FAQ Themenfeld "Ver- und Entsorgungsleitungsbau im Tiefbau"

Bau von Versorgungsleitungen

  • 1. Was ist beim Trennen von Gasleitungen aus Metall zu beachten?

    Beim Trennen von Gasleitungen aus Stahl können gefährliche Berührungsspannungen und zündfähiger Funkenüberschlag auftreten.

    Es ist daher bei folgenden Arbeiten eine elektrisch leitende Überbrückung herzustellen:

    • vor dem Trennen oder Verbinden von Gasleitungen aus Metall
    • vor dem Ein- oder Ausbauen von Leitungsteilen, Armaturen, Gaszählern
    • vor dem Ziehen oder Setzen von Steckscheiben

    Diese Forderung ist erfüllt, wenn zur Überbrückung flexible isolierte Kupferseile nach DIN 46440 verwendet werden. Der Querschnitt der Überbrückungskabel ist abhängig von der Länge der Trennstelle:

    • Querschnitt 16 mm2 bis 3 m Länge bei Hausanschlussleitungen und Inneninstallation
    • Querschnitt 25 mm2 bis maximal 10 m Länge
    • Querschnitt 50 mm2 bis maximal 20 m Länge

    Darüber hinaus sind die KKS- und LKS-Anlagen an der zu trennenden Rohrleitung während der Arbeiten abzuschalten.

  • 2. Was ist beim Trennen von Gasleitungen aus PE-/PVC zu beachten?

    Beim Sägen und Schneiden von Gasleitungen aus Polyethylen werden an der Schnittstelle keine gefährlichen elektrostatischen Aufladungen erzeugt, die eine Zündgefahr darstellen können.

    Größere elektrostatische Aufladungen können jedoch erzeugt werden, wenn die Rohroberfläche mit einem trockenen Tuch bei großer Oberflächenberührung gerieben wird. Deshalb ist das Reinigen von PE-Rohren mit einem trockenen Tuch zu vermeiden.

    Außerdem können durch äußere, nicht kalkulierbare Ereignisse (z. B. Rutschen von Absperrblasen in PE-/PVC Leitungen) ebenfalls gefährliche elektrostatische Aufladungen erzeugt werden. Deshalb sind metallische Geräte (z. B. Anbohrgeräte, Blasensetzgeräte, …) auf Kunststoff-Rohrleitungen durch geeignete Vorrichtungen zu erden.

  • 3. Welche Geräte dürfen zum Trennen von Gasleitungen verwendet werden?

    Zur Vermeidung von Zündfunkten sind keine funkenreißenden Geräte und Maschinen zu verwenden. In Frage kommen hier z. B. Druckluftrohrsägen und –fräsen, Rohrschneider und funkenarmes Werkzeug.

  • 4. Arbeiten an Gasleitungen sollten nach Möglichkeit im gasfreien Zustand ausgeführt werden. Wann ist der gasfreie Zustand erreicht?

    Liegt die Konzentration eines brennbaren Gases unterhalb von 50 % der unteren Explosionsgrenze dieses Gases, ist der gasfreie Zustand erreicht.

  • 5. Was ist unter Arbeitsverfahren mit geringer Gefährdung zu verstehen?

    Bei Arbeitsverfahren mit geringer Gefährdung wird der Austritt von Gas vermieden, bzw. auf ein Minimum reduziert. Jedoch ist auch bei Arbeiten mit geringer Gefährdung noch mit Brand- und Explosionsgefahr zu rechnen. Daher darf auch beim Einsatz von Arbeitsverfahren mit geringer Gefährdung nicht auf die entsprechende PSA sowie weitere Schutzmaßnahmen (z.B. Aufsicht, Bereitstellung von Feuerlöschern) verzichtet werden.

  • 6. Was ist unter Arbeitsverfahren mit erhöhter Gefährdung zu verstehen?

    Bei Arbeitsverfahren mit erhöhter Gefährdung wird unter kontrollierter Gasausströmung gearbeitet. Hier ist immer mit Brand- und Explosionsgefahr, gegebenenfalls auch mit Erstickungsgefahr zu rechnen. Arbeitsverfahren mit erhöhter Gefährdung sind bei Arbeiten an Leitungen der Flüssiggasversorgung nicht zulässig.

    Für Arbeitsverfahren mit erhöhter Gefährdung gelten Einsatzgrenzen (maximaler Bohrungsdurchmesser 65 mm, maximaler Leitungsdurchmesser von 65 mm beim Trennen, Betriebsdruck maximal 100 mbar.). Es werden erhöhte Anforderungen an das dafür eingesetzte Personal sowie die dafür erforderliche PSA gestellt.

