Natürliche radioaktive Stoffe am Arbeitsplatz, NORM

1 Was sind "NORM" Materialien?

Die Abkürzung steht für Naturally Occuring Radioactive Material und bezeichnet Stoffe, in denen sich durch bestimmte Prozesse in einzelnen Industriebranchen natürliche Radionuklide anreichern und damit die allgemein in solchen Stoffen vorhandene Aktivitätskonzentration überschreiten. Beispiele hierfür sind:

  • Filterschlämme
  • Thoriumoxidhaltige Wolframelektroden
  • Thoriumhaltige Gasglühkörper

Siehe auch http://www.grs.de/aktuelles/begriff-norm

2 Was ist hinsichtlich der Filterschlämme der Wasseraufbereitung zu beachten?

  • Filterschlämme aus der Wasseraufbereitung müssen differenziert betrachtet werden.
  • Eisenhydroxidschlämme aus den überwiegend eingesetzten Kiesfiltern sollten unbedenklich sein.
  • Lediglich der Sedimentationsgrad des Spülschlamms könnte eine Rolle spielen. Dieses Problem wäre mit Abschlagen des Spülwassers leicht zu beheben.
  • Bei halbgebrannten Kalksteinen (Jura-Perle, Dolomit etc.) zur Aufhärtung spielt der Strahlenschutz keine Rolle
  • Filterkiese aus der Entmanganung (gut eingearbeiteter Braunstein) können bei längerer Filterstandzeit und großen Durchsatzmengen durch Einlagerung von Radium bei der Entfernung des überschüssigen Kiesvolumens zu erhöhten Ortsdosen führen.
  • Durch den Einsatz von Ionenaustauscherharzen (Lewatit) zur Uranentfernung werden belastete Harze erzeugt. Dieses Verfahren sollte allerdings aus wasserwirtschaftlicher Sicht keine Bedeutung erlangen. Deutschland verfügt über genügend unbelastete Ressourcen.