Datenbrillen

Vernetzung zwischen Arbeitsmitteln und dem Menschen gibt es immer häufiger, Arbeitsweisen und Handlungsfelder ändern sich und müssen zur Erfüllung der Präventionsaufgabe näher geklärt werden. Ein Beispiel dafür sind die Datenbrillen, die in den Bereichen Handel, Service, Instandhaltung sowie Montage zunehmend angewendet werden. Auch in der Lagerlogistik ist der Einzug von Datenbrille zu bemerken. Dieses Kommissionierverfahren nennt man Pick-by-Vision. Dabei werden die Informationen wie Lagerplatz und Artikelmenge in einer Datenbrille direkt im Kommissionierer-Blickfeld angezeigt. Der große Vorteil ist, dass beide Hände zum Kommissionieren frei sind und zur Aufgabenerfüllung genutzt werden können.

Studie "Kognitive Aufgabenlasten beim Einsatz von Datenbrillen auf Flurförderzeugen"

Um die Auswirkungen der neuen Technologien auf die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz abschätzen zu können, hat die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) in einem ersten Schritt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) eine Studie über die Nutzung der Datenbrille auf dem Front-Gabelstapler durchgeführt. Die Probanden fuhren auf einem Front-Gabelstapler-Simulator durch ein Lager. Die Auftragsinformationen wurden via Tablett bzw. Datenbrille gegeben. Mit einem visuellen Reaktionstest (ISO 17488) wurde die Ablenkung beurteilt. Die Beurteilung selbst erfolgte über die subjektive Einschätzung der Probanden sowie die Anzahl der Anfahrschäden. Die Auswertung ergab, dass die Fahrfehler unabhängig vom verwendeten Gerät auftraten. Weiterhin konnte festgestellt werden, dass die kognitive Belastung beim Einsatz von digitalen Informationssystemen signifikant zunimmt. Nach der subjektiven Einschätzung wurde eine Präferenz für das Tablett herausgefunden.

Forschungsprojekt "Auswirkungen von Datenbrillen auf den Menschen"

Da sich zu der Technologie Datenbrillen Fragen ergeben, entschloss sich die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) zu dem Forschungsprojekt "Auswirkungen von Datenbrillen auf den Menschen". Ziel des Forschungsprojektes ist die Erarbeitung einer Handlungshilfe (Checkliste) zur Einführung im Betrieb, aber auch Bewertungskriterien für die Beratungspraxis der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Das Projekt "Datenbrille" hat eine geplante Laufzeit von 36 Monaten und startete inhaltlich im September 2018. Projektpartner der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik sind das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung und Wissenschaftler des RheinAhrCampus der Hochschule Koblenz.

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Marieke Kempf
Tel.: +49 621 183 5936