  • 7. Welche PSA ist für Arbeiten an Gasleitungen erforderlich?

    Mindestens flammenhemmender Anzug nach DIN EN ISO 11612 Schutzkleidung - Kleidung zum Schutz gegen Hitze und Flammen.

    Beim Schweißen metallischer Werkstoffe muss die Jacke außerdem die Anforderungen an Schweißerschutzkleidung nach DIN EN ISO 11611 erfüllen.

    Können bei einem Gasaustritt (kontrolliert oder unkontrolliert) feste oder flüssige Partikel im Gasstrom enthalten sein (z.B. Stäube, Kondensate oder mitgerissenes Erdreich), muss die Schutzkleidung darüber hinaus ableitfähig nach DIN EN 1149 sein (z.B. Einsatz von Verfahren mit erhöhter Gefährdung oder Störungsbeseitigung unter Gasaustritt).

    Als Unterbekleidung unter dem flammenhemmenden Anzug dürfen keine leicht schmelzenden Textilien verwendet werden.

    Werden Arbeiten mit erhöhter Gefährdung durchgeführt, muss die PSA abhängig von der Gefährdungsbeurteilung erweitert werden, z.B. zusätzlich um:

    • Schwerentflammbaren Kopfschutz
    • Schwerentflammbare Handschuhe
    • Atemschutz (wenn Erstickungsgefahr zu befürchten ist)
  • 8. Welche Anforderungen werden an die Aufsicht bei Arbeiten an Gasleitungen gestellt?

    Als Aufsicht ist ein mit diesen Arbeiten vertrauter Ingenieur, Techniker, Meister oder Vorarbeiter geeignet; an Kleinbaustellen auch eine besonders ausgebildete, eingewiesene und erfahrene Person (Fachkraft).

    Die Aufsicht inklusive der Weisungsbefugnis ist schriftlich zu übertragen.

    Die Beauftragung muss sich auf die DGUV Regel 100-500 Kap. 2.31 sowie die TRGS 1112 Teil 1 beziehen.

    Durch die Aufsicht ist insbesondere sicherzustellen, dass

    • mit den Arbeiten erst begonnen wird, wenn die in der Arbeitsfreigabe bzw. in der Betriebsanweisung oder Arbeitsanweisung festgelegten Maßnahmen getroffen sind,
    • eine Messung der Atmosphäre im Arbeitsbereich durchgeführt wurde und während der Durchführung der Arbeiten fortgeführt wird,
    • die Beschäftigten während der Arbeit die festgelegten Schutzmaßnahmen einhalten, einschließlich der Benutzung der festgelegten PSA
    • ein schnelles Verlassen des gefährdeten Bereichs gewährleistet ist
    • Unbefugte von der Arbeitsstelle ferngehalten werden
  • 9. Was ist bei Tätigkeiten an Asbestzementrohrleitungen zu beachten?

    Tätigkeiten an asbesthaltigen Produkten und damit auch an Asbestzementrohren sind grundsätzlich verboten. Erlaubt sind nur das Entfernen und die Instandhaltung der Rohre.

    Dabei sind die Anforderungen der TRGS 519 "Asbest - Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten" zu erfüllen.

    Bei allen Tätigkeiten an Asbestzementrohrleitungen sind insbesondere folgende Punkte zu beachten:

