Fragen und Antworten

  • 1. Braucht eine ermächtigte Stelle für jeden Ausbildungsort eine eigene Ermächtigung?

    Nein. Hat eine ermächtigte Stelle mehrere Betriebsstätten ist nicht für jede einzelne Untergliederung eine eigene Ermächtigung notwendig. Jedoch ist zu gewährleisten, dass an allen Standorten die der Ermächtigung zugrundeliegenden Standards verbindlich eingehalten werden.

  • 2. Kann eine ermächtigte Stelle die  Ermächtigung durch Vergabe von Lizenzen vervielfältigen?

    Nein. Eine Vergabe von Lizenzen ist nicht durch die vergebene Ermächtigung gedeckt. In diesem Fall muss jeder Partner eine eigenständige Ermächtigung erlangen.

  • 3. Darf eine ermächtigte Stelle im Zusammenhang mit Aus- und Fortbildungen in Erster Hilfe verschiedene Artikel (z. B. Rettungsdecken, Beatmungshilfen, usw.) zum Verkauf anbieten?

    Ja. In jedem Fall ist jedoch darauf zu achten, dass für alle Beteiligten klar differenzierbar bleibt, dass die bezahlten Beträge für den Kauf der zusätzlichen Artikel bestimmt sind und nicht für die von den Unfallversicherungsträgern finanzierte Ausbildungsleistung.

  • 4. Gilt die Ermächtigung gemäß DGUV Vorschrift 1 gleichzeitig als Anerkennung gemäß § 68 Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV)?

    Seit 01.01.2015 gelten als amtlich anerkannte Stellen im Sinne des § 68 Absatz 1 FeV auch Stellen, die die VBG Qualitätssicherungsstelle Erste Hilfe nach DGUV Vorschrift 1 für die Ausbildung in Erster Hilfe ermächtigt hat. Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildungen einer dieser Ausbildungsstellen können durch die oberste Landesbehörde oder die von ihr bestimmte oder nach Landesrecht zuständige Stelle für ihren Zuständigkeitsbereich untersagt werden, wenn die Ausbildungsstelle wiederholt die Pflichten aus der durch den Träger der Unfallversicherung erteilten Ermächtigung verletzt hat.

    Wenn Stellen im Sinne der Fahrerlaubnisverordnung amtlich anerkannt sind, gilt diese Anerkennung jedoch nicht für die Aus- und Fortbildung betrieblicher Ersthelfender. Stellen, die nach Fahrerlaubnisverordnung anerkannt sind, dürfen weiterhin nur Führerscheinbewerben in Erster Hilfe schulen. Die Anerkennung der Führerscheinbehörden hat weiterhin Gültigkeit. Es muss kein ein Ermächtigungsverfahren nach § 26 Abs. 2 DGUV Vorschrift 1 durchlaufen werden, wenn Sie weiterhin nur nach FeV ausbilden möchten.

  • 5. Was muss eine Vereinbarung zwischen ermächtigter Stelle und Arzt bzw. Ärztin über die ärztliche Fachaufsicht beinhalten?

    Stellen, die Aus- und Fortbildung in der Ersten Hilfe durchführen, bedürfen einer schriftlichen Vereinbarung über die ärztliche Fachaufsicht. Dieser schriftlichen Vereinbarung ist eine Kopie der Approbation sowie der fachlichen Qualifikation beizufügen.
    Hier finden Sie ein Gestaltungsbeispiel für die Vereinbarung zur ärztlichen Fachaufsicht (PDF, 736 kB).

    Aufgabe des Arztes bzw. der Ärztin ist die Beratung der ermächtigten Stelle in Bezug auf die Gewährleistung des aktuellen notfallmedizinischen Standards im Rahmen der Ersten-Hilfe-Aus- und Fortbildung. Darüber hinaus kann er oder sie für Fragen der Hygiene und Desinfektion zur Verfügung stehen (siehe Abschnitt 2.3 DGUV Grundsatz 304-001).

  • 6. Welche anderen Qualifikationen erfüllen die medizinisch-fachliche Voraussetzung der Lehrkraft für Erste Hilfe?

