Arbeitsmedizinische Untersuchungen

  1. Was sind beruflich strahlenexponierte Personen?
  2. Wer entscheidet, ob jemand strahlenexponierte Person ist?
  3. Wann sind Erstuntersuchungen erforderlich?
  4. In welchem Turnus müssen Nachuntersuchungen erfolgen?
  5. Was sind "nachgehende Untersuchungen" und welche Regelungen gibt es dazu?
  6. Muss man nachgehende Untersuchungen dulden?
  7. Was genau sind Untersuchungen nach Strahlenschutzrecht?
  8. Wann finden solche Untersuchungen statt?
  9. Können solche Untersuchungen durch einen Arzt meiner Wahl durchgeführt werden?
  10. Muss man für eine solche Untersuchung in ein Krankenhaus?
  11. Wo findet man die Adresse eines ermächtigten Arztes?
  12. Was darf der ermächtigte Arzt meinem Arbeitgeber mitteilen?
  13. Muss man die Entscheidung des ermächtigten Arztes, dass man nicht tauglich ist, einfach hinnehmen oder kann man dagegen Widerspruch einlegen?

1 Was sind beruflich strahlenexponierte Personen?

Beruflich strahlenexponierte Personen sind Personen, die auf Grund ihrer beruflichen Tätigkeit pro Jahr eine höhere Dosis als 1 mSv effektive Dosis erhalten können.

2 Wer entscheidet, ob jemand strahlenexponierte Person ist?

Der betriebliche Strahlenschutz muss auf Grund der Tätigkeit entscheiden, ob jemand möglicherweise pro Jahr eine höhere effektive Dosis als 1 mSv erhalten kann und somit als beruflich strahlenexponierte Person eingestuft werden muss. Zwischen 1 mSv und 6 mSv möglicher Dosis pro Jahr erfolgt eine Einstufung in die Kategorie B. Wenn pro Jahr eine höhere effektive Dosis als 6 mSv möglich ist, muss eine Einstufung in die Kategorie A erfolgen.

3 Wann sind Erstuntersuchungen erforderlich?

Erstuntersuchungen sind für Kategorie A Personen erforderlich, bevor Tätigkeiten im Kontrollbereich durchgeführt werden sollen. Für Kategorie B Personen ist dies nicht zwingend erforderlich, kann aber von der Behörde angeordnet werden.
Erstuntersuchungen sind auch für andere Personen, bei denen eine berufliche Exposition oberhalb von 6 mSv möglich ist (z.B. fliegendes Personal oder bei Arbeiten im Sinne der StrlSchV), gefordert.

4 In welchem Turnus müssen Nachuntersuchungen erfolgen?

Wenn die Behörde nichts anderes anordnet, muss der unter Frage 3 genannte Personenkreis jährlich untersucht oder beurteilt werden.

5 Was sind "nachgehende Untersuchungen" und welche Regelungen gibt es dazu?

Nachgehende Untersuchungen (NgU) können nach Beendigung der Tätigkeit als beruflich strahlenexponierte Person durchgeführt werden. Wird eine Tätigkeit beendet, auf Grund derer eine Person Erst- und Nachuntersuchungen durchführen lassen musste, kann der nach Strahlenschutzrecht ermächtigte Arzt NgU empfehlen. Diese sind freiwillig. Stimmt die betroffene Person zu, ist der Betrieb verpflichtet NgU zu organisieren.

Nach Ausscheiden der betroffenen Person aus dem Betrieb kann die Verpflichtung zum Angebot von NgU durch die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit Zustimmung der betroffenen Person und Zustimmung des zuständigen Unfallversicherungsträgers an diesen abgegeben werden.

6 Muss man nachgehende Untersuchungen dulden?

Nachgehende Untersuchungen sind freiwillig und müssen nicht geduldet werden!

7 Was genau sind Untersuchungen nach Strahlenschutzrecht?

Untersuchungen nach Strahlenschutzrecht sind Erst- und Nachuntersuchung, nachgehende Untersuchungen sowie besondere arbeitsmedizinische Untersuchungen z. B. nach Grenzwertüberschreitungen.

8 Wann finden solche Untersuchungen statt?

Die Erstuntersuchung muss innerhalb eines Jahres vor Aufnahme einer Tätigkeit als beruflich strahlenexponierte Person der Kategorie A und die Nachuntersuchungen während der Tätigkeit als Kategorie A Person im Rhythmus von einem Jahr stattfinden. Regelungen für nachgehende Untersuchungen siehe unter 5.

9 Können solche Untersuchungen durch einen Arzt meiner Wahl durchgeführt werden?

Untersuchungen nach Nr. 7 müssen von einem nach Strahlenschutzrecht ermächtigten Arzt durchgeführt werden.

10 Muss man für eine solche Untersuchung in ein Krankenhaus?

Nein

11 Wo findet man die Adresse eines ermächtigten Arztes?

Die Namen und Adressen der ermächtigten Strahlenschutzärzte werden von den Landesbehörden, in denen der Landesgewerbearzt angesiedelt ist, veröffentlicht.

12 Was darf der ermächtigte Arzt meinem Arbeitgeber mitteilen?

Die Erst- und Nachuntersuchung sind Eignungsuntersuchungen. Formulare für die Übermittlung des Untersuchungsergebnisses sind in den Anhängen von Strahlenschutz- und Röntgenverordnung vorgegeben. Im Wesentlichen muss der Arzt dem Arbeitgeber mitteilen ob gesundheitliche Bedenken gegen eine entsprechende Beschäftigung als beruflich strahlenexponierte Person bestehen oder nicht.

13 Muss man die Entscheidung des ermächtigten Arztes, dass man nicht tauglich ist, einfach hinnehmen oder kann man dagegen Widerspruch einlegen?

Gegen eine solche Entscheidung kann bei der Behörde Widerspruch eingelegt werden. In einem solchen Fall beauftragt die Behörde einen weiteren ermächtigten Arzt, der ein abschließendes Urteil abgibt. Die Kosten für dieses Gutachten sind vom Strahlenschutzverantwortlichen (Betrieb) zu tragen.