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Runder Tisch "Sichere Bauprozesse im Zimmererhandwerk"

BG BAU und Holzbau Deutschland stellten erste Ergebnisse des Runden Tisches auf der IHM 2017 in München vor

Logo des Runden Tisches

Bild: BG BAU

Um mehr Sicherheit im Zimmerer- und Holzbaubauhandwerk zu erreichen, ziehen die BG BAU und Holzbau Deutschland seit längerem gemeinsam und verstärkt an einem Strang. Im Rahmen des Runden Tisches "Sichere Bauprozesse im Zimmererhandwerk", deren Beteiligte die BG BAU, mehrere Zimmerer aus der Praxis und Verbände des Zimmererhandwerks sind, werden Bauprozesse analysiert, Ideen entwickelt und Lösungen diskutiert. Ziel ist es, das Unfallgeschehen im Holzbau deutlich zu senken.

Erste Ergebnisse des Runden Tisches wurden Anfang März 2017 öffentlich auf der Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München vorgestellt. Auf einem Stand der Zimmerer-Innung München wurde dazu ein eigens konzipierter, begehbarer Dachstuhl aufgestellt. Jeder Interessierte konnte den Dachstuhl gesichert begehen und so den Beruf des Zimmerers am Dach hautnah und absturzsicher erleben.

Auf dem Stand wurden die ersten Prototypen der leichten Plattformleiter vorgestellt. Da 50 % aller schweren und schwersten Absturzunfälle mit Leitern passieren, erarbeitet der Runde Tisch, bestehend aus Vertretern der BG BAU, mehreren Holzbauunternehmern und der Verbände des Holzbaus, unter anderem an einer Weiterentwicklung der Leiter in Punkto Sicherheit. "Ich freue mich, dass wir nun erste Ergebnisse vorstellen konnten. Die neue Plattformleiter ist sicherer als bisher übliche Anlege- und Stehleitern und vielfältig einsetzbar. Ich bin daher sehr optimistisch, dass wir mit ihr weniger Absturzunfälle haben werden", so Erwin Taglieber, Holzbauunternehmer aus Oettingen in Bayern und Mitglied des Runden Tisches "Sichere Bauprozesse im Zimmererhandwerk". Die leichte Plattformleiter wiegt maximal 15 Kilo und wird ab Sommer 2017 im Rahmen der Arbeitsschutzprämien der BG BAU gefördert. Die leichte Plattformleiter ist eine von fünf Maßnahmen, welche im Rahmen der Initiative für den Holzbau "Wir Zimmern Sicher!" erarbeitet wurde. Eine weitere Maßnahme sind die Erprobung von speziellen Produkte und Verfahren für die besonderen Situationen, die auf Baustellen des Holzbaus auftreten können. Dazu gehören z. B. mobile horizontale Lifeline-Systeme mit integrierten Schockabsorbern und Sicherungsmaßnahmen unter Verwendung von stillgesetzten Kranen mit Personensicherungsmodus als Anschlagpunkt. Weitere Maßnahmen sind der Bereich der Vormontage am Boden, kleinformatige Schutznetze und temporäre Montagesicherungspunkte sowie dauerhafte Anschlagseinrichtungen für Holzbauarbeiten. Ausführlichere Informationen sind auf der eingerichteten Online-Infoplattform www.bgbau.de/wirzimmersicher zu finden.

Damit Zimmerer- und Holzbauunternehmen das Thema Arbeitssicherheit auch ihren Kunden vermitteln können, präsentierte Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland - Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes - drei Musteranschreiben. Sie richten sich an private Bauherren, die öffentlichen Auftraggeber und Architekten. "Der Kostendruck beim Bauen darf nicht zu Lasten der Sicherheit am Bau gehen. Keinesfalls darf auf notwendige Unfallverhütungsmaßnahmen verzichtet werden", so Aicher. "Natürlich müssen und wollen wir kostenbewusst Bauen und stellen uns mit unseren sorgfältig kalkulierten Angeboten dem Wettbewerb, aber eben nicht zu Lasten der Sicherheit".


Gruppenbild mit den Mitgliedern des

Mitglieder des Runden Tisches "Sichere Bauprozesse im Zimmerhandwerk" und Mitarbeiter der BG BAU, die die Initiative unterstützen
Bild: BG BAU