    Der Ausbilder bzw. die Ausbilderin für Erste Hilfe muss einen Erste-Hilfe-Kurs und eine mindestens 48 Unterrichtseinheiten umfassende sanitäts- oder rettungsdienstliche Ausbildung nachweisen (Abschnitt 2.2.2, DGUV Grundsatz 304-001). Darüber hinaus können insbesondere folgende Berufe des Gesundheitswesens von der Qualitätssicherungsstelle Erste Hilfe anerkannt werden:

     

    Liegt die sanitäts- bzw. rettungsdienstliche Grundqualifikation oder die Grundqualifikation in einem Beruf des Gesundheitswesens bei Beginn der pädagogischen Grundqualifikation länger als drei Jahre zurück, ist ab 01. Januar 2020 ein entsprechender Fortbildungsnachweis im Umfang von mindestens 16 Unterrichtseinheiten erforderlich. Personen mit einer Qualifikation in einem Beruf des Gesundheitswesens gelten als fortgebildet, wenn sie an vergleichbaren Fortbildungsveranstaltungen regelmäßig teilnehmen oder bei ihrer beruflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit regelmäßig Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen. Ausnahme: Für approbierte Ärzte bzw. Zahnärzte ist kein Fortbildungsnachweis erforderlich.

    Neben der medizinisch-fachlichen ist immer der Nachweis der besonderen pädagogischen Qualifikation erforderlich.

  • 7. Wo können Lehrkräfte für Erste Hilfe aus- bzw. fortgebildet werden?

    Die pädagogische Qualifikation von Lehrkräften wird ausschließlich anerkannt, wenn sie bei Stellen erworben wurde, deren Eignung zur Aus- und Fortbildung von Lehrkräften durch die Qualitätssicherungsstelle Erste Hilfe festgestellt wurde. Achten Sie daher unbedingt darauf, dass die jeweilige Stelle in der Liste der ermächtigten Stellen (Bereich: Lehrkräfte Erste Hilfe) aufgelistet ist.

  • 8. Reicht die Qualifikation "Praxisanleiter" in pädagogischer Hinsicht aus, um als Lehrkraft für Erste Hilfe eingesetzt werden zu können?

    Grundsätzlich nein. Die Qualifikation des Praxisanleiters bzw. eine vergleichbare pädagogische Qualifikation im Umfang von mindestens 200 Unterrichtseinheiten kann zum Teil auf die pädagogische Grundqualifikation angerechnet werden. Um eine adäquate pädagogische Umsetzung der Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildung zu gewährleisten, ist eine Schulung nachzuweisen, deren Inhalte mindestens denen des Themenbereichs II "Fachdidaktische Umsetzung Erste Hilfe" im Umfang von mindestens 32 Unterrichtseinheiten aus Anhang 1 des DGUV Grundsatzes 304-001 entspricht.

    Übergangsweise können bis 31.12.2019 die mindestens 32 Unterrichtseinheiten auch in Form einer mindestens 16 Unterrichtseinheiten umfassenden Fortbildung und mindestens 16 Unterrichtseinheiten umfassenden fachdidaktische Schulung in Erster Hilfe nachgewiesen werden.

  • 9. Reicht die Qualifikation als Lehrer in pädagogischer Hinsicht aus, um als Lehrkraft für Erste Hilfe eingesetzt werden zu können?

    Grundsätzlich nein. Das abgeschlossene pädagogische Studium (z.B. Staatsexamen, Bachelor, Master, Magister, Diplom) kann zum Teil auf die pädagogische Grundqualifikation angerechnet werden. Um eine adäquate pädagogische Umsetzung der Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildung zu gewährleisten, ist eine mindestens 16 Unterrichtseinheiten umfassende fachdidaktische Qualifikation nachzuweisen.

    Ausgebildete Fachlehrer ohne abgeschlossenes pädagogisches Studium benötigen zur Anerkennung als Lehrkraft Erste Hilfe eine Schulung, deren Inhalte mindestens denen des Themenbereichs II "Fachdidaktische Umsetzung Erste Hilfe" im Umfang von mindestens 32 Unterrichtseinheiten aus Anhang 1 des DGUV Grundsatzes 304-001 entspricht.

  • 10. Welche Rahmenbedingungen sind bei der Hospitation einer neuen Lehrkraft zu beachten?