    • Arbeiten mit asbesthaltigen Materialien und damit auch Instandhaltungsarbeit an Asbestzementrohren sind spätestens 7 Tage vor Beginn der Arbeiten schriftlich der zuständigen Behörde (Gewerbeaufsicht) sowie der Berufsgenossenschaft anzuzeigen. Die Anzeige kann unternehmens- oder objektbezogen sein. Für Instandhaltungsarbeiten ist in der Regel eine unternehmensbezogene Anzeige ausreichend, die mindestens alle sechs Jahre zu erneuern ist.
    • Die Arbeiten sind unter Leitung eines sachkundigen Aufsichtsführenden auszuführen (mindestens Sachkunde nach TRGS 519 Anlage 4A). Die sachkundige Person muss während der Arbeiten ständig anwesend sein.
    • Asbestzementrohre sollen möglichst zerstörungsfrei ausgebaut werden. Muss die Rohrleitung getrennt werden, dürfen nur langsam laufende Maschinen und Geräte unter Einsatz von Sprühmitteln (z.B. Restfaserbindemittel) eingesetzt werden. Die ausgebauten Rohre werden staubdicht verpackt und als gefährlicher Abfall entsorgt.
    • Bei den Tätigkeiten ist persönliche Schutzausrüstung zu tragen:
      • partikelfiltrierende Halbmasken FFP2 für kurzzeitige Tätigkeiten (maximal zwei Stunden pro Schicht),
      • Halbmasken mit P2-Filter für länger andauernde Tätigkeiten,
      • Schutzanzüge der Kategorie III, Typ 5-6, bei Auftreten von Sprühnebeln und Feuchtigkeit Typ 4.
    • Beim Tragen von Atemschutz und Schutzkleidung sind die Tragezeitbegrenzungen nach DGUV Regel 112-190 "Benutzung von Atemschutzgeräten" zu beachten.
    • Für das Ausbauen und Trennen von Asbestzementrohren stehen emissionsarme Verfahren zur Verfügung. Diese Verfahren sind in der DGUV Information 201-012 (bisher BGI 664) gelistet. Bei der Anwendung dieser Verfahren gibt es bestimmte Erleichterungen bei den Schutzmaßnahmen.
    • Für die Beschäftigten ist eine arbeitsmedizinische Vorsorge zu veranlassen (Pflichtvorsorge), da bei Arbeiten an bestehenden Rohrleitungen eine wiederholte Exposition gegenüber Asbest nicht ausgeschlossen werden kann.

Bau von Entsorgungsleitungen

  • 1. Wo muss bei der Erstellung von Schächten das erste Steigeisen von der Geländeoberkante aus sein?

    Die anzuwendende Regelung für diesen Sachverhalt ist die ASR 1.8 - Technische Regeln für Arbeitsstätten: Verkehrswege - vom November 2012 geändert 2016.

    Bei Sachverhalten, welche hier nicht geregelt sind, ist die DGUV Regel 103-007 "Steiggänge für Behälter und umschlossenen Räume" (bisher BGR 177) heranzuziehen.

    Staatliche Regelungen z. B. die ASR oder TRBS erfüllen die sogenannte Vermutungswirkung und sind somit den Regelungen der Berufsgenossenschaften in DGUV Regeln oder DGUV Informationen vorrangig.

    Die ASR 1.8 führt zu dem Thema das Abstandes Geländeoberkante Steigeisen folgendes aus:

    4.6 Steigeisengänge und Steigleitern

    4.6.2 Gestaltung und Einbau

    (3) .................Die Steigeisenabstände dürfen maximal 333 mm betragen. Der lotrechte Abstand zwischen oberstem Steigeisen und Austrittsstelle darf höchstens einen Steigeisenabstand betragen. Bei Schächten im Straßenbau mit Einstiegsöffnungen von nicht mehr als 650 mm Durchmesser kann der Abstand bis auf 500 mm vergrößert werden. Wenn sich durch nachträgliches Aufbringen/Erhöhen der Straßendecke Änderungen ergeben, sind in Ausnahmefällen 650 mm bei bestehenden Anlagen statthaft.

    Toleranzen über die 500 mm hinaus sind in der ASR 1.8 nicht vorgesehen (bis auf den Ausnahmefall des nachträglichen Aufbaus des Straßenoberbaus). Somit ist für den Neubau von Schächten eine klare Regelung geschaffen worden. Für Bestandschächte ist in Anlehnung zu verfahren.

  • 2. Was ist bei Tätigkeiten an Asbestzementrohrleitungen zu beachten?

    Tätigkeiten an asbesthaltigen Produkten und damit auch an Asbestzementrohren sind grundsätzlich verboten. Erlaubt sind nur das Entfernen und die Instandhaltung der Rohre.

    Dabei sind die Anforderungen der TRGS 519 "Asbest - Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten" zu erfüllen.

