Transport radioaktiver Stoffe

1 Wer darf transportieren?

Kernbrennstoffe und Großquellen (mehr als 1015 Bq) dürfen nur nach vorheriger Genehmigung durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Deutschland transportiert werden. Ausführliche Informationen dazu erhält man auf der entsprechenden Internetseite desBMUB und des BfS.
Für andere Strahlenquellen gelten insbesondere die §§ 16 bis 18 der Strahlenschutzverordnung. Sofern es sich nicht um Quellen unterhalb der Freigrenzen oder ganz bestimmte Quellen mit sehr geringem Gefährdungspotential handelt, ist immer eine Beförderungsgenehmigung erforderlich. Insofern darf nur ein Betrieb, der über eine solche Genehmigung verfügt solche Transporte durchführen. Einzelheiten sind den genannten Paragraphen zu entnehmen.
Zu beachten ist, dass der Betriff des Transportes oder Beförderung dabei nicht nur den Vorgang der Ortsveränderung eines Gutes umfasst, sondern auch die damit in Zusammenhang stehenden Vorbereitungs- und Abschlußhandlungen wie die Übernahme und Ablieferung des Gutes (Ver-/Auspacken, Be-/Entladen) und die zeitweilige Zwischenlagerung auf dem Beförderungswege (BMUB: Sicherheitsanforderungen beim Transport von radioaktiven Stoffen, s. o. g. Link).

2 Dürfen Röntgenanlagen ohne weitere Auflagen transportiert werden?

Ja, in ausgeschaltetem Zustand geht von Röntgengeräten keine Gefährdung aus, da es auch keine Reststrahlung gibt.

3 Wo findet man Vorschriften zum Transport?

In den §§ 16 bis 18 der Strahlenschutzverordnung, im Gefahrgutbeförderungsgesetz (GGBefG), in der Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB), im Luftverkehrsgesetz (LuftVG) sowie in den internationalen Abkommen über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR) mit der Eisenbahn (RID), mit Seeschiffen (IMDG-Code) und dem Luftwege (IATA-DGR).

4 Wie müssen Versandstücke, Transportmittel und Fahrzeuge gekennzeichnet werden?

Gemäß dem europäischen Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR) werden radioaktive Stoffe in die Klasse 7 der Gefahrgüter eingestuft. In der genannten Vorschrift findet man dann ausführlich, wie die Versandstücke und die Fahrzeuge in Abhängigkeit der transportierten zu kennzeichnen Aktivität sind. Informationen bekommt man auch vomArbeitskreis Beförderung des Fachverbandes für Strahlenschutz.

5 Wann ist eine Dosimetrie des Fahrers erforderlich?

Eine individuelle Dosimetrie des Fahrers mit amtlichen Dosimetern ist erforderlich, wenn durch regelmäßige Transporte radioaktiver Stoffe eine Dosis von mehr als 6 mSv erreicht werden kann.

6 Welche Rechtsnormen gibt es zum grenzüberschreitenden Transport?

Es wird auf den Abschnitt 5 der Strahlenschutzverordnung verwiesen, in dem die sehr umfangreichen Vorschriften dazu beschrieben sind.

7 Welche Besonderheiten sind bei Schiffs-, Eisenbahn und Lufttransporten zu beachten?

Siehe "Wo findet man Vorschriften zum Transport" (Frage 3).

8 Was gilt für den innerbetrieblichen Transport?

Soweit die Umgangsgenehmigung den Transport auf innerbetrieblichen (nicht der Öffentlichkeit zugänglichen Verkehrswegen) Transportwegen nicht umschließt, ist eine gesonderte Genehmigung für den Transport zu beantragen.

9 Welche Gefährdung ergibt sich für die Fahrer von Kurierfahrzeugen beim Transport von medizinischen Geräten für die Diagnostik (z. B. Radiopharmaka)?

Eine mögliche Gefährdung ist abhängig von der Dosis, die der Fahrer auf Grund seiner Transportfahrten erhält. Aus diesem Grund muss der Fahrer, wenn die Möglichkeit besteht, dass er pro Jahr mehr als 6 mSv effektive Dosis erhält, mit einem Personendosimeter ausgestattet sein.

10 Welche Gefährdung besteht für Taxifahrer beim Transport von Patienten, die aus diagnostischen oder therapeutischen Zwecken strahlende Materialien inkorporiert haben?

Die Gefährdung ist in einem solchen Fall vernachlässigbar, da der Taxifahrer den "strahlenden" Personen nur eine kurze Zeit (max. wenige Stunden, meistens weniger als eine Stunde) ausgesetzt ist. Die Strahlenexposition hängt ganz wesentlich von der Bestrahlungszeit ab. Darüber hinaus werden im diagnostischen Bereich in den meisten Fällen kurzlebige radioaktive Stoffe verwendet.