrity Level (SIL) zur Risikoreduzierung durch steuerungstechnische Maßnahmen
  • Steuerungstechnische Integration von Einzel-Maschinen zu komplexen Fertigungsanlagen unter dem Aspekt der Sicherheitstechnik
  • Beurteilung sicherheitstechnischer Anforderungen bei der Modernisierung von Maschinen und Anlagen
  • Anwendung und Integration optischer Schutzeinrichtungen (Lichtschranken, BWS, Kamerasysteme u.a.)
  • Maßnahmen zur Fehlererkennung bzw. Fehlerbeherrschung in sicherheits-relevanten Steuerungen
  • Umsetzung der Anforderungen der DIN EN ISO 13849 für Sicherheitsfunktionen in Neu- und Altanlagen

Zertifizierungen

Die Prüf- und Zertifizierungsstelle HSM (Hebezeuge, Sicherheitskomponenten, Maschinen) bietet Prüfungen und Zertifizierungen von Sicherheitssteuerungen und –komponenten an. Sie verfügt über moderne Messsysteme zur Durchführung von EG-Baumusterprüfungen sowie GS-Prüfungen und führt auch Konzeptbeurteilungen komplexer Systeme durch.

zur "Prüf- und Zertifizierungsstelle HSM"