Radon in Betrieben

1 Was ist Radon?

Radon (Rn) ist ein natürliches radioaktives Edelgas, das überall vorkommt. In Gegenden, in denen im Boden und im Gestein größere Vorkommen von Uran vorliegen, kommt das Radon in größeren Konzentrationen vor, da es eines der Folgenuklide vom Uran ist. Insbesondere die radioaktiven Folgeprodukte des Radons (RnFP) tragen wesentlich zur Strahlenexposition bei, da diese auch eingeatmet werden und mit sehr kurzen Halbwertszeiten direkt in der Lunge zerfallen.

2 Welche Gefährdungen können auftreten?

Ist man längere Zeit einer höheren Radonkonzentration ausgesetzt, so erhöht sich die Strahlenexposition. Insbesondere kann es dann zu höheren Lungendosiswerten kommen, die mit einem höheren Lungenkrebsrisiko verbunden sind.

3 Gibt es zu beachtende Werte für die Radon-Raumluftkonzentration?

Ein Wert der effektiven Dosis von 6 mSv/a wird erreicht, wenn Beschäftigte bei einer Radonkonzentration von 1000 Bq/m³ - 2000 h Arbeiten im Expositionsbereich ausführen.

4 Welche Rechtsquellen gibt es zum Radon?

Hierzu sind in der Strahlenschutzverordnung Arbeitsfelder in Anlage XI benannt. Um "Arbeiten" im Sinne der Strahlenschutzverordnung handelt es sich:

  1. in untertägigen Bergwerken, Schächten und Höhlen, einschließlich Besucherbergwerken
  2. Radon-Heilbäder und Heilstollen
  3. Anlagen der Wassergewinnung, -aufbereitung und -verteilung

5 Wann müssen Radon-Expositionsmessungen durchgeführt werden?

Wenn anzeigepflichtige Arbeiten vorliegen, siehe nächster Punkt.

6 Ab welchem Wert sind Strahlenschutzmaßnahmen erforderlich?

Bereits bei Überschreitung einer effektiven Jahresdosis von 1mSv ist diese durch geeignete Maßnahmen zu reduzieren. Ergibt die nach § 95 Abs. 1 Strahlenschutzverordnung geforderte Abschätzung, dass die jährliche effektive Dosis 6 mSv überschreiten kann, so ist innerhalb von drei Monaten eine Anzeige an die nach Landesrecht zuständige Stelle für den Arbeitsschutz zu erstatten. Dann ist die Körperdosis nicht mehr nur abzuschätzen, sondern innerhalb von neun Monaten nach Beginn der Strahlenexposition durch geeignete Verfahren zu messen (§ 95 Abs. 2 Strahlenschutzverordnung). Weitere Schutzmaßnahmen sind z. B.:

  • Maßnahmen zur Verringerung der Strahlenexposition sind einzuleiten
  • Maßnahmen können sein, Verringerung der Rn/RnFP-Konzentrationen am Arbeitsort durch wettertechnische Maßnahmen oder Festlegung von max. Arbeitszeiten auf den jeweiligen Expositionsorten
  • Überwachung kann personenbezogen und / oder ortsbezogen vorgenommen werden

7 Sind Strahlenschutzuntersuchungen erforderlich?

Wenn eine Anzeige an die Behörde erforderlich ist, siehe Nr. 6. Die betreffenden Mitarbeiter des Unternehmens sind dann auch arbeitsmedizinisch untersuchen zu lassen.

8 Wann ist bei Radonexpositionen ein Strahlenschutzbeauftragter zu bestellen?

Wenn eine Abschätzung der Strahlenexposition ergibt, dass eine jährliche Exposition von mehr als 6 mSv möglich ist, kann die zuständige Behörde aufgrund der erforderlichen Anzeige in Auflagen auch einen Strahlenschutzbeauftragten verlangen.