BK-Info für Ärztinnen/Ärzte

BK 4115

J60-J70 Lungenkrankheiten durch exogene Substanzen

Diagnosen

Bei Ihrer Patientin bzw. Ihrem Patienten liegt eine der nachfolgend genannten Diagnosen vor?

  • J63.4 Siderose
  • J68.4 Chronische Krankheiten der Atmungsorgane durch chemische Substanzen, Gase, Rauch und Dämpfe
  • J70.8 Krankheiten der Atmungsorgane durch sonstige näher bezeichnete exogene Substanzen
  • J70.9 Krankheiten der Atmungsorgane durch nicht näher bezeichnete exogene Substanzen

Berufliche Tätigkeiten / Einwirkungen

War Ihre Patientin bzw. Ihr Patient eine der nachfolgend beschriebenen Einwirkungen bei der Arbeit ausgesetzt?

  • Extreme und langjährige Einwirkung von Schweißrauchen und Schweißgasen

Beispiele:

  • Schweiß- und Schneidarbeiten mit hoher Exposition (z. B. in engen Räumen, an Arbeitsplätzen ohne Rauchabsaugung) mittels:
    • Lichtbogen-Hand-Schweißverfahren (E-Handschweißen) mit umhüllten Stabelektroden (Cellulose-, Rutil-, Basische Typen),
    • Metall-Inert-Gas-Verfahren (MIG-Schweißen)
    • Metall-Aktiv-Gas-Verfahren (MAG-Schweißen)
    • Wolfram-Inert-Gas-Schweißen (WIG-Verfahren), (Wolframelektrode kann Thorium enthalten)
    • manuelles Plasmaschneiden

Liegen eine der genannten Diagnosen vor und war der/die Versicherte einer der genannten beruflichen Einwirkungen ausgesetzt, erstatten Sie bitte eine Berufskrankheiten-Verdachtsanzeige (DOC, 28 kB) für eine

Berufskrankheit Nr. 4115

Weitere Erläuterungen dazu finden Sie hier (PDF, 15 kB).

Weitere Informationen

Ist sich Ihre Patientin bzw. Ihr Patient nicht sicher, ob eine der genannten Einwirkungen stattgefunden hat, können Sie dies gerne bei der nächsten Vorstellung erneut überprüfen.

Wird keine der aufgeführten Einwirkungen angegeben, lässt sich derzeit ein Verdacht auf eine Berufskrankheit nicht begründen und es ist keine Berufskrankheiten-Anzeige notwendig. Wenn Sie aber insbesondere aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnis davon ausgehen, dass andere im Zusammenhang mit der Arbeitstätigkeit stattgefundene Einwirkungen die Erkrankung verursacht haben, könnten eventuell die Voraussetzungen des § 9 Abs. 2 SGB VII gegeben sein.

In diesen Fällen können Sie mit Zustimmung Ihrer Patientin bzw. Ihres Patienten eine Berufskrankheiten-Anzeige erstatten. Bitte geben Sie dort als Berufskrankheiten-Nr. § 9 Abs. 2 SGB VII an. Wenn Sie dann noch die Quelle Ihrer wissenschaftlichen Erkenntnis benennen würden, könnten Sie die weitere Prüfung durch den Unfallversicherungsträger beschleunigen. Vielen Dank dafür.