Arbeitsmedizinische Vorsorge zur Vermeidung von Berufskrankheiten

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Gemäß der Verordnung über Arbeitsmedizinische Vorsorge (ArbMedVV) haben Arbeitgeber auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung für eine angemessene arbeitsmedizinische Vorsorge ihrer Beschäftigten zu sorgen. Mit der Durchführung der arbeitsmedizinischen Vorsorge sind Ärztinnen oder Ärzte mit der Gebietsbezeichnung 'Arbeitsmedizin' oder der Zusatzbezeichnung 'Betriebsmedizin' zu beauftragen.

Bei Tätigkeiten mit krebserzeugenden Gefahrstoffen kommt der arbeitsmedizinischen Vorsorge eine besondere Bedeutung insbesondere zur Vermeidung möglicher Berufskrankheiten zu. Daher soll der Arbeitgeber in diesen Fällen die Betriebsärztin oder den Betriebsarzt bereits an der Gefährdungsbeurteilung beteiligen. Gemäß der Arbeitsmedizinischen Regel AMR 3.2 'Arbeitsmedizinische Prävention' steht dabei das Einbringen arbeitsmedizinischen Sachverstands im Vordergrund, beispielsweise zu schädigenden Eigenschaften der eingesetzten Gefahrstoffe oder zu Belastungen durch das Tragen persönlicher Schutzausrüstung.

Nach ArbMedVV ist vom Arbeitgeber bei Tätigkeiten mit wiederholter Exposition gegenüber krebserzeugenden Stoffen oder Gemischen der Kategorie 1A und 1B sowie bei krebserzeugenden Tätigkeiten der Kategorie 1A und 1B eine arbeitsmedizinische Pflichtvorsorge zu veranlassen. Wenn eine wiederholte Exposition bei solchen Tätigkeiten nicht sicher ausgeschlossen werden kann, muss er zumindest eine Angebotsvorsorge anbieten. Außerdem hat der Arbeitgeber den Beschäftigten nach Beendigung der Tätigkeiten mit Exposition gegenüber krebserzeugenden Gefahrstoffen eine nachgehende Vorsorge anzubieten. Nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses wird diese Verpflichtung auf den zuständigen Unfallversicherungsträger übertragen.

Sowohl der Arbeitgeber als auch die Beschäftigten erhalten nach Durchführung der arbeitsmedizinischen Vorsorge von der Betriebsärztin oder dem Betriebsarzt eine Vorsorgebescheinigung. Diese enthält den Anlass und das Datum der Vorsorge sowie den aus ärztlicher Sicht notwendigen Termin für die nächste Vorsorge. Die Beschäftigten sind über die Ergebnisse und Befunde der arbeitsmedizinischen Vorsorge durch die Betriebsärztin oder den Betriebsarzt individuell zu beraten.

Die Betriebsärztin oder der Betriebsarzt hat die Ergebnisse und Befunde der arbeitsmedizinischen Vorsorge zu dokumentieren und auszuwerten. Ergibt die Auswertung Hinweise darauf, dass die getroffenen Schutzmaßnamen für die Beschäftigten nicht ausreichen, so ist dies dem Arbeitgeber mitzuteilen. Bei personenspezifischen Gründen ist dazu vorher die Einwilligung der betroffenen Person einzuholen. In der Folge muss die Gefährdungsbeurteilung durch den Arbeitgeber überprüft und es müssen unverzüglich erforderliche Schutzmaßnahmen getroffen werden.

Weitere Informationen zur arbeitsmedizinischen Vorsorge und zu Berufskrankheiten finden Sie auf den folgenden Internetseiten der DGUV: