Qualitätsmanagement als
Organisationsinstrument


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Qualitätsmanagement ist ein sinnvolles Instrument für die Organisation eines Unternehmens.

Es hilft dem Unternehmen dabei

  • die Kosten, die bei der Produktion entstehen, zu senken,
  • den Kundenforderungen gerecht zu werden,
  • das Vertrauen in die Qualität der Produkte zu stärken

und schließlich,

  • bei der Abwehr von Haftungsansprüchen, die durch Produkte entstehen können.

Kostensenkung

Mit zunehmenden Kundenanforderungen an die Produkte steigen die Kosten für Ausschuss und Nacharbeit in hohem Maße an. Dabei kann die Qualität nicht am Ende der Fertigung erprüft werden. Qualität muss in allen Bereichen des Unternehmens, angefangen von der Entwicklung über die Arbeitsvorbereitung, Fertigung, Lagerhaltung, den Versand bis zum Kundendienst systematisch geplant, durchgeführt und dokumentiert werden.

Die Reduzierung von Fehlern und ihre Fehlerursachen mindert zugleich die Herstellungskosten der Produkte. Ebenso tragen zur Kostenreduzierung eine klare Regelung der Verantwortungen und Befugnisse der Mitarbeiter sowie festgelegte Beschreibungen der Prozesse bei. Dadurch werden Kompetenzstreitigkeiten vermieden und Doppel- oder Mehrfacharbeiten ausgeschaltet.

Kundenforderungen

Die Normen zum Qualitätsmanagement waren zunächst dazu gedacht, Kunden und Lieferanten ein Hilfsmittel an die Hand zu geben, um Festlegungen zum Qualitätsmanagement (QM) untereinander vertraglich vereinbaren zu können. Um festzustellen, ob der Lieferant sich an die Vereinbarungen hält, werden Audits durch Auditoren des Kunden durchgeführt. Dies führt in der Folge zu einem regelrechten "Audit-Tourismus". Eine wirksame Alternative hierzu bietet die Beauftragung neutraler Zertifizierungsstellen.

Im Rahmen der eigenen Lieferantenbewertung verlangen die QM-zertifizierten Unternehmen sowie die Auftraggeber öffentlicher Ausschreibungen zunehmend auch von ihren Auftragnehmern den Nachweis eines QM-Systems. Dies hat auch Auswirkungen auf kleine und mittlere Unternehmen. Einführung und Zertifizierung eines QM-Systems sind somit ein wichtiges Mittel zur Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit geworden.

Vertrauenssteigerung

In früheren Jahren wurde die Qualität der hergestellten Produkte vorwiegend durch das handwerkliche Können der am Produktionsprozess beteiligten Mitarbeiter geprägt. Das "Made in Germany" war stets ein Garant für überdurchschnittliche Produktqualität. Begründet wurde diese Qualität durch das hohe Ausbildungsniveau der Mitarbeiter und Führungskräfte in der Fertigung. Für die immer weiter steigenden Anforderungen an die Produkte bedarf es allerdings mehr als nur einer guten Ausbildung. Das Unternehmen muss ein System entwickeln, das alle Unternehmensbereiche erfasst und konsequente Ziele und Vorgaben für die Durchführung der einzelnen Prozesse definiert. Damit kann die Qualität der Produkte messbar gesteigert werden.

Abwehr von Haftungsansprüchen

Das am 1.1.1990 in Kraft getretene Produkthaftungsgesetz bürdet dem Hersteller eine besonders hohe Verantwortung für die von ihm hergestellten Produkte auf. Die Ersatzpflicht des Herstellers ist jedoch ausgeschlossen, wenn z. B. das Produkt den Fehler, der den Schaden verursacht hat, noch nicht hatte, als der Hersteller es in den Verkehr brachte, oder der Fehler nach dem Stand von Wissenschaft und Technik zu dem Zeitpunkt nicht erkannt werden konnte, an dem der Hersteller das Produkt in den Verkehr brachte.

Der Hersteller ist also gemäß § 1 des Produkthaftungsgesetzes zum Nachweis verpflichtet, dass der Fehler ursprünglich nicht vorhanden war bzw. nicht gefunden werden konnte. Er muss belegen können, dass er alles Notwendige getan hat, um diesen Fehler zu vermeiden bzw. festzustellen. Dies gelingt ihm, wenn er über ein gut dokumentiertes und wirkungsvolles QM-System verfügt, mit dem er die Erfüllung seiner Pflichten lückenlos nachweisen kann.

Ansprechpartner

Geschäftsstelle DGUV Test
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