    Grundsätzlich erfolgt die Hospitation bei der Stelle, bei der die Lehrkraft eingesetzt werden soll; unabhängig davon, ob es sich bei dieser Stelle um eine "Geeignete Stelle zur Aus- und Fortbildung von Lehrkräften in Erster Hilfe – Multiplikatorenstelle" handelt. Ist dies nicht möglich, z. B. auf Grund der Neugründung einer Stelle als Einzelunternehmen, kann die Hospitation bei der Stelle erfolgen, bei der die pädagogische Grundqualifikation absolviert wurde.

    Im Minimum sind drei Hospitationen zu absolvieren. In diesen sollen alle Themen der Erste-Hilfe-Ausbildung selbständig und unter Betreuung erfahrener Lehrkräfte (Mentoren) gehalten werden.

  • 11. Wie gestaltet sich der Fortbildungsrhythmus bei Lehrkräften Erste Hilfe?

    Bild: FB EH

    Die Lehrkräfte müssen alle drei Jahre - innerhalb der Lehrberechtigung - im Umfang von mind. 16 Unterrichtseinheiten (8 Unterrichtseinheiten medizinisch-fachlich, 8 Unterrichtseinheiten pädagogisch) auf die Inhalte der Ersten-Hilfe-Ausbildung, fortgebildet werden.

    Die Fortbildung muss innerhalb von 3 Jahren erfolgen.

    Beispiel:

    • 18. bis 23. Januar 2013: pädagogische Qualifikation (55 Unterrichtseinheiten)
    • bis 23. Januar 2016: Lehrberechtigung
    • 05. Mai 2015 (8 Unterrichtseinheiten) und 13. Januar 2016 (8 Unterrichtseinheiten): Fortbildung
    • bis 13. Januar 2019: Lehrberechtigung

    Ist die Frist für die Fortbildung überschritten und es wurde keine Fortbildung absolviert, erlischt die Lehrberechtigung, in diesem Fall am 14. Januar 2019.

    Um die Lehrberechtigung wiederzuerlangen, ist eine Schulung im Umfang von mindestens 32 Unterrichtseinheiten notwendig. Dies können die Inhalte des Themenbereichs II "Fachdidaktische Umsetzung Erste Hilfe" aus Anhang 1 des DGUV Grundsatzes 304-001 sein oder aktuelle Fortbildungen im Umfang von mindestens 32 Unterrichtseinheiten sein.


  • 12. Kann die "Erfahrung in Organisation und Durchführung der Ersten Hilfe" entsprechend Abschnitt 2.2.3 DGUV Grundsatz 304-001 auch über eine Lehrkraft abgedeckt werden?

    Ja. Neben dem Nachweis über einen eigenen Rettungs- oder Sanitätsdienst der ermächtigten Stellen kann der Nachweis auch über eine Lehrkraft erfolgen. Diese muss in der Regel seit mindestens drei Jahren im öffentlichen oder betrieblichen Rettungsdienst bzw. Sanitätsdienst tätig sein und Einsatzerfahrung nachweisen können. Es ist ein Beschäftigungsnachweis (PDF, 641 kB) oder ein Einzelnachweis (PDF, 649 kB) mit mindestens 8 Einsätze / Schichten mit jeweils mindestens 4 Stunden pro Jahr zu erbringen.

  • 13. Braucht eine ermächtigte Stelle für jeden Lehrgangsraum eine eigene Genehmigung?

    Beim Ermächtigungsverfahren nach DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention" wird ein grundsätzlich zur Verfügung stehender Lehrgangsraum als Referenzlehrsaal abgenommen.
    Dieser muss mindestens 50 m² verfügbare Grundfläche aufweisen und die Voraussetzungen der Arbeitsstättenverordnung inklusive der sanitären Einrichtungen (ASR A4.1 Sanitärräume) entsprechen.

    Für weitere Unterrichtsräume ist keine Genehmigung der QSEH erforderlich. Es liegt jedoch in der Verantwortung der ermächtigten Stelle, bei der Durchführung von Lehrgängen in anderen Räumlichkeiten die Mindeststandards einzuhalten.

     

  • 14. Welche Voraussetzungen müssen Übungsgeräte zur Wiederbelebung einschließlich der Gesichtsmasken erfüllen?

