Fukushima und die Folgen

Generelle Bemerkung: Die einzelnen Maßnahmen hängen ganz entscheidend von der Region ab. Für die meisten Regionen in Japan sind keine besonderen Maßnahmen erforderlich. Regionen in denen mit erhöhter Strahlenexposition (externe, Kontamination oder Inkorporationsgefährdung) zur rechnen ist, können bei der Deutschen Botschaft in Tokio erfragt werden.

1 Müssen Besatzungen von Hochseeschiffen in den Gewässern vor Fukushima besondere Schutzmaßnahmen ergreifen?

Da gelegentlich unkontrolliert kontaminiertes Kühlwasser austritt, wird trotz des zu erwartenden Verdünnungseffektes empfohlen, küstennah kein Meerwasser als Trinkwasser aufzubereiten.

2 Gibt es Vorgaben oder Empfehlungen zu Reiserouten?

Vorgaben oder Empfehlungen zu Reiserouten werden von der Berufsgenossenschaft nicht gegeben. Auskünfte geben das Auswärtige Amt und die deutsche Botschaft in Japan.

3 Kann der Unternehmer per Direktionsrecht einen Einsatz in Japan verlangen?

Der Einsatz per Direktionsrecht ist aus Sicht des Strahlenschutzes vertretbar, Zustimmung des Betriebsrats vorausgesetzt. Die zu erwartenden Strahlendosen rechtfertigen keine Einschränkungen.

4 Gibt es Vorgaben zum Verhalten vor Ort?

Einen generellen Verhaltenskodex gibt es nicht. Das Verhalten Ihrer Mitarbeiter vor Ort sollte in einer Betriebsanweisung in Abstimmung mit Betriebsrat allgemein festgelegt werden. Es wird empfohlen, in diese Anweisung die Pflicht zur Aktualisierung der Informationen vor Ort mit Hilfe der dortigen Behörden bzw. der Deutschen Botschaft aufzunehmen.
Aus Sicherheitsgründen sind folgende Maßnahmen denkbar:

Dosimetrie
Für jeden Mitarbeiter ein amtliches Filmdosimeter und pro Gruppe mindestens ein direkt ablesbares (elektronisches) Dosimeter. Eine Inkorporationsmessung vor dem Einsatz in Japan und nach dem Einsatz sollte zumindest in Erwägung gezogen werden (in Abhängigkeit des Einsatzortes).

Notfallplan
Mitführen eines "Notfallplans" ausgedruckt auf Papier. Dieser ist ständig am Mann zu tragen.

möglicher Inhalt:

  • Verhaltensweisen im Notfall
  • wichtige Telefonnummern,
  • wichtige Anschriften und alternative Flugverbindungen in Deutsch und Japanisch. (Die Erfahrungen zeigen, dass man in Japan im öffentlichen Leben nicht allzu weit mit Englisch kommt.)
  • Sollten Mitarbeiter im Notfall über China ausreisen müssen, benötigen diese vermutlich ein Visum.

5 Sollen die Mitarbeiter Dosimeter mitführen?

Von einem generellen Verteilen von Dosimetern wird abgeraten. Die zu erwartenden Dosiswerte rechtfertigen das nicht, ausgenommen der Aufenthalt in Regionen, in denen mit einer erhöhten externen Exposition zu rechnen ist. Der Umgang mit Dosimetern erfordert Fachkenntnisse und eine regelmäßige Auswertung. Fehlfunktionen oder falscher Umgang könnten zu falschen Rückschlüssen führen.

6 Müssen Mitarbeiter eine Strahlenschutzunterweisung erhalten?

Eine Strahlenschutzunterweisung, wie bei Arbeiten in Kontrollbereichen in der Strahlenschutzverordnung gefordert, ist nicht notwendig. Beim Aufenthalt in Regionen, in denen mit einer radioaktiven Kontamination zu rechnen ist, gelten Sonderregelungen, die mit den dortigen Behörden oder der Deutschen Botschaft abzustimmen sind.

7 Sollen Eigenständige Dosismessungen an örtlichen Ausrüstungsgegenständen vorgenommen werden?

Nein, ist nicht erforderlich.

8 Können die Mitarbeiter die angebotenen Nahrungsmittel und Trinkwasser genießen?

In Japan gelten ähnliche Dosisgrenzwerte wie in Deutschland, so dass die Verpflegung in Japan bedenkenlos ist. Nähere Auskünfte geben die örtlichen Behörden oder die Deutsche Botschaft in Japan.

9 Gibt es eine maximale Aufenthaltsdauer?

Abgesehen von Strahlenschutzbereichen gibt es aus Strahlenschutzgründen keine Beschränkungen der Aufenthaltsdauer. Nähere Auskünfte geben die örtlichen Behörden oder die Deutsche Botschaft in Japan.

10 Sollen Gegenstände bei der Heimreise vor Ort verbleiben (Kleidung, Werkzeuge...)?

Nein
Auskünfte in Sonderfällen können wieder von den örtlichen Behörden oder der Deutschen Botschaft eingeholt werden.

11 Ist eine zusätzliche Versicherung erforderlich?

Eine zusätzliche Versicherung ist nicht notwendig.
Beschäftigte, die sich vorübergehend berufsbedingt im Ausland aufhalten, genießen auch dort den Schutz der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung. Sie kommt für Körperschäden durch Arbeits-, Wegeunfälle und Berufskrankheiten auf. Dies gilt unter bestimmten Voraussetzungen auch für Austauschschüler, Auszubildende, Studenten und Praktikanten, wenn sie sich im Rahmen ihrer Ausbildung vorübergehend im Ausland aufhalten.

12 Wo können Inkorporationsmessungen durchgeführt werden?

Mitarbeiter, die in Regionen tätig waren, in denen mit einer Inkorporation zu rechnen war, können sich freiwillig mit vorheriger Absprache im eigenen Unternehmen bei einem regionalen Strahlenschutzzentrum oder beim Bundesamt für Strahlenschutz melden. Dort erfolgt eine einzelfallspezifische Beratung. Anfallende Kosten sind von den Unternehmen zu tragen.