    Bei allen Tätigkeiten an Asbestzementrohrleitungen sind insbesondere folgende Punkte zu beachten:

    • Arbeiten mit asbesthaltigen Materialien und damit auch Instandhaltungsarbeit an Asbestzementrohren sind spätestens 7 Tage vor Beginn der Arbeiten schriftlich der zuständigen Behörde (Gewerbeaufsicht) sowie der Berufsgenossenschaft anzuzeigen. Die Anzeige kann unternehmens- oder objektbezogen sein. Für Instandhaltungsarbeiten ist in der Regel eine unternehmensbezogene Anzeige ausreichend, die mindestens alle sechs Jahre zu erneuern ist.
    • Die Arbeiten sind unter Leitung eines sachkundigen Aufsichtsführenden auszuführen (mindestens Sachkunde nach TRGS 519 Anlage 4A). Die sachkundige Person muss während der Arbeiten ständig anwesend sein.
    • Asbestzementrohre sollen möglichst zerstörungsfrei ausgebaut werden. Muss die Rohrleitung getrennt werden, dürfen nur langsam laufende Maschinen und Geräte unter Einsatz von Sprühmitteln (z.B. Restfaserbindemittel) eingesetzt werden. Die ausgebauten Rohre werden staubdicht verpackt und als gefährlicher Abfall entsorgt.
    • Bei den Tätigkeiten ist persönliche Schutzausrüstung zu tragen:
      • partikelfiltrierende Halbmasken FFP2 für kurzzeitige Tätigkeiten (maximal zwei Stunden pro Schicht),
      • Halbmasken mit P2-Filter für länger andauernde Tätigkeiten,
      • Schutzanzüge der Kategorie III, Typ 5-6, bei Auftreten von Sprühnebeln und Feuchtigkeit Typ 4.
    • Beim Tragen von Atemschutz und Schutzkleidung sind die Tragezeitbegrenzungen nach DGUV Regel 112-190 "Benutzung von Atemschutzgeräten" zu beachten.
    • Für das Ausbauen und Trennen von Asbestzementrohren stehen emissionsarme Verfahren zur Verfügung. Diese Verfahren sind in der DGUV Information 201-012 (bisher BGI 664) gelistet. Bei der Anwendung dieser Verfahren gibt es bestimmte Erleichterungen bei den Schutzmaßnahmen.
    • Für die Beschäftigten ist eine arbeitsmedizinische Vorsorge zu veranlassen (Pflichtvorsorge), da bei Arbeiten an bestehenden Rohrleitungen eine wiederholte Exposition gegenüber Asbest nicht ausgeschlossen werden kann.
  • 3. Muss ein Baugeräteführer z. B. Baggerfahrer einen sog. "Baumaschinenführerschein" haben?

    Nein!

    Ein sog. Baumaschineführerschein wird in keiner staatlichen oder berufsgenossenschaftlichen Vorschrift gefordert. Selbstverständlich ist eine Zusatzqualifikation immer sinnvoll und empfehlenswert. Finanziell unterstützt werden Maschinenführerqualifikationen nach dem ZUMBau Qualitätsstandard für die Qualifizierung von Maschinenführern in der Bauwirtschaft über die Arbeitsschutzprämien der BG BAU. Weiterhin wird die Qualifizierung für die Mitarbeiter, welche im Einflussbereich von Erdverlegten Leitungen arbeiten, finanziell unterstützt (GW 129 und S 129)

Sanierung von Entsorgungsleitungen

  • 1. Ab welchem Durchmesser darf in abwassertechnischen Anlagen eingestiegen und gearbeitet werden?

    Die rechtliche Grundlage hierfür findet sich im § 34 (8), (9) in der UVV „Abwassertechnische Anlagen“ und unter Pkt. 5 Anforderungen zum Einsteigen in umschlossene Räume in der DGUV Regel 103-003 "Arbeiten in umschlossenen Räumen von abwassertechnischen Anlagen"“.

    Unterschieden wird das Begehen von Schächten und Kanälen.

    Schächte dürfen nur begangen werden, wenn sie eine lichte Weite von mindestens 1 m haben. Abweichend davon kann auch in Schächten ab 0,8 m lichte Weite eingestiegen werden, wenn zuvor geprüft worden ist, ob besondere Sicherheitsmaßnahmen, z. B. zusätzliche technische Belüftung, erforderlich sind.

    Kanäle dürfen nur begangen werden, wenn die lichte Höhe mindestens 1 m beträgt. Dies gilt nicht, wenn für Kanäle mit einer lichten Höhe ≥ 0,8 m ein Begehen aus betriebstechnischen Gründen notwendig ist und besondere Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. Betriebstechnische Gründe können z. B. Instandsetzungsarbeiten oder Beseitigen von Störungen sein. Besondere Sicherheitsmaßnahmen sind z. B.:

    • Rückhaltung des Abwasserzuflusses zum Arbeitsbereich,
    • zusätzliche technische Belüftung,
    • Mitführen eines Atemschutzgerätes zur Selbstrettung,
    • ständige Seilsicherung.
  • 2. Wo muss bei der Erstellung von Schächten das erste Steigeisen von der Geländeoberkante aus sein?