     

    Nach Abs. 2.3 des DGUV-Grundsatzes 304-001 sind bei der verbindlichen Teilnehmerübung "Herz-Lungen-Wiederbelebung" zwei Übungsphantome je Lehrgang vorzuhalten. Diese müssen sowohl über Mund als auch über die Nase zu beatmen sein. Für die Beatmung ist jedem Teilnehmer ein eigenes, desinfiziertes Gesichtsteil zur Verfügung zu stellen. Über die Desinfektion muss dafür Sorge getragen werden, dass alle relevanten Flächen der auswechselbaren Gesichtsmasken (insbesondere Mund-, Nasen- und Rachenraum) wirksam erreicht werden. Die bakterizide, fungizide und viruzide Wirkweise muss sichergestellt sein. Die Verwendung von Beatmungstüchern, z.B. Einweg-Notfallbeatmungshilfen nach DIN 13154 ist nicht als Alternative vorgesehen.

    Der Einsatz von Einmal-Gesichtsmasken ist nur zulässig wenn neben der uneingeschränkten Funktionalität auch die hygienischen Aspekte vollumfänglich berücksichtigt und erfüllt werden sowie eine realitätsnahe Beatmung möglich ist. Diese Produkte bestehen in der Regel aus einem Trägermaterial und einem filtrierenden Material, das Mund und Nase des Übungsphantoms abdeckt. Es darf keine Durchtränkung des Filtermediums über den Einsatzzeitraum erfolgen und die mechanische Festigkeit muss über die Dauer der Verwendung unter realitätsnahen Bedingungen gewährleistet sein. Von den Materialien dürfen für den Anwender keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgehen, insbesondere muss die Hautverträglichkeit nachgewiesen sein.

    Hinweis: Nach dem Kenntnisstand der QSEH (20.08.2019) sind – anders als in einigen Quellen im Internet behauptet - keine Einmal-Gesichtsmasken erhältlich, welche alle diese Kriterien erfüllen.

    Der vom Hersteller des Übungsphantoms vorgeschriebene Luftwegewechsel ist auch bei der Verwendung von Einmal-Gesichtsmasken einzuhalten und nach der Übung die Brusthaut desinfizierend abzuwischen. Aufgrund der Feuchtigkeitsbildung zwischen Übungsphantom und Einmal-Gesichtsmaske ist das Originalgesichtsteil nach der Übung zu desinfizieren.

    Das Vorhalten der notwendigen Demonstrations- und Übungsmaterialien ist ein Bestandteil der Ermächtigung als Stelle zur Aus- und Fortbildung in der Ersten Hilfe. Dies bezieht sich auch auf die Übungsgeräte zur Wiederbelebung sowie das Hygienemanagement. Der Einsatz von Übungsgeräten/Gesichtsmasken, die den Forderungen des DGUV Grundsatzes 304-001 nicht entsprechen wäre daher nicht vertragskonform, z.B. ein Vorhalten von Übungsmaterial, das keine zufriedenstellende Belüftung der Atemwege erzielt.

    Die Erstellung einer Produktliste zum Thema "Übungsgeräte/Gesichtsmasken", kann aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Hersteller und Übungsmodelle nicht abschließend erstellt werden und ist der QSEH zur Wahrung der Neutralität nicht möglich. Im Bedarfsfall stehen die Mitarbeiter der QSEH für zu dieser Thematik zur Verfügung.“

  • 15. Kann der Lehrgangsraum bei weniger als 20 Teilnehmern auch kleiner als 50 m² sein?

    Ja, er muss aber in Größe (mindestens 2 m² pro Teilnehmer und mindestens 10 m² für die Lehrkraft), Form, Hygiene und Ausstattung geeignet sein. Eine verfügbare Grundfläche von 20 m² darf nicht unterschritten werden.

  • 16. Können Fortbildungen im Rahmen von Ausbildungen durchgeführt werden?

    Da die Fortbildung von Ersthelfenden im besonderen Maße auf unter anderem branchenspezifische Erfahrungen der Teilnehmer baut, kann sie nicht im Rahmen von Erste-Hilfe-Grundausbildungen bzw. anderen Ausbildungsmaßnahmen erfolgen.

  • 17. Welche Informationsschriften können als Teilnehmerunterlage verwendet werden?

    Jedem Teilnehmenden an einer Aus- und Fortbildungsmaßnahme ist eine Informationsschrift über die Lehrinhalte auszuhändigen, die mindestens den Inhalten der DGUV Information 204-007 "Handbuch zur Ersten Hilfe" entspricht. Bei einer Erste-Hilfe-Schulung in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder ist analog eine Informationsschrift auszuhändigen, die mindestens den Inhalten der DGUV Information 204-008 "Handbuch zur Ersten Hilfe in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder" entspricht.

