Fund von radioaktiven Quellen

Schild: Warnung vor radioaktiven Stoffen oder ionisierender Strahlung

Warnung vor radioaktiven Stoffen oder ionisierender Strahlung W003

1 Was versteht man unter radioaktiven Quellen?

Radioaktive Quellen sind radioaktive Stoffe, die ionisierende Strahlung aussenden. Es gibt sehr viele verschiedene radioaktive Stoffe (Isotope) mit unterschiedlichen Eigenschaften und Gefahrenpotential. Entscheidend, ob ein Stoff gefährlich ist oder nicht, ist unter anderem die Menge des Stoffes. Die sogenannten "Aktivität" ist ein Maß für die Radioaktivitätsmenge und wird meist in der Einheit "Bq" (Becquerel) angegeben. Ein Bq ist ein radioaktiver Zerfall pro Sekunde. In der Strahlenschutzverordnung ist im Hinblick auf das unterschiedliche Gefahrenpotential für die meisten in Industrie und Medizin verwendeten Isotope eine sogenannte Freigrenze angegeben. Unterhalb derer müssen auf Grund einer vernachlässigbar geringen Strahlenexposition keine weiteren Schutzmaßnahmen getroffen werden.

2 Wie erkennt man eine radioaktive Quelle?

Radioaktive Quellen oberhalb der Freigrenzen sind kennzeichnungspflichtig. Das oben links abgebildete Strahlenwarnzeichen ist auf diesen Stoffen anzubringen.
Fehlt diese Kennzeichnung, so ist für den Laien und ohne geeignetes Messgerät nur schwer zu erkennen ob es sich bei dem Fund eines unbekannten Gegenstandes um eine radioaktive Quelle handelt.

3 Wo können radioaktive Quellen auftauchen?

Werden nicht mehr benötigte radioaktive Quellen nicht ordnungsgemäß entsorgt, so können diese beispielsweise im Müll oder auf Schrottplätzen gefunden werden und so unbeteiligte Personen gefährden. Es gibt aber auch Fälle, in denen unbeabsichtigt radioaktive Stoffe in Metallschmelzen und so in metallisches Rohmaterial gelangen (siehe Frage 5 "Kontaminierte Edelmetalle").

4 Was ist beim Fund radioaktiver Strahlenquellen zu beachten?

Grundsätzlich greift hier der § 71 der Strahlenschutzverordnung. Demnach ist beim Fund radioaktiver Stoffe, die über den Freigrenzen liegen, unverzüglich eine Mitteilung an die zuständige Behörde zu machen (atomrechtliche Aufsichtsbehörde oder zuständige Behörde für öffentliche Sicherheit und Ordnung, also meistens das Ordnungsamt). Eine Hilfestellung kann z. B. auch die DGUV Information "Überwachung von Metallschrott auf radioaktive Bestandteile" mit der Nummer DGUV 209-029 geben (ist elektronisch frei verfügbar in der Publikations-Datenbank der DGUV).

5 Gibt es Informationen zum Thema "Kontaminierte Edelmetalle"?

Der letzte größere Vorfall ereignete sich 2009. Das Bundesministerium für Umwelt hatte seinerzeit reagiert und in einer Pressemitteilung informiert.

6 Wie gelangt Radioaktivität in metallische Rohprodukte?

Es kommt weltweit – insbesondere in ärmeren Ländern - von Zeit zu Zeit immer mal wieder vor, dass radioaktive Quellen in Metallschmelzen gelangen und dann über den weltweiten Handel auch bis nach Deutschland gelangen. In den westlichen Industrienationen werden die einzuschmelzenden Ausgangsstoffe hinsichtlich möglicher Radioaktivität schon seit längerem überwacht.

7 Besteht bei kontaminierten Metallen eine Gefährdung für die Mitarbeiter?

Meist liegt die Aktivität zwar unterhalb der Freigrenze nach Strahlenschutzverordnung, sie kann aber auch oberhalb der sogenannten Freigabewerte liegen, d. h. dieses Material darf nicht weiter in den Handel gelangen. Es handelt sich also oft nicht um ein Arbeitsschutzproblem, sondern um ein Umweltschutzproblem. In Einzelfällen kann aber auch eine Gefährdung der Beschäftigten, die solches Material verwenden, nicht ausgeschlossen werden.

8 Dürfen kontaminierte Metalle weiter verarbeitet und in den Wirtschaftskreislauf gegeben werden?

Es wird hinsichtlich der Aktivität oder der Aktivitätskonzentration zwischen uneingeschränkter Freigabe, Freigabe und Freigrenze unterschieden. In der Anlage III der Strahlenschutzverordnung sind diese Werte für die gängigen Isotope aufgeführt. Im Einzelfall sollte man dies mit der zuständigen Behörde abklären, zumal die meisten Betriebe nicht über die erforderliche Messtechnik verfügen.

9 Wem kann man eine gefundene radioaktive Quelle bringen?

Dies sollte nach der erforderlichen Mitteilung an die Behörde mit dieser abgestimmt werden.

10 Wem muss ein solcher Fund gemeldet werden?

Der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde oder der zuständigen Behörde für öffentliche Sicherheit und Ordnung, also meistens dem Ordnungsamt.

11 Kann eine radioaktive Quelle auch an einen Genehmigungsinhaber zur weiteren Verwendung abgegeben werden?

Nur mit Zustimmung der zuständigen Behörde.