• Bildcollage: Vergießen von Aluminium mit einer Handgießpfanne, Aluminiumschmelze in einer Druckgießerei, Vergießen von Gusseisen an einer automatischen Formanlage.

Themenfeld Gießereien

Im Themenfeld Gießereien werden alle Fragen im Zusammenhang mit der Arbeitssicherheit und dem Gesundheitsschutz in Gießereien behandelt. Neben den technischen Sicherheitskonzepten bilden die Gefahrstoffe in Gießereien einen Schwerpunkt.

Gießereien fertigen Gusserzeugnisse durch Vergießen von schmelzflüssigen Metallen in verlorene Formen oder Dauerformen. Je nach Gießverfahren wird unterschieden in Sandgießereien, Kokillengießereien, Druckgießereien, Schleudergießereien und Feingießereien. Gießereien werden nach den vergossenen Werkstoffen in Aluminiumgießereien, Schwermetallgießereien, Stahlgießereien und Eisengießereien unterteilt.

Spezifische Gefahren treten in folgenden Bereichen auf:

  • Modellbau/Kokillenbau
  • Schmelzbetrieb
  • Formerei
  • Gießbetrieb
  • Kernmacherei
  • Sandaufbereitung
  • Putzerei

Für die spezifischen Gefahren in Gießereien ist eine auf die einzelnen Bereiche zugeschnittene Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. Dabei sind die im Prozess entstehenden Gefahrstoffe zu berücksichtigen.

Gusswerkstoffe

Gusswerkstoffe sind Metalle oder Legierungen, die im flüssigen Aggregatzustand in eine Form gefüllt werden. Die Form selbst entspricht im Wesentlichen dem fertigen Bauteil. Das Gussteil ist endkonturnah und wird in den meisten Fällen anschließend nur noch spanend bearbeitet.

Schmelzaggregate in Gießereien

Das Aufschmelzen der Gusswerkstoffe erfolgt in Schmelzöfen. In den Gießereien sind unterschiedliche Schmelzöfen im Einsatz:

  • Lichtbogenofen
  • Kupolofen
  • Induktionsofen
  • Tiegelschmelzöfen
  • Drehtrommelofen

Vergießen in verlorene Formen

Bei diesem Verfahren wird das schmelzflüssige Metall in eine Sandform vergossen. Die inneren Konturen der Gussteile entstehen durch das Einlegen von Kernen. Nach dem Abguss wird die Form aufgebrochen, um das Gussteil mit Gieß-, Anschnittsystem und Speisern herauszuheben. Die Form ist somit verloren.

In Sandformen werden vor allem Stahlguss und Gusseisen gefertigt, aber auch Kupfergusslegierungen und Aluminiumguss. Die Formstoffe bestehen meist aus einem Quarzsand, der durch physikalische oder chemische Verfahren in Form gebracht wird. Am häufigsten sind die tongebundenen Formstoffe in den Gießereien anzutreffen. Bei den Kernen dominieren Verfahren mit einer chemischen Bindung. Im Bereich Großguss werden sowohl die Formen als auch die Kerne mit chemischen Bindern gefertigt.

Vergießen in Dauerformen

Dauerformen bestehen aus metallischen Werkstoffen. Sie werden mehrfach verwendet. Vor dem Abguss wird ein Trennmittel aufgetragen. Dauerformen werden vor allem bei NE-Metalllegierungen eingesetzt.

Dauerformverfahren:

  • Kokillengießverfahren
  • Druckgießverfahren
  • Schleudergießverfahren

Gussnachbehandlung

An den Oberflächen von Gussteilen, die mit verlorenen Formen gefertigt wurden, haften nach dem Auspacken noch Formstoffreste an. Diese Anhaftungen werden mit Strahlanlagen abgestrahlt. Gussteile aus Dauerformen haben in der Regel bereits eine saubere Oberfläche. Im nächsten Arbeitsschritt werden die Eingusssysteme und die Speiser abgetrennt. Anschließend werden durch das Gussputzen Grate entfernt.

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Ansprechperson

Dr.-Ing. Katrin Moeller
Berufsgenossenschaft Holz und Metall
Zwickauer Straße 16a
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Tel.: 0361 65 755 - 12845