    Die Qualitätssicherungsstelle Erste Hilfe hat weitere Medien zur Verwendung als Teilnehmerunterlage für die Erste Hilfe Aus- und Fortbildung gemäß Abschnitt 2.4.4 des DGUV Grundsatzes 304-001 zugelassen. Hier finden Sie eine Liste der bisher freigegebenen Teilnehmerunterlagen (PDF, 269 kB)

  • 18. Wann ist die Aushändigung der Teilnahmebescheinigung zu verweigern?

     

    Die Ausbilderin bzw. der Ausbilder darf die Teilnahmebescheinigung nur ausgeben, wenn er bzw. sie die Überzeugung gewonnen hat, dass der Teilnehmende nach regelmäßigem Besuch die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt (vgl. Abschnitt 2.4.5 DGUV Grundsatz 304-001).

    An dieser Stelle kann keine detaillierte Vorgabe von tolerierbaren Fehl-Minuten an die Hand geben werden, da es immer einer Einzelfallentscheidung bedarf. Es sollte sich jedoch nur um wenige Netto-Fehlminuten handeln. Letztendlich kommt es darauf an, welche Inhalte verpasst wurden, über welche Vorbildung der Teilnehmende verfügt und wie er sich insgesamt in den Kurs einbringt.

    Sollten Teilnehmende, denen die Teilnahmebescheinigung verweigert wird, einen Nachweis für ihr Fernbleiben vom Arbeitsplatz benötigen, stellen Sie ihnen eine formlose Anwesenheitsbestätigung aus.

  • 19. Wie hat die Lehrgangsdokumentation zu erfolgen?

    Die Lehrgangsdokumentation gemäß Abschnitt 2.4.6 des DGUV Grundsatzes 304-001 unterscheidet sich von dem sogenannten Anmeldeformular (PDF, 31 kB).

    Im Gegensatz zum Anmeldeformular, auf dem lediglich die abrechenbaren Teilnehmenden nach Unfallversicherungsträger sortiert erscheinen, sind in der Lehrgangsdokumentation alle Teilnehmenden einer Veranstaltung, unabhängig von deren Abrechenbarkeit, aufzulisten.

    Ein beispielhaftes Formular zur Dokumentation in Form eines Mantelbogens mit beigefügten Teilnehmerkatenblättern kann hier heruntergeladen werden (PDF, 1,6 MB). Um die personenbezogenen Daten der einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu schützen, empfehlen wir eine Lehrgangsdokumentation gemäß dieser Vorlage.

    Alternativ kann die Lehrgangsdokumentation auch weiterhin in Listenform geführt werden. Eine entsprechende Vorlage finden Sie hier (PDF, 592 kB). Bei dieser Variante muss durch organisatorische Maßnahmen (z.B. Abdecken) sichergestellt werden, dass jeder Teilnehmende nur seinen eigenen Personendaten einsehen kann.

    Eigene Versionen müssen den Vorlagen in inhaltlicher und struktureller Form entsprechen.

    Ermächtigte Ausbildungsstellen müssen die Lehrgangsdokumentation jeweils 5 Jahre lang aufbewahren.

    Die Lehrgangsdokumentation gemäß Abschnitt 2.4.6 des DGUV Grundsatzes 304-001 "Ermächtigung von Stellen für die Aus- und Fortbildung in Erster Hilfe" kann nicht durch das Anmeldeformular ersetzt werden.

  • 20. Welche Leistungen der Ausbildungsstellen sind durch die, von den Unfallversicherungsträger übernommen Lehrgangsgebühren abgedeckt?

    Die Lehrgangsgebühren werden von den Unfallversicherungsträgern für den "Standard-Lehrgang" übernommen.

    Der Standard-Lehrgang entsprechend § 23 SGB VII wird definiert durch§ 26 Abs. 2 der DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention" in Verbindung mit Anlage 2 der DGUV Vorschrift 1 und dem DGUV Grundsatz 304-001 "Ermächtigung von Stellen für die Aus- und Fortbildung in der Ersten Hilfe".