    Die anzuwendende Regelung für diesen Sachverhalt ist die ASR 1.8 - Technische Regeln für Arbeitsstätten: Verkehrswege - vom November 2012 geändert 2016.

    Bei Sachverhalten, welche hier nicht geregelt sind, ist die DGUV Regel 103-007 "Steiggänge für Behälter und umschlossenen Räume" (bisher BGR 177) heranzuziehen.

    Staatliche Regelungen z. B. die ASR oder TRBS erfüllen die sogenannte Vermutungswirkung und sind somit den Regelungen der Berufsgenossenschaften in DGUV Regeln oder DGUV Informationen vorrangig.

    Die ASR 1.8 führt zu dem Thema das Abstandes Geländeoberkante Steigeisen folgendes aus:

    4.6 Steigeisengänge und Steigleitern

    4.6.2 Gestaltung und Einbau

    (3) .................Die Steigeisenabstände dürfen maximal 333 mm betragen. Der lotrechte Abstand zwischen oberstem Steigeisen und Austrittsstelle darf höchstens einen Steigeisenabstand betragen. Bei Schächten im Straßenbau mit Einstiegsöffnungen von nicht mehr als 650 mm Durchmesser kann der Abstand bis auf 500 mm vergrößert werden. Wenn sich durch nachträgliches Aufbringen/Erhöhen der Straßendecke Änderungen ergeben, sind in Ausnahmefällen 650 mm bei bestehenden Anlagen statthaft.

    Toleranzen über die 500 mm hinaus sind in der ASR 1.8 nicht vorgesehen (bis auf den Ausnahmefall des nachträglichen Aufbaus des Straßenoberbaus). Somit ist für den Neubau von Schächten eine klare Regelung geschaffen worden. Für Bestandschächte ist in Anlehnung zu verfahren.

  • 3. Welche Gase sind mit dem Gaswarngerät zu messen?

    Bei Arbeiten in abwassertechnischen Anlagen sind mindestens Methan (CH4), Schwefelwasserstoff (H2S), Sauerstoff (O2) und Kohlendioxid (CO2) zu messen.

  • 4. Wann muss das Gaswarngerät eingesetzt werden?

    Vor jedem Einstieg muss eine Freimessung mit dem Gaswarngerät von einer gesicherten Position erfolgen. Während der Arbeiten wird das Gerät zur kontinuierlichen Überwachung der Atmosphäre mitgeführt.

  • 5. Was ist allgemein zu beachten, wenn man in Schächte abwassertechnischer Anlagen einsteigt?

    Es ist mindestens ein Sicherungsposten einzusetzen. Dieser hat mit einsteigenden Versicherten ständig Verbindung zu halten.

    Schächte in abwassertechnische Anlagen dürfen nur begangen werden, wenn deren lichte Weite mindestens 1 m beträgt. Abweichend hiervon darf auch in Schächten ab 0,8 m lichte Weite eingestiegen werden, wenn zuvor geprüft worden ist, ob besondere Sicherheitsmaßnahmen - z. B. zusätzliche Belüftung, ständige Seilführung - erforderlich sind.

    Die lichte Weite von Einstiegsöffnungen soll mindestens 0,8 m betragen. Abweichend davon können Einstiegsöffnungen, die in Verkehrswegen von Fahrzeugen liegen, mindestens eine lichte Weite von 0,6 m haben, die Maßnahmen zum Ein- und Aussteigen und Retten von Versicherten sind hierbei entsprechend anzupassen.

    Bei der Benutzung von Steigleitern und Steigeisengängen mit mehr als 5 m Absturzhöhe müssen Schutzausrüstungen gegen Absturz benutzt werden, z. B. Höhensicherungsgerät.

    Auf Grund der besonderen Gefahren beim Einstieg in Schächte können Schutzmaßnahmen gegen Absturz bereits bei geringen Höhen erforderlich sein, z. B. bei losen, korrodierten oder verunreinigten Steigeisen bzw. Steigleitern.

    Schachtöffnungen müssen gegen die Gefahr des Hineinstürzens gesichert sein.

    Vor dem Einstieg ist festzustellen, welche Stoffe oder Zubereitungen in welcher Konzentration in der Rohrleitung oder dem Schacht enthalten sind oder im Verlauf der Arbeiten auftreten können. In den meisten Fällen ist dazu Freimessen erforderlich. Durch Freimessen werden die Gefahrstoffkonzentration und der Sauerstoffgehalt vor und während der Arbeiten ermittelt.

