Sturzprophylaxe im Krankenhaus: Patientensicherheit ist Mitarbeitersicherheit

Bild: VBG

Stürze von Patientinnen und Patienten sind im Klinikalltag mit erheblichen Risiken verbunden – für die Betroffenen ebenso wie für die Beschäftigten.

Beim Versuch, stürzende Personen aufzufangen, wirken hohe Kräfte auf Rücken und Schultern. Auch das Aufheben vom Boden belastet Muskulatur und Bandscheiben stark – insbesondere dann, wenn es unter Zeitdruck und ohne geeignete Hilfsmittel erfolgen muss. Rückenbeschwerden, Bandscheibenprobleme sowie Muskel- und Gelenkverletzungen können die Folge sein. Langfristig besteht das Risiko chronischer Muskel-Skelett-Erkrankungen, die im Pflegeberuf besonders häufig auftreten.

Für Patientinnen und Patienten können Stürze ebenfalls weitreichende Folgen haben. Sie sind häufig mit zusätzlichem Leid verbunden und können den Verlust von Selbstständigkeit, eine zunehmende Pflegebedürftigkeit oder sogar einen frühzeitigen Tod zur Folge haben.

Deshalb gilt im Klinikalltag: Stürzen vorbeugen heißt, Patientinnen und Patienten sowie Beschäftigte zu schützen.

Stürze wirksam vermeiden – mit dem TOP-Prinzip

Viele Stürze lassen sich durch einfache und zugleich wirksame Maßnahmen vermeiden. Das TOP-Prinzip bietet dafür eine bewährte und strukturierte Vorgehensweise aus dem Arbeitsschutz.

Bei der Sturzprophylaxe im Krankenhaus werden dabei drei Bereiche miteinander verknüpft:

  • Technische Maßnahmen: Sie schaffen die Grundlage für eine sichere Umgebung und reduzieren mögliche Gefahrenquellen.
  • Organisatorische Maßnahmen: Sie unterstützen die sichere Gestaltung von Abläufen und stellen sicher, dass Schutzmaßnahmen wirksam eingesetzt werden.
  • Personenbezogene Maßnahmen: Sie berücksichtigen die individuelle Situation und die persönlichen Risikofaktoren der Patientinnen und Patienten.

Die Maßnahmen wirken zusammen, beeinflussen sich gegenseitig und werden kontinuierlich überprüft und angepasst. Ziel ist es, das Sturzrisiko möglichst frühzeitig zu erkennen, gezielt zu reduzieren und Verletzungen zu vermeiden.

Praktische Unterstützung für den Klinikalltag

Die VBG unterstützt Klinikpersonal mit Informationen und praxisnahen Hilfsmitteln zur Sturzprophylaxe im Krankenhaus.

Ein besonders kompaktes Hilfsmittel ist die Pocket Card mit dem "Pocket-Screening zur Sturzprophylaxe". Das Instrument im Kitteltaschenformat ermöglicht eine schnelle Ersteinschätzung des Sturzrisikos von Patientinnen und Patienten.

Das Pocket-Screening unterstützt – entsprechend dem Expertenstandard – bei der Entscheidung, ob eine vertiefte Risikoeinschätzung (Assessment) erforderlich ist und daraus gezielte sturzprophylaktische Maßnahmen abgeleitet werden sollten.

Für das weitere Vorgehen stehen die Sturz-Checks zur Verfügung. Sie bieten konkrete, praxisorientierte Interventionsvorschläge und unterstützen das Klinikpersonal dabei, die Patientensicherheit gezielt zu erhöhen.

Sturzprophylaxe ist Teamarbeit

Wirksame Sturzprophylaxe ist eine interdisziplinäre Aufgabe. Die Hilfsmittel richten sich deshalb nicht nur an Pflegekräfte, sondern ebenso an:

  • Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten
  • das Entlassmanagement
  • den Transportdienst
  • weitere an der Versorgung beteiligte Berufsgruppen
  • Denn nur wenn alle Beteiligten mögliche Sturzrisiken erkennen und geeignete Maßnahmen aufeinander abstimmen, lässt sich die Patientensicherheit nachhaltig verbessern.

Weitere Informationen und kostenlose Materialien

Weiterführende Informationen sowie kostenfreie Flyer und Broschüren zur Sturzprophylaxe im Krankenhaus finden Sie auf den Internetseiten der VBG.