Prävention 5/2026

Kopfverletzungen häufig mit schweren Unfallfolgen

Ein junges Mädchen im blauen Trikot sitzt mit geschlossenen Augen und hält sich die Stirn. Eine zweite Frau untersucht vorsichtig ihren Kopf und stützt ihren Arm. (Bild: Mark Adams / stock.adobe.com)
Eine Gehirnerschütterung nach einem Unfall wird oft übersehen. Denn die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein und eine Bewusstlosigkeit muss nicht auftreten. (Bild: Mark Adams / stock.adobe.com)

Bei Arbeitsunfällen werden besonders häufig Arme und Beine verletzt, doch auch der Kopf ist oft betroffen – und das häufig mit schweren Folgen. Bei 8,6 Prozent der meldepflichtigen Arbeitsunfälle 2025 war der Kopf die verletzte Körperregion. Besonders schwer wiegen die Folgen bei tödlichen Unfällen: In 103 Fällen beziehungsweise 31,4 Prozent der tödlichen Arbeitsunfälle wurde der Kopf als verletzte Körperregion erfasst. Häufiger waren nur multiple Verletzungen des gesamten Körpers. Kopf- und Rumpfverletzungen gehören damit zu den Verletzungen, die besonders häufig mit schweren Unfallfolgen verbunden sind.

Ringdiagramm mit dem Titel „Tödliche Arbeitsunfälle 2025“. Dargestellt sind die Anteile nach verletzter Körperregion: gesamter Mensch 39,0 %, Kopf 31,4 %, Brustkorb, -organe und Rücken 10,7 %, Hals und Wirbelsäule 7,0 %, Hüftgelenk, Oberschenkel und Kniescheibe 5,2 % sowie Sonstiges 6,6 %. Eine Fußnote weist darauf hin, dass Abweichungen von 100 % rundungsbedingt sind.
(Grafik: DGUV)

Eine schwerwiegende Kopfverletzung ist die Gehirnerschütterung. Sie wird nach einem Unfall oft übersehen. Denn die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein und eine Bewusstlosigkeit muss nicht auftreten. Schätzungen zufolge werden 40 bis 50 Prozent der Gehirnerschütterungen nicht als solche erkannt. Dabei können Beschwerden über Wochen oder Monate anhalten. Auch ein Thema für die gesetzliche Unfallversicherung, denn: Gehirnerschütterungen können beispielsweise beim versicherten Schulsport oder im versicherten Profisport auftreten. Im professionellen Eishockey gehören Kopfverletzungen laut VBG-Sportreport 2025 zu den besonders relevanten Verletzungen.

ZNS-Kampagne: Gehirnerschütterungen erkennen und ernst nehmen

Bild der ZNS-Kampagne

Rund um den Tag der Gehirnerschütterung am 20. Oktober macht die ZNS-Stiftung mit einer digitalen Themenwoche auf die häufig unterschätzte Verletzung aufmerksam. Vom 15. bis 21. Oktober 2026 informiert sie unter dem Motto „7 Tage. 7 Themenschwerpunkte. 1 Ziel“ über Symptome, richtiges Verhalten nach einer Kopfverletzung und die sichere Rückkehr in Alltag, Schule, Beruf und Sport. Denn je früher eine Gehirnerschütterung erkannt wird, desto besser können Betroffene geschützt und begleitet werden.“

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