Störstrahler

1 Was sind Störstrahler?

Dies sind Geräte oder Vorrichtungen, in denen ausschließlich Elektronen beschleunigt werden und die dabei Röntgenstrahlung erzeugen, ohne dass sie zu diesem Zweck betrieben werden, d.h. ohne dass die entstehende Röntgenstrahlung verwendet wird. Einen Sonderfall stellen die Elektronenmikroskope dar, die immer zu den Störstrahlern im Sinne der Röntgenverordnung zählen.
Die folgende Aufzählung gibt einige Beispiele für Störstrahler:

  • Elektronenmikroskope
  • Elektronenstrahlverdampfungsanlagen
  • Elektronenstrahlschweißgeräte
  • Radaranlagen (die darin verwendeten Elektronenröhren)
  • Sonstige Mikrowellen- oder Senderöhren
  • Elektronenbeschleuniger (z. B. für Kabelvernetzung)
  • Vakuumschaltröhren
  • Monitore (PC-Bildschirm, Fernsehgeräte)

2 Ist der Betrieb von Störstrahlern grundsätzlich genehmigungspflichtig?

Nein, wenn der Störstrahler gemäß § 5 Abs. 3 in Verbindung mit Anlage 2 Nr. 5 der Röntgenverordnung (RöV) bauartzugelassen ist, wird nur eine Anzeige an die Behörde erforderlich. Ebenfalls keine Genehmigung ist erforderlich, wenn die verwendete Spannung zur Beschleunigung der Elektronen 30 kV nicht überschreitet und weitere Bedingungen erfüllt sind, siehe dazu § 5 Abs. 2 der Röntgenverordnung. Darüber hinaus gibt es noch eine weitere Ausnahme von der Genehmigungspflicht für Kathodenstrahlröhren zur Bilddarstellung wenn die Spannung 40 kV nicht überschreitet (z.B. alte Monitore), Einzelheiten siehe § 5 Abs. 4 RöV.
Für alle anderen Störstrahler gilt die Genehmigungspflicht!

3 Muss für den Betrieb von Störstrahlern ein Strahlenschutzbeauftragter bestellt werden?

Nur für die Störstrahler, für die eine Genehmigungspflicht besteht.

4 Welche Fachkunde muss der SSB für den Betrieb von Störstrahlern haben?

Maßgeblich ist die Fachkunde-Richtlinie Technik nach Röntgenverordnung. Demnach ist für alle Störstrahler, die in Konstruktion, Eigenschaften und Betriebsweise den Vollschutz- Hochschutz- oder Basisschutzgeräten entsprechen, die Fachkundegruppe R3 erforderlich.
Für alle anderen Störstrahler, die nicht unter die Beschreibung im ersten Absatz fallen, ist die Fachkundegruppe R8 erforderlich.

5 Ist eine Dosimetrie erforderlich?

Wenn beim Betrieb eines Störstrahlers ein Kontrollbereich eingerichtet werden muss (effektive Dosis pro Jahr mehr als 6 mSv möglich!), dann muss auch eine amtliche Dosimetrie durchgeführt werden. Darüber hinaus kann die Behörde in den Genehmigungsauflagen auch sonst eine amtliche Dosimetrie anordnen.