  • 6. Besteht für Versicherte, die in abwassertechnischen Anlagen arbeiten ein Impfpflicht?

    Impfungen sind Bestandteil der arbeitsmedizinischen Vorsorge. Sie sind den Beschäftigten anzubieten, soweit das Risiko einer Infektion tätigkeitsbedingt und im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöht ist und der oder die betroffene Beschäftigte nicht bereits über einen ausreichenden Immunschutz verfügt.

    Das Impfangebot erfolgt im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge durch den Arzt oder die Ärztin. Es umfasst die Information des oder der Beschäftigten über den Nutzen der Impfung und die zu verhütende Krankheit, die Aufklärung über Beginn und Dauer der Schutzwirkung.

    Der oder die Beschäftigte kann das Impfangebot annehmen oder ablehnen. Bei Ablehnung muss das Impfangebot dem oder der Beschäftigten anlässlich der nächsten arbeitsmedizinischen Vorsorge erneut unterbreitet werden. Die Tätigkeit darf auch bei Ablehnung des Impfangebotes ausgeführt werden.

    Die Impfung erfolgt im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge.

    Impfungen im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge sind Arbeitsschutzmaßnahmen. Kosten für Arbeitsschutzmaßnahmen darf der Arbeitgeber nicht dem Beschäftigten auferlegen.

  • 7. Was ist bei Tätigkeiten an Asbestzementrohrleitungen zu beachten?

     

    Tätigkeiten an asbesthaltigen Produkten und damit auch an Asbestzementrohren sind grundsätzlich verboten. Erlaubt sind nur das Entfernen und die Instandhaltung der Rohre.

    Dabei sind die Anforderungen der TRGS 519 "Asbest - Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten" zu erfüllen.

    Bei allen Tätigkeiten an Asbestzementrohrleitungen sind insbesondere folgende Punkte zu beachten:

    • Arbeiten mit asbesthaltigen Materialien und damit auch Instandhaltungsarbeit an Asbestzementrohren sind spätestens 7 Tage vor Beginn der Arbeiten schriftlich der zuständigen Behörde (Gewerbeaufsicht) sowie der Berufsgenossenschaft anzuzeigen. Die Anzeige kann unternehmens- oder objektbezogen sein. Für Instandhaltungsarbeiten ist in der Regel eine unternehmensbezogene Anzeige ausreichend, die mindestens alle sechs Jahre zu erneuern ist.
    • Die Arbeiten sind unter Leitung eines sachkundigen Aufsichtsführenden auszuführen (mindestens Sachkunde nach TRGS 519 Anlage 4A). Die sachkundige Person muss während der Arbeiten ständig anwesend sein.
    • Asbestzementrohre sollen möglichst zerstörungsfrei ausgebaut werden. Muss die Rohrleitung getrennt werden, dürfen nur langsam laufende Maschinen und Geräte unter Einsatz von Sprühmitteln (z.B. Restfaserbindemittel) eingesetzt werden. Die ausgebauten Rohre werden staubdicht verpackt und als gefährlicher Abfall entsorgt.
    • Bei den Tätigkeiten ist persönliche Schutzausrüstung zu tragen:
      • partikelfiltrierende Halbmasken FFP2 für kurzzeitige Tätigkeiten (maximal zwei Stunden pro Schicht),
      • Halbmasken mit P2-Filter für länger andauernde Tätigkeiten,
      • Schutzanzüge der Kategorie III, Typ 5-6, bei Auftreten von Sprühnebeln und Feuchtigkeit Typ 4.
    • Beim Tragen von Atemschutz und Schutzkleidung sind die Tragezeitbegrenzungen nach DGUV Regel 112-190 "Benutzung von Atemschutzgeräten" zu beachten.
    • Für das Ausbauen und Trennen von Asbestzementrohren stehen emissionsarme Verfahren zur Verfügung. Diese Verfahren sind in der DGUV Information 201-012 (bisher BGI 664) gelistet. Bei der Anwendung dieser Verfahren gibt es bestimmte Erleichterungen bei den Schutzmaßnahmen.
    • Für die Beschäftigten ist eine arbeitsmedizinische Vorsorge zu veranlassen (Pflichtvorsorge), da bei Arbeiten an bestehenden Rohrleitungen eine wiederholte Exposition gegenüber Asbest nicht ausgeschlossen werden kann.