    Der Standard-Lehrgang beinhaltet insbesondere folgende Leistungen:

    Die Kosten für den Standard-Lehrgang werden in Form von Pauschgebühren abgedeckt. Mit der Pauschgebühr gelten alle Aufwendungen für den Standard-Lehrgang abgegolten. Die zusätzliche Erhebung von Zahlung Dritter für den Standard-Lehrgang, z.B. von den beauftragenden Mitgliedern der Unfallversicherungsträger ist nicht gestattet.

  • 21. Wann ist es notwendig, zwischen dem Unternehmer bzw. der Unternehmerin und der ermächtigten Stelle einen zusätzlichen Vertrag abzuschließen?

    Wenn auf ausdrücklichen Wunsch des Unternehmers bzw. der Unternehmerin vom Standard-Lehrgang (Anlage 2 zu § 26 Abs. 2 der DGUV Vorschrift 1 in Verbindung mit DGUV Grundsatz 304-001 "Ermächtigung von Stellen für die Aus- und Fortbildung in der Ersten Hilfe") abgewichen werden soll und hieraus erhöhte Kosten mit dem Unternehmen abgerechnet werden sollen, bedarf dies eines zusätzlichen Vertrags.

    Folgende Abweichungen ermöglichen den Abschluss eines zusätzlichen zivilrechtlichen Vertrages:

  • 22. Was ist bei Nichterscheinen angemeldeter Personen zu berücksichtigen?

    Die Unfallversicherungsträger tragen die Lehrgangsgebühren nur für die Personen, die tatsächlich beim Lehrgang anwesend waren. Die ausbildenden ermächtigten Stellen sind berechtigt, für den Fall des Rücktrittes angemeldeter Personen, Stornoregelungen zu treffen.

  • 23. Werden die Kosten für die Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildung für Personen mit einer Ausbildung in einem Beruf des Gesundheitswesens von den Unfallversicherungsträgern übernommen?

    Die Unfallversicherungsträger übernehmen nicht die Kosten für die Erste-Hilfe-Ausbildung für Personen, die sich in einer Ausbildung in einem Beruf des Gesundheitswesens (z.B. Altenpfleger/innen, Arzthelfer/Arzthelferinnen) befinden bzw. die Ausbildung abgeschlossen haben.

    Die Kosten für eine Erste-Hilfe-Fortbildung werden nicht für diesen Personenkreis übernommen, wenn sie an vergleichbaren beruflichen Fortbildungsveranstaltungen / Weiterqualifizierungsmaßnahmen regelmäßig teilnehmen oder bei ihrer beruflichen Tätigkeit regelmäßig Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen. Ist dies nicht der Fall muss auch dieser Personenkreis alle zwei Jahre an einer Erste-Hilfe-Fortbildung teilnehmen, um als Ersthelfender im Betrieb zur Verfügung zu stehen.

  • 24. Unter welchen Bedingungen gelten Personen mit einer Qualifikation in einem Beruf des Gesundheitswesens als fortgebildet in Erster Hilfe gemäß § 26 Abs. 3 der DGUV Vorschrift 1 Grundsätze der Prävention?

    Wer jederzeit an einem Patienten Erste Hilfe leisten kann und muss, der ist natürlich auch in der Lage, ohne weitere Schulungs- und Trainingsmaßnahmen als betrieblicher Ersthelfender zu wirken.

    Schulungen oder auch Vortrags- und Übungsveranstaltungen zur Fortbildung in Erster Hilfe zielen in Einrichtungen des Gesundheitswesens typischerweise auf die Versorgung von Patienten, die in eine unfall- oder krankheitsbedingte medizinische Notlage geraten sind. Derartige Schulungsmaßnahmen, zu denen auch Erste-Hilfe-Kurse gemäß den MDK-Anforderungen gehören können, sind in der Regel "vergleichbare Fortbildungsveranstaltungen" im Sinne von § 26 Abs. 3 der DGUV Vorschrift 1, da sie im Kontext mit der professionellen Kernkompetenz und dem Berufsalltag des fortzubildenden Personals beurteilt werden müssen. Die Vergleichbarkeit mit den Anforderungen der Unfallverhütungsvorschrift kann hier eben nicht einfach durch Formalkriterien wie Häufigkeit und Dauer der Schulungen überprüft werden. Der Unternehmer sollte sich in Zweifelsfällen vom Betriebsarzt beraten lassen, dem wichtige Aufgaben bei der Organisation und Umsetzung der Ersten Hilfe zukommen.

    Ausführliche Erläuterungen finden Sie hier (PDF, 255 kB).